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Landessortenversuch Stärkekartoffeln 2015

In Gebieten mit intensivem Kartoffelanbau geht an einer geziehlten Sortenwahl - man kann auch sagen Sortenmanagement - kein Weg vorbei. Die Sortenwahl entscheidet mit über die Wirtschaftlichkeit. Welche Kandidaten auf belasteten Standorten infrage kommen, zeigt der Landessortenversuch Stärkekartoffeln 2015.

Die aktuellen Ergebnisse der amtlichen Nematodenuntersuchungen, die seit 2011 auf 0,5% der Konsumkartoffelanbaufläche gezogen werden, zeigen eine deutliche Zunahme von Globodera Pallida in ganz Niedersachsen. In den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim tritt Globodera Pallida mittlerweile auf 100% der Befallsflächen auf.

Um dieser besorgniserregenden Entwicklung Rechnung zu tragen, wurden die Sortenempfehlungen für den Bereich der Stärkekartoffeln dahingehend verändert, dass künftig nur noch Sorten mit einer hohen Resistenz gegenüber Pallida 2 und 3 empfohlen werden. Insbesondere in Regionen mit einem hohen Anteil von Kartoffeln in der Fruchtfolge führt der Anbau nicht nematodenresistenter Sorten in eine Sackgasse. Diese Fehlentwicklung der vergangenen Jahre zeigt sich deutlich durch eine veränderte Virulenz der Nematoden. Auf einigen Standorten in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim funktioniert die Sortenresistenz nicht mehr, so dass erste Flächen gemäß der Kartoffelzystennematoden-Verordnung für mindestens sechs Jahre für den Kartoffelanbau gesperrt werden mussten.

Neben der Nematodenresistenz spielt auch die Krebsresistenz der Sorten eine wichtige Rolle bei der Anbauplanung. Derzeit gibt es in Deutschland nur wenige offiziell zugelassene Kartoffelsorten mit einer breiten Krebsresistenz insbesondere gegen die zunehmend auftretende aggressive Rasse 8/18. Für die Sortenempfehlungen hinsichtlich der Krebsresistenz werden deshalb die Ergebnisse einer Krebsversuchsfläche aus dem Emsland sowie Ergebnisse der niederländischen Feldrestenzprüfung mit berücksichtigt.

In der anliegenden Datei finden Sie den ausführlichen Text mit den dazugehörigen Tabellen.


Kontakt:
Heiner Bruns
Berater Pflanzenbau und Pflanzenschutz
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Stand: 08.03.2016