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Landessortenversuche 2017: Winterraps

Die Anbaufläche von Winterraps liegt laut den vorläufigen Zahlen des Landesamtes für Statistik in Niedersachsen bei knapp 122.000 ha und hat sich gegenüber dem Vorjahr praktisch nicht verändert. Die Erträge sind 2017 auf einem insgesamt enttäuschenden Niveau. Der Abwärtstrend in den Ertragsleistungen setzt sich somit seit drei Jahren fort. Innerhalb der Anbauregionen sind zum Teil starke Ertragsunterschiede feststellbar. Es ist leider keine Seltenheit, dass die Kornerträge unter 20 dt/ha abgesackt sind. In den Marschregionen und auf Standorten, auf denen Raps nicht intensiv in den Fruchtfolgen vorhanden ist, wird hingegen von durchschnittlichen Erträgen berichtet.

 

Wachstumsverlauf

Die Aussaat des Rapses konnte in der Regel unter guten Bedingungen erfolgen, sodass sich die Bestände vor Winter gut entwickeln konnten. Probleme traten dort auf, wo durch die Trockenheit im August die Bodenbearbeitung problematisch und keine ausreichende Keimfeuchtigkeit vorhanden war. Hier kam es zu einem uneinheitlichen Pflanzenauflauf. Überwachsene Bestände traten praktisch nicht auf, da kühle Temperaturen im Oktober das Wachstum bremsten. Der Winter wartete lediglich mit kurzen Frostperioden auf, wobei die Temperaturen kaum unter -8°C fielen; insgesamt gesehen also unproblematisch, zumal auch stärkere Wechselfröste ausblieben.

Das Wachstum im Frühjahr setzte erst richtig ab Mitte März ein, wobei warme und kühle Phasen sich wiederkehrend abwechselten. Empfindliche Nachtfröste von ca. -3 bis -5 °C traten sowohl um den 19./20. April als auch noch einmal eine Woche später und selbst noch am 9. und 10. Mai auf. Kleinräumig wird von Minustemperaturen von bis zu -10 °C berichtet. Die Kälte führte zu sehr ungünstigen Blühbedingungen, die die Aktivität der Bienen hemmten. Zum Teil kam es auch zu einem Blütenabwurf; teilweise wurde in Beständen festgestellt, dass einzelne Schotenanlagen abgeworfen wurden. Das typische Bild der Rapsvollblüte war in diesem Frühjahr mancherorts nicht erkennbar, vielmehr erstreckte sich die Blüte über einen verhältnismäßig langen Zeitraum. Weitere Ursachen für unbefriedigende Erträge könnten auch darin begründet sein, dass im Zeitraum Ende März/Anfang April ein starker Zuflug an Gefleckten Kohltriebrüsslern in den Gelbschalen erkennbar wurde. Die Bohrlöcher im unteren Stängelabschnitt schwächen die Pflanzen und bieten Eintrittspforten für Phoma und Verticillium.

Das Auftreten des Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV) wurde in vielen Beständen im Herbst und Frühjahr zwar nachgewiesen, führte letztlich aber nicht zu empfindlichen Schädigungen.

Als Resümee für die teils unbefriedigenden Erträge ist festzuhalten, dass die Frostperioden während der Blühphase und Schaderreger im Zusammenspiel als Hauptursachen anzusehen sind.


Landesssortenversuche Raps

In den Landessortenversuchen wurden zur Ernte 2017 insgesamt 26 Sorten getestet. Neben etablierten Sorten wurden auch neun neu in den Markt kommende Kandidaten aufgenommen. Neben der freiabblühenden Sorte Arabella wurden ausschließlich Hybridsorten getestet. Darunter wurden mit Mentor und Menhir im zweiten bzw. dritten Jahr zwei kohlhernieresistente Sorten sowie mit Asterion eine gegenüber dem Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV) resistente neue Sorte geprüft. In den Anbauregionen der Sand- und Lehmstandorte wurde auf den niedersächsischen Standorten mit PX 113 auch ein Halbzwerghybride getestet.

