Niedersächsische Züchter erfolgreich in Berlin
In Berlin fand kürzlich im Rahmen der „Grünen Woche“ die IV Bundesschau Landschafe der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) statt. Mehr als ein Viertel der 400 Ausstellungstiere kamen aus Niedersachsen. 21 niedersächsische Züchter hatten insgesamt 126 Zuchtschafe aus elf verschiedenen Rassen angemeldet. Auf der Schau waren niedersächsische Züchter besonders erfolgreich.
Die Tiere wurden in vier verschiedenen Ringen gerichtet. Dabei wurden verschiedene Rassen je nach Region und Zahl der Anmeldungen den Richtringen zugeordnet. Unsere Züchter hatten Rassen aus vier Regionen gemeldet.
Moor und Heide: Bentheimer Landschaf, Graue Gehörnte Heidschnucke, Weiße Gehörnte Heidschnucke, Weiße Hornlose Heidschnucke
Mittelgebirge: Coburger Fuchsschaf, Rhönschaf
Küste: Rauhwollige Pommersche Landschafe, Herdwick
Ausland: Ouessantschaf, Romanow, Ungarisches Zackelschaf
Neben den Einzeltieren wurden auch Züchtersammlungen, bestehend aus einem Bock und zwei Mutterschafen und Verbandssammlungen, bestehend aus 2 Böcken und 4 Mutterschafen, gerichtet. In der Tabelle sind alle Züchter, die eine Ia Platzierung /einen Klassensieg erreicht haben, aufgeführt.
Besonders erfolgreich waren die Züchter des Bentheimer Landschafes aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim. Melbaum aus Haselünne stellte die Ia-Sammlung, die im weiteren Verlauf Bundessieger, Regionenchampion und Bundeschampion, also beste Züchtersammlung der gesamten Bundesschau wurde. Dafür erhielt der Zuchtbetrieb die höchste Auszeichnung, die Plakette des Bundesministeriums (BMELV) in Gold. In der Einzeltierkonkurrenz bei den Bentheimern stellten die Züchter Schmitz, Werpeloh (3), Tierpark Nordhonr (2), Hof Blekker, Uelsen (2) und Melbaum die Klassensieger. Ein siebenjähriges Schaf vom Hof Blekker wurde später auch Bundessieger und der Zuchtbetrieb mit der Silbernen Plakette des nds. Landwirtschaftsministeriums und einer Plakette des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ausgezeichnet. DBV-Präsident Sonnleitner informierte sich ausführlich über die Rasse Bentheimer Landschaf von der es 1970 bundesweit gerade einmal noch 50 Zuchtschafe gab und die jetzt mit über 60 angemeldeten Tieren stärkste Rassegruppe auf der gesamten Bundesschau war. Besonders beeindruckt war er von der Qualität und Ausgeglichenheit der Verbandssammlung der Züchter aus dem Ursprungsgebiet. Obwohl sechs verschiedene Züchter jeweils ein Tier in der Verbandssammlung stellten, präsentierte sich die Gruppe wie aus einem Guss und wurde auch hier zum Sieger erklärt. Als Auszeichnung nahm der Zuchtleiter Gerdes eine Plakette des VDL-Vorsitzenden Lauenstein, entgegen.
Nicht weniger erfolgreich waren die niedersächsischen Fuchsschafzüchter. Die Züchter Wachtendorf, Tannenhausen (2), Walther, Stadland, Tomforde, Ahlerstedt und Avramut-Lampe, Jade, präsentierten fünf der sechs möglichen Klassensieger. Als dann noch der Ia-Bock und das Ia-Schaf von Wachtendorf jeweils zum Bundessieger erklärt wurden und das weibliche Tier darüber hinaus, Regionenchampion wurde, war die Sensation perfekt und die scheinbar übermächtige Konkurrenz aus Süddeutschland schockiert. Der Züchter wurde mit einer silbernen Plakette des BMELV und einer Plakette der Landwirtschaftskammer Niedersachsen geehrt.
