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Gülleausbringung: Alte Prallteller ab 2016 verboten

Gemäß § 3 Abs. 10 der Düngeverordnung müssen Geräte zum Ausbringen von Düngemitteln den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Der Einsatz einiger Geräte, die in der Anlage 4 zur Düngeverordnung gelistet sind, war bereits seit dem Januar 2010 verboten, eine Übergangsregelung erlaubte deren Verwendung aber noch bis Ende 2015.

Mit dem Ablauf des Jahres 2015 endet diese Übergangsregelung, so dass der Einsatz folgender Geräte ab dem 01. Januar 2016 verboten ist:

  • Festmiststreuer ohne gesteuerte Mistzufuhr zum Verteiler, (kein Kratzboden, z. B. Kettenschleuderstreuer)
     
  • Güllewagen und Jauchewagen mit freiem Auslauf auf den Verteiler, (weder Vakuum noch Pumpe, z. B. Jauchewagen mit Schieber hinten am Fass)
     
  • zentrale Prallverteiler, mit denen nach oben abgestrahlt wird, (schräg stehender Prallteller alter Bauart)
     
  • Güllewagen mit senkrecht angeordneter, offener Schleuderscheibe als Verteiler zur Ausbringung von unverdünnter Gülle
     
  • Drehstrahlregner zur Verregnung von unverdünnter Gülle

Es handelt sich dabei um Techniken, deren Verteilgenauigkeit zu wünschen übrig lässt und mit denen keine pflanzenbedarfsgerechte Düngung möglich ist. Sie sind in der Regel windanfällig und gewährleisten keine ausreichende Querverteilung. In der landwirtschaftlichen Praxis haben sie seit Jahren keine Bedeutung mehr. Verstöße gegen das Verbot sind bußgeldbewehrt und Cross Compliance relevant.

Weiterhin zulässig sind alle Breitverteiltechniken, bei denen der Güllestrahl nach unten bzw. zur Seite abgestrahlt wird. Dies betrifft die in der Praxis weit verbreiteten Prallköpfe und Prallbleche. Auch Schwenkverteiler und -düsen sowie Düsenbalkensysteme können weiter eingesetzt werden, so dass auch in den nächsten Jahren Güllefässer mit Breitverteilung auf den Feldern zu sehen sein werden. Im Bereich der Mistausbringung sind weiterhin alle Streuer zulässig, die einen Kratzboden mit einstellbarem Vorschub besitzen.

Die Pflicht zum Einsatz bodennaher Techniken zur Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger, wie Schleppschlauch-, Schleppschuh- und Schlitzverteiler sieht der Gesetzgeber nach derzeitigem Kenntnisstand erst für die Jahre 2020 in stehende Ackerkulturen bzw. 2025 auf Grünland vor. Bis dahin sollte bei Breitverteilung auf günstige Witterungsverhältnisse, also möglichst niedrige Temperaturen, bedeckter Himmel, kein Wind, nachfolgende Niederschläge, geachtet werden, um unnötige Ammoniakemissionen zu vermeiden.


Kontakt:
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Düngerecht
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Düngung
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Stand: 23.12.2015