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Nachlese des 64. Grünlandtages 2016

Die sehr hohen Teilnehmerzahlen in Harsefeld und Spohle waren Beleg dafür, dass mit der Thematik „Auswirkungen der Düngeverordnung in Futterbaubetrieben“ ein aktueller Schwerpunkt beim Grünlandtag zur Diskussion stand. Die vier Fachthemen beleuchteten das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Nachdem die neuen Aspekte der Düngeverordnung dargelegt wurden, gab es praktische Hinweise zur Düngung des Graslandes und der Maisbestände sowie Hinweise zur verbesserten Fütterungseffizienz.

Eine Novellierung der Düngeverordnung ist schon seit längerer Zeit in Bearbeitung. In diesem Jahr soll sie nun in Kraft treten. Hierbei nehmen nicht nur die Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten zu, sondern auch die Anforderungen an eine ertragsangepasste Düngung und an die Einhaltung von Nährstoffsalden.

Aus dem 130-seitigen aktuellen Entwurf der Düngeverordnung fasste Herr Frerich Wilken wesentliche Eckpunkte zusammen, die den Futterbauer künftig berühren werden. Künftig gilt es, im Voraus die Düngung auf dem Grünland zu planen sowie die 170 kg N-Obergrenze bei der Ausbringung für alle organischen Düngemittel inklusiv der Gärreste aus Biogasanlangen  genauso im Blickpunkt zu haben wie die Nährstoffsalden, welche in 2018 noch weiter gesenkt werden.  Als wesentliche Botschaft stellte Herr Wilkens die Erhöhung der N-Effizienz heraus.

Welche Wege im Rahmen der Rinderhaltung beschritten werden können, um eine höhere Nährstoffeffizienz beim Tier zu bewirken, zeigte Herr Prof. Dr. Hubert Spiekers von der Bayerischen Landesanstalt auf. Beim Milchvieh sind effiziente Stellschrauben sowohl beim Erstkalbealter und der Nutzungsdauer zu sehen. Eine ausgewogene Fütterung in der Bullenmast verbessert gleichfalls die N-Effizienz. Im Allgemeinen gibt es in der Praxis aber auch erhebliche Nährstoffverluste, die im Rahmen der Verfahrenskette Anbau, Ernte, Lagerung und Fütterung auftreten. Künftig gilt es, diese Nährstoffverluste zu reduzieren. Der Referent verwies zugleich auf die Bedeutung, mehr Wissen sowohl über die Ertragsleistungen der wirtschaftseigenen Grobfutter zu haben als auch über den Futterwert inklusiv der Mineralstoffzusammensetzung von den auf den Betriebsflächen produzierten Grobfuttermittel. Auf diese Art und Weise kann ein gezielter und ggf. Phosphat- reduzierter Zukauf an Mineralfutter erfolgen.

Die praktischen Möglichkeiten zur Umsetzung der Düngeverordnung für das Grünland und für den Mais zeigten Frau Meike Backes und Herr Karl Gerd Harms (LWK Niedersachsen) auf.

Hierbei verdeutlichte Frau Backes die unterschiedliche Vorgehensweise zur N-Anrechenbarkeit aus Sicht der 170 kg-N-Regelung, der Düngeplanung und der Nährstoffbilanzierung. Um letztendlich die Nährstoffsalden einhalten zu können, kann Phosphor bei der Gülleausbringung zum limitierenden Faktor werden. Die überbetriebliche Verwertung wird in intensiven Viehhaltungsregionen an Stellenwert gewinnen, genauso wie die Separation und eine konsequent effiziente Gülleausbringung.

Herr Karl Gerd Harms verdeutlichte, dass den anspruchsvollen Forderungen der Düngeverordnung für den  Maisanbau durchaus entsprochen werden kann. Es bedarf zunächst einer guten Anbau- und Düngeplanung. Die Gülle-Unterfußdüngung hat sich gemäß langjährigen Versuchen als sehr wirksame Maßnahme zur effizienten Nährstoffnutzung aus der Gülle erwiesen. Er empfiehlt zugleich die  Anwendung von Nitrifikations-Inhibitoren zur Gülle. Somit steht den Maispflanzen der Stickstoff des organischen Düngers in der eigentlichen Wachstumsphase sicherer zur Verfügung. Durch das Nutzen moderner Anbausysteme ist auch zukünftig die Einhaltung der Düngeverordnung möglich.

 


Novellierung der Düngeverordnung – Auswirkungen auf Futterbaubetriebe

Zum 64. Grünlandtag am 11.02.2016 in Spohle wurde in der regionalen Presse berichtet. Die Formulierungen und Zitate des Artikels waren teilweise „unglücklich“ gewählt. Der Referent Frerich Wilken legt Wert auf die Feststellung, dass einige Ausdrücke in den Zitaten so nicht von ihm stammen.

Frerich  Wilken, Februar 2016


 

 


Kontakt:
Dr. Christine Kalzendorf
Beraterin Grünland, mehrjähriger Ackerfutterbau und Futterkonservierung
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Dr. Matthias Benke
Leiter Fachbereich Grünland und Futterbau
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Stand: 22.02.2016