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Grünlandreifeprüfung 2. Mitteilung

Ackergras – Aprilwetter verzögert die Ernte

Die Mitteilungen zur Prüfung der Silierreife (1. Aufwuchs) von Ackergras geben Milchviehbetrieben eine Orientierung zur Terminierung des ersten Schnittes der Feldgrasbestände. Das sonnig-warme Wochenende nach der ersten Probenahme am 6. April hat ausgereicht, um die Entwicklung der Ackergrasbestände bis zum 12. April deutlich voranzutreiben. Die weitere Entwicklung wird durch wechselhaftes Aprilwetter bestimmt.

 

Die Mitteilungen zur Prüfung der Silierreife (1. Aufwuchs) von Grünland und Feldgras  erscheinen wöchentlich. Sie geben Milchviehbetrieben eine Orientierung zur Terminierung des ersten Schnittes der Grasaufwüchse. Dieser sollte in einem Rohfaserbereich von mindestens 21% und bis etwa 24 % erfolgen, um die Erzeugung energiereicher Grassilagen für die Milchviehfütterung zu ermöglichen.

Die Ergebnisse der zweiten  Beprobung von Ackergrasbeständen und eine Prognose der Entwicklung für die  aktuelle Woche durch den Deutschen Wetterdienst Braunschweig (DWD) werden in diesem Bericht vorgestellt.

Ergebnisse zum Ackergras

Nach einem teils sommerlich anmutenden Monatsbeginn setzte sich bereits in der Woche vor Ostern die für April typische wechselhafte und kühle Witterung durch.

Das sonnig-warme Wochenende nach der ersten Probenahme am 6. April hatte aber ausgereicht, um die Entwicklung der Ackergrasbestände bis zum 12. April deutlich voranzutreiben.

Der für eine energiebetonte Grassilage wichtigste Parameter ist der Rohfasergehalt in der Trockenmasse (XF % i.TM). Die Rohfasergehalte konnten an den fünf Prüfstandorten innerhalb von 6 Tagen deutlich von 17,0 bis 18,0 % auf Werte um 19,5 bis 20,8 % i. TM ansteigen.

Auch die Ertragslage war am 12. April mit 24,4 bis 32,2 dt Trockenmasse allgemein noch nicht befriedigend, dürfte aber bei ausreichender Bodenfeuchte deutlich zulegen, sobald die Temperaturen wieder ansteigen. Auch die in der Karwoche mit über 20 % noch hohen Eiweißgehalte (XP % i.TM) lassen eine wesentliche Ertragsentwicklung bis zur Silierreife zu.

An den Einzelstandorten wurden bisher sehr hohe Rohaschegehalte von 11,6 bis 13,2 % (XA % i.TM) ermittelt. Diese zeigen hohe Mineralstoffgehalte, z.B. Kalium, Magnesium und Phosphor im Frischgras an und werden erst mit dem weiteren Ertragszuwachs auf unter 10% reduziert werden.

Wachstumsprognose

Die Prognose des DWD beschreibt für die aktuelle Woche aufgrund anhaltend kühler und wechselhafter Witterung eine stark verzögerte Entwicklung der Ertrags- und Rohfaserzunahmen. Die meisten Standorte werden bis 20. April noch keine ausreichenden Rohfasergehalte und nur geringe bis befriedigende Ertragsleistungen ermöglichen, so dass die letzte Aprilwoche (24. – 30. April) in den meisten Fällen wahrscheinlich besser für die Feldgrasernte geeignet ist. Mit Zunahme der Rohfasergehalte nimmt der Energiegehalt jedoch ab, ebenso der Eiweißgehalt im Frischgras. Aber auch die bisher noch recht hohen Eiweißgehalte (19,8 - 21,0 XP % i.TM) sprechen für eine Ernte der Feldgrasbestände nicht vor der letzten Aprilwoche. Als Zielbereich für günstige Eiweißgehalte werden 16 - 18 XP % i.TM. angestrebt.

Die Energiedichte der Aufwüchse wird zum 20. April mit 6,6 bis 6,7 MJ NEL/kg TM angegeben. In diesem Zusammenhang sei auf folgendes hingewiesen: Da sich der Rohaschegehalt in der Energiebewertung negativ auswirkt, geht mit den zu erwartenden, deutlich reduzierten Mineralstoffgehalten als Folge des Ertragszuwachses ein verzögerter Energieabbau einher (Nutzungselastizität).

Ausblick

Die Silierung der Grasbestände ist nicht allein von den Inhaltsstoffen Rohfaser- und Rohprotein abhängig zu machen. Entscheidend sind auch die Wetterbedingungen vor und während der Grasernte. Über die tatsächliche Entwicklung der Ackergräser und ihre weitere Entwicklung bis Ende April werden wir in der kommenden Woche berichten. Erste Informationen zum Stand der Grünlandvegetation von einigen Testflächen werden dann ebenfalls vorliegen.

Die erste vollständige Grünland-Reifeprüfung erfolgt am 27. April, so dass in der ersten Maiwoche Ergebnisse und Prognosen für alle sechs Klimaregionen vorliegen.


Kontakt:
Gerd Lange
Berater Grünland und Naturschutzprogramme
Telefon: 04271 945-224
Telefax: 04271 945-222
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Dr. Matthias Benke
Leiter Fachbereich Grünland und Futterbau
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Stand: 18.04.2017