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Mais - besser als sein Ruf

Mais wird nach wie vor in großem Umfang als Futter für Rinder, Schweine und Geflügel angebaut. Durch den rasanten Zuwachs an Biogasanlagen hat auch der Maisanbau zugenommen und den Winterweizen als führende Ackerfrucht verdrängt. Mit seinem hohen Masseertrag ist Mais ein hervorragender Lieferant von Gärsubstrat, das in Biogasanlagen zu Strom und Wärme umgewandelt wird.

Durch die Zunahme des Maisanbaues hat sich das Landschaftsbild in den letzten Jahren verändert. In der Öffentlichkeit wird deshalb immer wieder über „die Vermaisung der Landschaft“ und die „grünen Wände“ diskutiert. Als Folge schwindet die generelle Akzeptanz gegenüber der Energieerzeugung aus nachwachsenden Roh-stoffen, und es wird infrage gestellt, ob der Maisanbau die Anforderungen an eine nachhaltige Landbewirtschaftung erfüllt.

Mais hat aus Sicht des Pflanzenbaus viele positive Eigenschaften:
• Er liefert hohe und sichere Erträge, da er Niederschläge effizient nutzen kann.
• Er braucht nur wenig Stickstoffdünger, weil er aufgrund der langen Wachstumszeit den aus dem Boden nachgelieferten Stickstoff gut umsetzen kann.
• Er benötigt nur wenig chemische Pflanzenschutzmittel.
• Er kommt mit den prognostizierten höheren Temperaturen (Klimawandel) gut zurecht.
• Ein Hektar Mais „recycelt“ den CO2-Ausstoß von 60.000 km Autofahrt

Durch eine Reihe rechtlicher Vorgaben (z.B. Düngeverordnung, Boden- und Pflanzenschutzgesetz) werden mögliche Umweltbelastungen minimiert. Außerdem werden EU-Gelder (Betriebsprämie) nur dann ausgezahlt, wenn umweltrelevante Kriterien, unter anderem im Maisanbau, eingehalten werden.

Bodenschutz
Der (Acker-)Boden ist die Grundlage für den Pflanzenbau und damit das wirtschaftliche Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe. Der nachhaltigen Bewirtschaftung der unterschiedlichen Bodentypen gilt das besondere Augenmerk der Landwirte. Ihr Ziel ist es, den Abtrag von Boden durch Wind oder Wasser (Erosion) zu verhindern, die organische Substanz (Humus) im Boden zu erhalten und die Bodenstruktur zu schützen.

Dabei hilft eine möglichst ganzjährige Begrünung der Ackerflächen, indem Zwischenfrüchte wie Senf oder Phacelia vor oder evtl. auch nach der Silomaisernte bzw. Untersaaten in den Maisbestand eingesät werden. Das unterbindet nicht nur die Erosion, sondern erhöht auch die Artenvielfalt auf dem Acker. Auch die Mulch- oder Direktsaat von Mais in eine abgestorbene Zwischenfrucht oder in die Stoppeln einer abgeernteten Vorfrucht (z.B. Grünroggen) unterbindet den Bodenabtrag. Die Freisetzung von Stickstoff aus dem Boden wird durch eine möglichst flache schonende Bodenbearbeitung im Herbst minimiert.

Fruchtfolge
„Fruchtfolge“ nennt man die zeitliche Abfolge verschiedener Ackerkulturen auf einem Feld. Sie hat wesentlichen Einfluss auf die Bodenfruchtbarkeit und das Vorkommen von Unkräutern, Krankheiten und Schädlingen.

Wegen der Selbstverträglichkeit ist ein mehrmaliger Anbau von Mais auf der gleichen Fläche grundsätzlich möglich. Anzustreben sind aber mehrgliedrige Fruchtfolgen, zum Beispiel der Mais- und Getreideanbau im Wechsel. Wo das nicht möglich ist, lassen sich negative Auswirkungen durch pflanzenbauliche Maßnahmen wie Sortenwahl, Bodenbearbeitung, Beregnung, Zwischenfruchtanbau und/oder Einarbeitung organischer Substanz reduzieren.

Vor allem bei Maisanbau in Verbindung mit einer Mulchsaat können der Befall mit Pilzkrankheiten (Fusarien) zunehmen, der Gehalt an Pilzgiften (Mykotoxinen) im Ern-tegut steigen bzw. Schädlinge wie der Maiszünsler vermehrt auftreten. Das intensive Zerkleinern (Schlegeln) und Einarbeiten der Maisstoppeln nach der Ernte hilft das Befallspotential zu mindern. Sollte der westliche Maiswurzelbohrer auftreten, wird gegen ihn nach Vorgaben der EU vorgegangen.

Humusbilanz
Mais gilt als humuszehrende Pflanze. Sein Anbau verringert also den Anteil organischer Substanz im Boden. In Getreidefruchtfolgen, bei denen das Stroh auf dem Feld verbleibt und/oder organische Dünger wie Gülle, Stallmist oder Gärreste zugeführt werden, ist das kein Problem, da ausreichend Humus reproduziert wird. Wo das nicht der Fall ist, bieten sich Grasuntersaaten im Mais oder nach der Maisernte ausgesäte Zwischenfrüchte an, um den Aufbau organischer Bodenmasse im Herbst und im Frühjahr zu forcieren. Das trägt auch zur Auflockerung der Fruchtfolge bei. Der Abbau des Humusgehaltes wird zudem durch eine schonende Bodenbearbeitung verringert.

Düngung
Durch die Untersuchung von Boden- oder Pflanzenproben kann die erforderliche Stickstoffgabe genau ermittelt werden. Dabei werden regionale und standortspezifische Besonderheiten berücksichtigt.

Organische Dünger wie Gülle, Miste oder Gärreste werden sehr effizient durch den Mais genutzt. Die Gefahr der Grundwasserbelastung ist gering, da bei richtigem Einsatz dieser wertvollen Düngemittel kaum Nitrat ausgewaschen wird.

Fazit
Aufgrund seiner besonderen pflanzlichen und pflanzenbaulichen Eigenschaften ist Mais von herausragendem Wert für die norddeutsche Landwirtschaft. Er hat sich als Futterpflanze und nachwachsender Rohstoff für Biogasanlagen etabliert.

Das Produktionsverfahren von Mais wurde in den letzten Jahren immer weiter verfeinert, sodass der Anbau nach guter fachlicher Praxis kaum negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Er kommt mit geringen Mengen an Pflanzenschutzmitteln und Stickstoffdüngern aus und erfüllt bei sachgerechter Produktion die Anforderungen einer nachhaltigen Landwirtschaft. Auch im Hinblick auf die prognostizierte Klimaerwärmung bietet Mais eine hohe Ertragssicherheit.

 


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Stand: 09.01.2012