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Betriebszweigauswertung Bullenmast 2011/ 2012

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr konnten in der zentralen Bullenmast-Auswertung in Niedersachsen die Daten von insgesamt 227 Betrieben ausgewertet werden. An der Datenbereitstellung beteiligten sich -  wie in den Vorjahren - die Beratungsringe Osnabrück, Freren, Grafschaft Bentheim, Friesoythe, die Ringgemeinschaft Vechta, der VzF und die Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer. Den Beratern sei wiederum Dank für die konstruktive Mitarbeit.

Die hier betrachtete Rindermast wird vornehmlich als Intensivmast in Stallhaltung ohne Einstreu und auf Maisbasis sowie unter Verwendung fleischbetonter Rassen betrieben, die überwiegend aus Süddeutschland zugekauft werden. Leider liegen nur wenige Daten von Betrieben mit Mast schwarzbunter Bullen vor, obwohl in Niedersachsen nach wie vor – mit Schwerpunkt in den Milchviehbetrieben – viele Holsteinbullen als Koppelprodukt gemästet werden. Nur Betriebe mit klarer Zuordnung der Rassen oder der Mastverfahren wurden für die Sonderauswertungen berücksichtigt. Betriebe mit Einstallung von Tieren unterschiedlichen Alters oder Verwendung unterschiedlichster Rassen sind somit leider nur begrenzt auswertbar.

Wie in den Vorjahren verteilen sich die Betriebe mit Bullenmast schwerpunktmäßig auf die drei Mastverfahren:
- Mast mit Einstallung von Kälbern bis 60 kg Lebendgewicht
- Mast mit Starterkälbern von 60 bis 100 kg  Lebendgewicht
- Mast mit Zukauf von Fressern mit ca. 180 kg Lebendgewicht

Die Betriebe, die Bullen auf Basis zugekaufter Starterkälber (97 Betriebe) bzw. auf Basis zugekaufter Fresser (83 Betriebe) mästen, stellen nach wie vor die größten Gruppen und bieten sich daher für den Jahresvergleich (Tab. 1) an. Die Auswertung erfolgt jeweils bis zur Direktkostenfreien Leistung pro Tier, pro Masttag und pro Mastplatz. Außerdem werden ausgewählte Kennzahlen der beiden Verfahren dargestellt. Ausgewiesen sind die Bruttopreise.

Starterkälber
Die Betriebe mit der Mast von Starterkälbern erzeugten durchschnittlich 170 Tiere und damit 8 Bullen mehr als im Vorjahr. Wobei einige Betriebe durch Neubau und Aufstockung recht stark gewachsen sind, während die Betriebe mit geringen Stückzahlen die Rindermast aufgaben.
Rassenmäßig standen in 27 % (n=26) der Betriebe mit Starterkälbern nur Braunviehbullen und in 45 % (n=44) nur Fleckviehbullen; bei 28 % der Betriebe konnte keine klare Rassenzuordnung erfolgen.
Die Gesamtleistung ist gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt um 210 € auf 1626 € pro erzeugtem Bullen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr konnten die in der Auswertung betrachteten Bullenmäster ihre Bullen im Mittel des gesamten Zeitraums mit 4,02 €/kg Schlachtgewicht inkl. MwSt und abzüglich der Vorkosten vermarkten (+ 40 Cent/kg).

Bekanntlich werden die Erlöse im Einzelbetrieb eindeutig durch die Preisschwankungen im Jahresverlauf und somit den Ablieferungszeitpunkt der fertigen Bullen beeinflusst.

In den letzten Jahren ist das Preisniveau für Rindfleisch im Mittel stetig gestiegen. Erfreulicherweise war das übliche Sommerloch in 2012 kaum wahrzunehmen. So kletterten die Preise nach dem Sommertief in 2011 von ca. 3,30 €/kg netto (R3) auf ca. 3,80 €/kg (R3) und hielten sich dann in etwa auf diesem Niveau bis zum Sommer 2012. (s. Abb. 1)

Erstmalig wurden die Vorkosten je verkauftem Tier ausgewiesen und betrugen durchschnittlich 37 € je Verkaufstier bei einer relativ weiten Spanne.

Betrachtet man die Notierung in Niedersachsen, so werden nach amtlicher Meldung mehr O3-Jungbullen als R3-Tiere geschlachtet. Wenn auch die Warenströme nicht genau bekannt sind, so ist anzunehmen, dass die besseren Qualitäten vielfach in NRW geschlachtet werden. Hier weist die Statistik einen höheren Anteil U- und R3-Schlachtungen aus.

Vollständige Auswertung siehe anliegende pdf-Datei.


Kontakt:
Heidi Meine-Schwenker
Betriebszweigauswertungen Rind, Tierschutz, Tiertransporte
Telefon: 0441 801-692
Telefax: 0441 801-634
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Stand: 10.04.2013