Marktleistung vorrangig berücksichtigen

Entscheidend für den Landwirt bei der Sortenwahl sind letztlich die Markterlöse, die aus Kornertrag und Ölgehalt resultieren. In den aufgeführten Darstellungen der Landessortenversuche Winterraps soll das Augenmerk vornehmlich auf die Marktleistungen der jeweiligen Sorten in den verschiedenen Anbauregionen gelegt werden. Die Preiszuschläge für hohe Ölgehalte sind daher monetär von Bedeutung. Die Ölgehalte liegen im Durchschnitt der Sorten bei 41,7 % und damit um einen Prozentpunkt niedriger als im Vorjahr. Bei den Marktpreisen wurde von einem durchschnittlichen Preis von 38,80 € je dt incl. 10,7 % MwSt. ausgegangen. Die gegenüber dem Vorjahr deutlich höher angesetzten Preise führen dazu, dass trotz schwächerer Erträge und Ölgehalte die Marktleistungen angestiegen sind. Sorten, die sich durch hohe Ölgehalte auszeichnen, können dadurch ihre ökonomische Beurteilung verbessern.

Die hier dargestellte relative Marktleistung setzt sich aus den Erträgen und den Ölgehalten inklusive Preisaufschlägen von 1,5 Prozent je Prozent Ölgehalt bei 9 Prozent Feuchte und 2 Prozent Besatz zusammen. Die unterschiedlichen Saatgutpreise von Hybrid- und Liniensorten wurden bei der Berechnung der Marktleistung ebenfalls berücksichtigt. Für Hybridsaatgut kommt ein Aufschlag von 50 € je Hektar zum Ansatz. Die Berücksichtigung dieser Mehrkosten führt in der Berechnung letztlich von der Marktleistung zur bereinigten Marktleistung.


Ergebnisse der Sorten

Auch in den diesjährigen Versuchen erreichen viele neue Sorten ein sehr erfreuliches Ergebnis. So können vor allem Trezzor, Hattrick und DK Exception sowie die gegenüber dem Wasserrübenvergilbungsvirus resistente Sorte Asterion überzeugen. In welchem Maß die guten Ergebnisse der letztgenannten Sorte auf die Resistenzeigenschaften zurückzuführen sind, muss noch weiter analysiert werden. Atora zeigte bis auf die Anbauregion Lehmböden Nordwest überdurchschnittliche Leistungen, während Nimbus in allen Regionen ein gutes Ergebnis ablieferte. Tonka,  Inventer und DK Exalte hingegen konnten ihre positiven Werte aus den Vorprüfungen nicht bestätigen.

Mit der neuen Sorte PX 113 ist auch 2017 wieder ein Halbzwerghybride auf den niedersächsischen Sand- und Lehmstandorten geprüft worden. Gegenüber der letztjährigen Halbzwerghybride erreichte sie bessere Ergebnisse, liegt dennoch insgesamt unter dem Niveau der Bezugssorten. Aufgrund der Wuchshöhe ist sie zwar standfest aber auch anfälliger gegenüber Krankheiten, wie beispielsweise Sklerotinia.

Bei den zweijährig geprüften Sorten konnte Arazzo das Vorjahresergebnis eindrucksvoll bestätigen und Attletick in allen Regionen überzeugen. Die spät abreifende Sorte Bender hingegen konnte nicht ganz an die Vorjahresergebnisse anknüpfen, zählt dennoch zweijährig betrachtet mit zu den empfohlenen Sorten. Für die Sorte Alvaro KWS trifft das gleiche zu. Bei schwankenden Erträgen vor allem in der Anbauregion Lehmböden Nordwest erreichte sie nur leicht unterdurchschnittliche Erträge. Hingegen waren die Leistungen auf den niedersächsischen Sandstandorten und auf den beiden Standorten in den Höhenlagen gut.

Bei den drei- bis mehrjährig geprüften Sorten konnte Penn die guten Ergebnisse der Vorjahre nicht in allen Anbauregionen voll bestätigen, zählt mehrjährig betrachtet in jedem Fall zu den ertragsstärksten Sorten. Über eine hohe Ertragskonstanz verfügt nach wie vor die früh abreifende Sorte Avatar, die sich ebenfalls in allen Anbauregionen gut behaupten konnte. Unterdurchschnittliche Ergebnisse hingegen erreichten die etablierten Sorten Rafiness und Mercedes, sowie die nicht in allen Anbauregionen geprüften Sorten Raptor, PT 211 und Fencer. Hybrirock konnte vor allem auf den Sandstandorten und in den Höhenlagen überzeugen. Die bislang als sehr konstant eingestufte Sorte DK Exstorm fiel ertraglich ab und erreichte lediglich in den Höhenlagen ein durchschnittliches Ergebnis; an Einzelstandorten in der Region Sandstandorte konnte sie hingegen wiederum ihr Leistungsvermögen zeigen. Die 2016 durch hohe Erträge positiv auffallende einzige freiabblühende Sorte Arabella konnte die guten Vorjahresergebnisse leider nicht wiederholen. Als Referenzsorte wird sie gegenüber den Hybriden aber weiter mitgeprüft werden.


