Webcode: 01032202

Grünlandreifeprüfung 1. Mitteilung

Ackergras- Massebildung kommt allmählich voran

Mit den ersten warmen Tagen zu Monatsbeginn bekamen die Futtergräser auf dem Acker und Grünland einen sichtbaren Wachstumsschub. Im wöchentlichen Rhythmus werden wir nun über die Grasentwicklung berichten. Zunächst liegt der Fokus der Beprobung auf dem Ackergras. Lesen Sie nachfolgend mehr über den aktuellen Entwicklungsstand der Ackergräser auf den Praxisflächen.

 

Mit den ersten warmen Tagen zu Monatsbeginn kam das Graswachstum sichtbar in Schwung.

Ein allmählicher Temperaturanstieg, weiterhin kühle Nächte und regelmäßige Niederschläge sind jetzt wünschenswert, um zu einer ausreichenden Blattmassebildung unserer Futtergräser beizutragen.

Reifeprüfung der Futtergräser beginnt

Wie sich die Gräser auf dem Acker und auf dem Grünland in der nächsten Zeit entwickeln, wird aktuell im wöchentlichen Rhythmus anhand von Probeschnitten auf Praxisflächen untersucht (Abbildung 1).

Die erste Untersuchungsserie für das Ackergras startete am 06. April. Hierzu wurden fünf Praxisflächen ausgewählt, die sich in drei unterschiedlichen Klimaregionen Niedersachsens befinden. Ein besonderer Fokus gilt dabei dem westlichen Niedersachsen, da hier der Ackergrasanbau vorzugsweise zu finden ist.

In Tabelle 1 sind die aktuellen Ergebnisse aufgeführt.  Wie aus den Daten hervorgeht, ist der Entwicklungsstand der Ackergräser unabhängig der Regionen auf einem verhältnismäßig gleichen Entwicklungsstand. Die Rohfasergehalte liegen zwischen 17,2 % in der Küstenregion und 18,5 % im Raum Hannover-Braunschweig. Dass es sich bislang noch um junges Futter handelt, wird zudem anhand des hohen Rohproteingehaltes als auch anhand des noch unzureichenden Ertrages sichtbar.

In der Wuchshöhe kristallisieren sich größere Unterschiede im Entwicklungsstand heraus, was vor allem bei den drei Standorten im westlichen Niedersachsen deutlich wird.

Der interessierte Futterbauer sollte daher beachten, dass sich die Ackergrasmischungen auf den Praxisflächen sowohl in der Reifegruppe der Sorten, im Saatzeitpunkt und hinsichtlich der Düngungsmaßnahmen unterscheiden. Vor dem Hintergrund können sich daher sehr unterschiedliche Entwicklungen zeigen. Es gilt, dieses bei den nachfolgenden Prognosedaten gleichfalls zu berücksichtigen.

Wachstumsprognose

Auf Grundlage der Praxisuntersuchungen erstellt der Deutschen Wetterdienst eine Wachstumsprognose, bei welcher die künftigen Wetterdaten unter Berücksichtigung der Klimaregionen hinzugezogen werden. Die prognostizierte Wachstumsentwicklung für die 15. Kalenderwoche ist in Tabelle 2 aufgeführt. Es wird daraus sichtbar, dass vorzugsweise eine allmähliche und keine sprunghafte Grasentwicklung zu erwarten ist. Aktuell sind die Bedingungen für eine ausgewogene Massebildung in der Woche vor Ostern günstig. Wenn sich diese Entwicklung auch nach Ostern abzeichnet, sollte sich das gleichfalls positiv auf das spätere Ertragsgeschehen auswirken.

Noch kann der Erntezeitpunkt nicht vorhergesagt werden. Prinzipiell ist die Aufmerksamkeit für die eigenen Bestände zu schärfen, um sich auf den rechten Mahdzeitpunkt einzustellen.

Ausblick

Über die Ackergräser und ihre Wachstumsentwicklung werden wir künftig im wöchentlichen Turnus berichten.

Mehr Informationen zum Stand des Grünlandes erhalten Sie ab der ersten Maiwoche. Noch lohnen sich die Probeschnitte auf dem Dauergrünland im Allgemeinen noch nicht.

 


Kontakt:
Dr. Christine Kalzendorf
Komm. Leiterin Feldversuchsstation für Grünlandwirtschaft und Rinderhaltung, Beraterin Grünland, mehrj. Ackerfutterbau und Futterkonservierung
Telefon: 0441 801-428
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Dr. Matthias Benke
Leiter Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0441 801-420
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:


Stand: 11.04.2017