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Pflanzkartoffelanmeldung 2017

In Niedersachsen sind in diesem Jahr insgesamt 6.122 ha Pflanzkartoffeln zur Vermehrung angemeldet worden. Damit hat die Vermehrungsfläche mit einem Plus von 337 ha bzw. 5,5% deutlich zugenommen gegenüber dem Vorjahr mit 5.785 ha.

 

Die Vermehrer konnten im Frühjahr die Pflanzkartoffeln witterungsbedingt teilweise erst verspätet auspflanzen. Der Auflauf war mitunter verzögert aufgrund der doch eher überwiegend niedrigen Temperaturverhältnisse. Bedeutendste Sorte ist abermals, bereits im neunten Jahr in Folge, die frühe Speisesorte Belana mit 444 ha bzw. einem Anteil von 7,3% an der Fläche, gefolgt von der Veredelungssorte Agria mit 327 ha bzw. 5,3% und den Chipssorten Verdi mit 253 ha bzw. 4,1% und Zorba mit 210 ha bzw. 3,4%. Diese 4 und weitere 14 Sorten stellen bereits 50,3% der Vermehrungsfläche. In der Tabelle sind die 99 Sorten mit einer (in 2017 vorläufigen) Vermehrungsfläche von 10 ha oder mehr namentlich genannt; zum Vergleich sind die Flächen dieser Sorten der beiden Vorjahre dargestellt. Auf diese größten Sorten entfallen 93,5% der Vermehrungsfläche. Alle anderen Sorten sind bei jeder Reife- und Sortengruppe jeweils unter „Andere“ zusammengefasst. Letztere werden allerdings z.T. in sehr geringem Umfang vermehrt (67 Sorten mit nur einem einzigen sowie weitere 35 Sorten mit nur 2 Vermehrungsvorhaben). In Deutschland sind derzeit insgesamt 473 Sorten als Pflanzgut anerkennungsfähig, darunter mehrheitlich 261 in Deutschland nicht geprüfte „EU-Sorten“. In Niedersachsen werden davon 226 Sorten, 119 national und 107 als EU-Sorten zugelassene Sorten vermehrt. Auf die so genannten EU-Sorten entfällt eine immer höhere Vermehrungsfläche, mittlerweile mit 2.278 ha also 37,2%. EU-Sorten wurden ursprünglich in irgendeinem anderen EU-Mitgliedsstaat zugelassen und dann darauf hin wurden sie ohne weitere Prüfung auch in Deutschland zugelassen. Zu den national oder als EU-Sorten zugelassenen Sorten kommen noch Vermehrungen einer größeren Anzahl (noch) nicht zugelassener Sorten bzw. „Stämme“ in Gewächshäusern oder in kleinen Einheiten auf Freilandflächen hinzu.

 

 

 

 

 

 

 

Unter den 226 angemeldeten Sorten befinden sich in nennenswerten Vermehrungsumfängen zahlreiche neuere Sorten mit Pallida-Resistenzen: es sind 31 Sorten auf insgesamt 871 ha, die gegen einen oder mehrere Pathotypen des Kartoffelzystennematoden Globodera pallida resistent oder teilresistent sind; zum Vergleich: im Vorjahr waren es 726 ha, im Vorvorjahr 582 ha Vermehrungsfläche.

 

 

 

 

 

 

 

Pflanzkartoffeln der vermehrten Sorten werden in den einzelnen Kategorien (Vorstufen-, Basis- und Zertifiziertes Pflanzgut) und Klassen (B/S, B/SE und B/E bzw. Z/A und Z/B) in verschiedenen Anteilen zur Anerkennung angemeldet. Die 2.791 in Niedersachsen angemeldeten Vermehrungsvorhaben (zum Vergleich im Vorjahr: 2.694 Vorhaben) teilen sich folgendermaßen auf. Zur Produktion von Basispflanzgut sind 1.049 Schläge entsprechend 1.889 ha bzw. 30,9% der Gesamtfläche angemeldet (Vorjahr: 1.030 Schläge entsprechend 1.824 ha bzw. 31,5%). Des Weiteren sind rund 332 Vermehrungsvorhaben vorgesehen zur Erzeugung von Vorstufenpflanzgut der Klassen PBTC bzw. PB; hier handelt es sich vielfach um Zuchtgarten-Vermehrungen. Den Schwerpunkt bildet die Vermehrung zur Erzeugung Zertifizierten Pflanzgutes mit 1.410 Schlägen entsprechend 4.037 ha bzw. 65,9% (Vorjahr: 1.369 Schläge entsprechend 3.850 ha bzw. 66,5%). Der Anteil der Vermehrungen von Zertifiziertem Pflanzgut zu abermals Zertifiziertem Pflanzgut hat mit 110 Schlägen entsprechend 291 ha von 49 Sorten gegenüber 2016 mit 89 Schlägen entsprechend 265 ha von 45 Sorten etwas zugenommen. Die Vermehrung innerhalb der Kategorie Z ist von Produktion und Ökonomie her nur bedingt sinnvoll (bis 2015 die ehemalige „Z2-Vermehrung“); möglich ist sie bei Kartoffeln nur, wenn sie in demselben Betrieb erfolgt, der im Vorjahr das Z-Ausgangsmaterial erzeugt hat.