Qualität und Eigenschaften der Sorten

Durch hohe Ölgehalte zeichnen sich generell die Sorten Raptor, Bender, Raffiness, Avatar, Tonka, Inventer, Mercedes, Fencer und Mentor aus. Neben den ertrags- und qualitätsbestimmenden Merkmalen sollte für die Sortenbeurteilung in jedem Falle aber auch die übrigen Eigenschaften der Sorten beachtet werden, wie sie in der Tabelle Eigenschaften dargestellt sind. Hier sind Parameter wie Abreifeverhalten, Standfestigkeit sowie Auswinterung und Toleranz gegenüber Krankheiten zu nennen. Bei der Standfestigkeit zeigt Hybrirock beispielsweise leichte Schwächen. Frühe Erntetermine lassen sich am ehesten mit Sorten wie Avatar, Trezzor und Hattrick realisieren.

Die Reifeverzögerung beim Stroh muss vornehmlich bei den Sorten Bender und Asterion sowie bei Nimbus, Atora, Tonka, DK Exalte, Raptor, PT211 sowie bei den Kohlhernie resistenten Sorten Menhir und Mentor beachtet werden. Die Bonitur des Merkmals Auswinterung konnte in den letzten Jahren in Niedersachsen nur eingeschränkt erfolgen; auch dieses Jahr traten keine Probleme diesbezüglich auf. Daher wurden bei der Darstellung die Ergebnisse aus Mecklenburg-Vorpommern mit einbezogen. Die sehr ertragsstarke Sorte Penn und in abgeschwächter Form Attletick zeigten dort im Winter 2016 Schwächen, was in Niedersachsen glücklicherweise nicht zum Ausdruck gekommen ist.

In der Marsch können mehrjährig die Sorten Penn und Avatar durch gute Marktleistungen überzeugen. Raffiness fällt bedingt durch schwache Ergebnisse aus 2017 mehrjährig auf ein leicht überdurchschnittliches Ergebnis. Von den zweijährig geprüften Sorten bestätigt Arazzo die sehr guten Leistungen des Vorjahres. Auch Bender kann dank hoher Ölgehalte noch überzeugen. Für diese Region können die Sorten Penn, Avatar, die im Stroh recht früh abreifende Sorte Arazzo sowie Bender unter Berücksichtigung der Reifeverzögerung im Stroh empfohlen werden. Für den Probeanbau kämen Trezzor und Hattrick als frühabreifende und Atora und Asterion mit stärkerer Abreifeverzögerung im Stroh in Frage sowie DK Exception mit mittlerer Abreife und schwachen Ölgehalten. 

Auf den Sandböden erreicht die etwas lageranfällige Sorte Hybrirock die höchsten Marktleistungen unter den mehrjährig geprüften Sorten. Penn liefert trotz Schwächen in 2017 mehrjährig betrachtet ein gutes Ergebnis. Die frühreife Sorte Avatar untermauert die guten und konstanten Leistungen der Vorjahre. Die in den letzten Jahren sehr ertragskonstante Sorte DK Exstorm konnte ihre Leistungen in 2017 nicht bestätigen, liefert im Mittel der Jahre jedoch überdurchschnittliche Marktleistungen. Das gleiche trifft auch für die Sorte Fencer zu. Von den zweijährig geprüften Sorten überzeugen Alvaro KWS, Arazzo und Bender. Attletick profitiert von den guten Vorjahresergebnissen. Von den einjährigen Sorten überzeugen die früher abreifenden Sorten Trezzor und Hattrick sowie DK Exception.

Für die Anbauregion können folgende Sorten empfohlen werden: Hybrirock, Penn, Avatar, Arazzo und Alvaro KWS sowie eingeschränkt DK Exstorm und Fencer. Für den Probeanbau bieten sich Trezzor, Hattrick und DK Exception an.