Neben den Fuchsschafen zählen auch die Rhönschafe zu den Mittelgebirgsrassen. Der Betrieb Faber, Wolfenbüttel erreichte mit einem vierjährigen Schaf eine Ic-Platzierung. Aufgrund der hervorragenden Wolle wurde dieses Tier zum Wollsieger bestimmt und der Zuchtbetrieb dafür mit einer DBV-Plakette ausgezeichnet.
Weiße Gehörnte Heidschnucken wurden erfreulicherweise von Züchtern aus drei Bundesländern zur Bundesschau geschickt. Alle drei Klassensieger und die Bundessiegersammlung kamen aus dem Züchterstall von Heftrich-Beckers, Wittmund. Bedeutend größer war die Konkurrenz bei den Grauen Gehörnten Heidschnucken. Neun Züchter aus fünf Landesverbänden schickten Einzeltiere und Sammlungen in den Wettbewerb. Erfolgreichster niedersächsischer Züchter war hier mit zwei Ib-Plazierungen Oehlers aus Lauenbrück. Leider war in diesem Jahr nur ein heimischer Züchter mit Weißen Hornlosen Heidschnucken auf der Bundesschau. Die 13 Tiere aus dem Betrieb Teerling, Sulingen repräsentierten während der gesamten 10-tägigen Messe die Schafrassen der Heide und Moore, die in diesem Jahr bei der Bundesschau im Vordergrund standen. Zwei Schafe von Teerling erreichten eine Ia-Platzierung. Bundessieger und Regionenchampion wurde eine zweijährige Hornlose Heidschnucke von Havermeier, NRW. Im Wettstreit mit 5 anderen Regionenchampions wurde dieses Tier von den vier Preisrichterteams auch zum Bundeschampion und damit zum besten Schaf der gesamten Bundesschau bestimmt.
Bild: Die Züchterin Heftrich-Beckers aus Wittmund freut sich mit ihren Weißen Gehörnten Heidschnucken über den Titel BundessiegerBild: Die Ouessant Züchtersammlung vom Tierpark Nordhorn wurde Bundessieger und RegionenchampionDie Rasse Ouessantschaf hat sich in wenigen Jahren von Holland ausgehend über das Weser-Ems-Gebiet bis in die neuen Bundesländer ausgebreitet und erstmals beteiligten sich Züchter aus Brandenburg und Sachsen am Wettbewerb. Der Züchter Bergmann aus Scharrel stellte ein Ia-Schaf und eine Ia-Züchtersammlung. Noch erfolgreicher war der Tierpark in Nordhorn, der zwei Klassensieger und die Bundessiegersammlung präsentierte. Diese Sammlung wurde später noch Regionenchampion wofür der Zuchtbetrieb die Silberne Plakette des BMELV erhielt. Einziger Aussteller bei der Rasse Ungarisches Zackelschaf war der Tierpark Nordhorn, aber im Sammlungswettbewerb mit den Rassen Romanow und Walachenschaf wurden die Zackelschafe des Tierparks mit ihren imposanten Hörnern zum Klassensieger ernannt. Die Romanowschafe der Bundesschau wurden vom Zuchtbetrieb Barz aus Hambergen präsentiert. Erstmals auf einer Bundesschau vertreten und Motiv für zahlreiche Foto- und Filmaufnahmen war die Rasse Herdwick des Züchters Reinhardt aus Wulsbüttel. Die Rasse mit skandinavischem Ursprung wird heute in den nördlichsten Bergregionen Englands gehalten und gilt als hart und widerstandsfähig. In der Einzel-tierkonkurrenz stellten die nds. Züchter 26 der insgesamt 80 Klassensieger und darüber hinaus vier der zwanzig Bundessieger und einen Regionenchampion. Noch erfolgreicher waren sie im Sammlungswettbewerb wo vier der zwanzig Klassensieger und auch der Titel Bundeschampion erreicht wurden. Bleibt zu hoffen, dass dieser Erfolg und der Elan der Züchter sich auch auf die Landeszucht übertragen und die Stimmung nach Einführung der neuen Kennzeichnungsvorschriften ein wenig wieder aufhellt.