 

 

 

 

 

 

 

Im Bereich der Z-Vermehrung ist die Durchschnittsgröße der Schläge im Vergleich zum Vorjahr mit 2,81 ha gegenüber dem Vorjahr angestiegen auf 2,86 ha (2015: 2,80 ha); bei der Basis-Pflanzgut-Vermehrung hat die durchschnittliche Flächengröße ebenfalls zugenommen, von 1,64 ha in 2015 über 1,77 ha im Vorjahr auf nunmehr 1,80 ha. Pflanzkartoffel-Vermehrung findet in hochspezialisierten Betrieben statt; 2017 sind es 324 Betriebe. Gegenüber dem Vorjahr haben 24 Betriebe die Vermehrung eingestellt und 26 Betriebe sind hinzugekommen. Dabei nimmt die Spezialisierung noch weiter zu: erzeugte 2015 bzw. 2016 jeder Vermehrer - über alle Stufen hinweg – 16,74 ha bzw. 17,97 ha Pflanzkartoffeln, sind es 2017 bereits 18,90 ha. Betreut werden die Vermehrer durch die Vertriebsfirmen wie z.B. Genossenschaften oder Landhandelsfirmen; dabei handelt es sich um 34 kleine und große Firmen, die Pflanzkartoffeln erzeugen lassen, um sie später zu handeln.

 

 

 

 

 

 

 

Dieselbe Kartoffelsorte in zwei verschiedenen Kategorien bzw. Klassen kann ein Vermehrer produzieren, wenn er die saubere Trennung der Stufen gewährleisten kann - vom Pflanzen übers Roden und Lagern bis zur Aufbereitung und Verladung. Konsumkartoffeln von derselben Sorte, die auch in einem Betrieb vermehrt wird, existieren in 246 Fällen und damit bei rund 9% der Vermehrungsvorhaben. In der Pflanzkartoffelproduktion dürfen auf dem Vorgewende Kartoffeln nur ausnahmsweise angebaut werden: auf 541 der zur Vermehrung angemeldeten 2.791 Flächen existieren so genannte vorgelagerte Schlagteile, die jeweils Bestandteil des betreffenden Vermehrungsvorhabens sind. Hier ist ein mindestens 3 m breiter, von Streubewuchs freier Trennstreifen unbedingt einzuhalten. Der Feldbesichtiger kontrolliert während der Wachstumsphase der Kartoffeln auch, ob Kartoffeldämme auf Vermehrungsschlägen überfahren worden sind. Wurde ein Damm überfahren, müssen die betroffenen Kartoffeln aus dem Boden entfernt werden. Zur Erleichterung des Einfahrens in die Fahrspuren hat sich die Anlage von „Einfahr-Trichtern“ bewährt: hier werden die Stauden links und rechts neben der Fahrspur auf einigen Metern entfernt.

Seit 2016 gelten aufgrund der Änderung der Pflanzkartoffelverordnung andere Anforderungen an den Feldbestand und die Beschaffenheitsprüfung bei Pflanzkartoffeln. Zertifiziertes Pflanzgut wird nun in zwei eigenständige Klassen Z/A und Z/B unterteilt. Die Unterscheidung der Virussymptome in leichte und schwere Ausprägung ist aufgehoben. Beispielsweise beträgt die maximal zulässige Virusnorm für Z/A 1% und die für Z/B 2%. Bei Schwarzbeinigkeit beträgt der Grenzwert 1,0% für Z/A und 1,2% für Z/B. Im Hinblick auf die einzelnen Änderungen verweisen wir auf die aktuell gültigen „Richtlinien für die Feldbesichtigung“.


Kontakt:
Willi Thiel
Leiter Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut
Telefon: 0511 3665-4370
Telefax: 0511 3665-4508
E-Mail:
Eric Preuß
Anerkennung von Saat- und Pflanzgut
Telefon: 0511 3665-4353
Telefax: 0511 3665-994353
E-Mail:


Stand: 12.06.2017



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