Auf den Lehmböden Nordwest schneiden unter den mindestens dreijährig geprüften Sorten Penn und Avatar  2017 am besten ab und zählen auch mehrjährig betrachtet zu den empfohlenen Sorten. Hybrirock zählt trotz aktuell leicht unterdurchschnittlicher Ergebnisse ebenfalls zu den empfohlenen Sorten. Aufgrund des starken Leistungsabfalls der Sorte DK Exstorm kann trotz der sehr guten Vorjahresergebnisse nur noch eine sehr eingeschränkte Anbauempfehlung gegeben werden. Das gleiche trifft für die Sorte Fencer zu.

Die frei abblühende Sorte Arabella hingegen konnte trotz des Ergebnisses von rel. 99 in 2017 mehrjährig betrachtet überzeugen, spielt aber auch Aufgrund von Lagerproblemen in der Praxis kaum noch eine Rolle. Von den zweijährig geprüften Sorten konnten Bender, Arazzo, Attletick sowie, bedingt durch schwächere Ergebnisse in 2017, eingeschränkt Alvaro KWS überzeugen und bieten sich für den Anbau an. Für den Probeanbau kommen in erster Linie Trezzor und Hattrick in Frage.

In den Höhenlagen erreicht die etablierte Sorte Avatar die konstantesten Leistungen und zählt damit durchaus zu den empfehlenswerten Sorten. Im Durchschnitt der Jahre ist die mehrjährig geprüfte Sorte Penn unter Berücksichtigung der Schwächen in der Winterhärte zu empfehlen. Auch Hybrirock, Fencer und DK Exstorm erhalten auf Basis der mehrjährig betrachtet überdurchschnittlichen Leistungen eine Anbauempfehlung. Von den zweijährig geprüften Sorten überzeugt vor allem Arazzo mit wiederum sehr guten Ergebnissen. Dank der guten Vorjahresergebnisse sind sicherlich auch Bender sowie mit recht konstanten guten Ergebnissen Attletick und Alvaro KWS zu empfehlen. Atora und Hattrick erreichen von den einjährigen Sorten die besten Marktleistungen; aufgrund der eingeschränkten Datengrundlage ist eine Anbauempfehlung für den Probeanbau nur sehr eingeschränkt gegeben.


Reifeverzögerung des Strohs

Die Abreife des Rapses beginnt an der Spitze der Pflanze und setzt sich nach unten hin fort. Das in die Eigenschaftentabelle erst seit kurzem aufgenommene Merkmal „Reifeverzögerung des Strohs“ beschreibt das Verhältnis zwischen Schoten- und Strohabreife. (Günstig ist es, wenn zum Zeitpunkt der Samenreife auch die Stängel einer Sorte abgereift sind). Sind die Schoten schon druschreif, aber der Stängel noch grün, können sich in der Praxis einige Nachteile bei der Ernte in Form von Druschverlusten, erhöhtem Treibstoffbedarf und feuchterem Erntegut ergeben. Bei Sorten mit einer höheren Reifeverzögerung des Strohs kann der Landwirt durch eine spätere Ernte die Nachteile nicht ausgleichen, da die Schoten dieser Sorten druschreif sind und somit ein Ausfall der Körner droht. Durch späteres Ernten erhöht sich die Gefahr zunehmender Körnerverluste; außerdem kollidiert die Rapsernte möglicherweise mit der Weizenernte.


Kohlhernie-Resistenz

Während in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern das vermehrte Auftreten der Rapskrankheit Kohlhernie seit längerem bekannt ist, zeigen sich zunehmend auch in Niedersachsen Symptome des Erregers. Grund dafür ist nicht zuletzt der in der Vergangenheit zunehmende Anbau von Winterraps und die damit verbundene Einengung von Fruchtfolgen. Die Auswirkungen eines Befalls reichen von Welkeerscheinungen über verminderten Wuchs bis hin zu Totalausfällen. Das tatsächliche Schadausmaß auf betroffenen Flächen ist jahres- und witterungsabhängig letztlich schwer vorherzusagen.

Die Erreger können im Boden sehr lange überdauern und sind nur schwer zu bekämpfen. Da die Erreger über den Transport kontaminierter Erde leicht verbreitet werden können, sind das Reinigen der Bodenbearbeitungs- und Sägeräte nicht zu unterschätzende Vorbeugemaßnahmen um ein Verschleppen in andere Schläge zu verhindern.

Neben einigen pflanzenbaulichen Maßnahmen bietet auch der Anbau resistenter Sorten eine Chance. Entsprechende Sorten vermeiden einen Befall der Rapspflanzen und reduzieren die Anzahl von Sporen im Boden. Auf bekannten Kohlhernie-Flächen sollte die Beseitigung von Ausfallraps so schnell wie möglich erfolgen, um dem Erreger keine Möglichkeit zu geben, Sporen auszubilden.

Resistente Sorten sollten daher ausdrücklich nur auf Verdachtsflächen angebaut werden, um einem möglichen Überwinden der Resistenz durch den Erreger so lange wie möglich vorzubeugen! Derzeit befinden sich mit Mentor und Menhir zwei Sorten in den Landessortenprüfungen, die auf unbelasteten Flächen nicht ganz an das normale Ertragsniveau heranreichen aber unter Befallsbedingungen einen Rapsanbau weiterhin ermöglichen. Die beiden gegen Kohlhernie resistenten Sorten sind in der bisherigen Sortenbeschreibung nicht erwähnt worden, weil sie ertraglich nicht ganz an das Ertragsniveau der leistungsstarken Sorten heranreichen. Gleichwohl ist die Prüfung dieser Sorten wichtig, um Anhaltspunkte zu gewinnen, wenn entsprechend befallene Flächen mit resistenten Sorten bewirtschaftet werden müssen.

Künftig werden in diesem Segment weitere Sorten an den Start gehen, wovon einzelne möglicherweise in die kommenden LSV-Prüfungen integriert werden. Die nicht mehr in den Prüfungen befindliche Sorte SY Alister wäre ebenfalls noch eine in Frage kommende Sorte.


LSV-Phomaresistenzprüfung 2017

Die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) organisiert gemeinsam mit den Länderdienststellen alljährlich eine spezielle Phoma-resistenzprüfung.  Die LSV-Phomaresistenzprüfung wird entweder im Rahmen vorhandener Landessortenversuche oder an einzelnen Standorten als eigenständiger Versuch angelegt. An der LSV-Phomaresistenzprüfung beteiligen sich Länderdienststellen, an denen Landessortenversuche durchgeführt werden, das JKI in Braunschweig und die Sortenförderungsgesellschaft mbH über Standorte bei Züchterhäusern in den Bundesländern, in denen die Länderdienststellen keine Prüfstandorte bereitstellen. 2017 waren 4 Standorte auswertbar. Neben den Bonituren aus den Landessortenversuchen sind diese Ergebnisse eine wichtige Information zur Beurteilung der Sorten. Dieses ist umso wichtiger, als bei den neu eingetragenen Sorten eine Beschreibung in diesem bedeutenden Merkmal durch das Bundessortenamt leider nicht mehr erfolgt.

Um die Vergleichbarkeit herstellen zu können, erfolgt in dieser Prüfung der Anbau eines anfälligen „Stammes Phoma“, an welchem die Prüfglieder gemessen werden.

Die Ergebnisse sind in der Tabelle „Eigenschaften der Rapssorten“ mit berücksichtigt worden. Die Sorten Bender, Fencer und in abgeschwächter Form Nimbus, Atora, Inventer, DK Exception, Asterion, DK Exstorm, Alvaro KWS und Raptor heben sich positiv hervor.  Erfreulich ist, dass zahlreiche neue Sorten tendenziell geringe Probleme mit Phomabefefall aufweisen.


Zusammenfassung

Für den Rapsanbau war 2017 sicherlich ein schwieriges Jahr. Die zum Teil enttäuschenden Erträge in der Praxis spiegeln sich in den dargestellten Ergebnissen der LSV nicht in dem Maße wieder. Dieses trifft vor allem auch bei der Berechnung der Marktleistung zu, die auf den Versuchserträgen beruhen.

Bei den 2017 geprüften Sorten zeigen zahlreiche neue Sorten vielversprechende Ergebnisse, die in den Folgejahren untermauert werden müssen. Die Sortenbeurteilung auf Basis mehrjähriger und mehrortiger Ergebnisse ist insbesondere nach diesem Prüfjahr sehr wichtig, da auf diese Weise stärkere Leistungsschwankungen berücksichtigt werden müssen. Konstante Leistungen bieten die Gewähr eines wirtschaftlich sicheren Rapsanbaus. Neben einer hohen Marktleistung sind die Merkmale Standfestigkeit, Abreifeverhalten, Winterhärte und Toleranz gegenüber Krankheiten wichtige Parameter der Sortenbeurteilung.


Kontakt:
Carsten Rieckmann
Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen
Telefon: 0511 3665-4357
Telefax: 0511 3665-4500
E-Mail:


Stand: 14.09.2017