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vorläufige Nmin-Werte 2016

Durch das Nmin-Testflächennetz der Landwirtschaftskammer Niedersachsen werden die Nmin-Gehalte im Boden in den jeweiligen Bodenklimaräumen zu den jeweiligen Früchten ermittelt, so dass jeder Betrieb die Möglichkeit hat, auf die für seine Kulturen und Standorte zutreffenden Nmin-Gehalte zurückzugreifen.

Die Darstellung der Ergebnisse erfolgt in Abhängigkeit von den jeweiligen Boden-Klima-Räumen (BKR). In diesen werden Regionen mit ähnlichen Bodenverhältnissen und Klimaeigenschaften zusammengefasst. Die Flächen eines Landkreises können durchaus in verschiedenen BKR liegen, da innerhalb der Landkreise auch unterschiedliche Bodenverhältnisse vorliegen können.

Aufgrund der guten Vorwinterentwicklung von Oktober bis Dezember konnten die Pflanzenbestände zum Jahresende Stickstoff aufnehmen. Durch die überwiegend milden Temperaturen war auch eine entsprechende Mobilisierung von Stickstoff im Boden möglich. Die Niederschläge von Januar und Februar führten jedoch dazu, dass Stickstoff auch in die tieferen Bodenschichten verlagert wurde. Dieses zeigen zum einen höhere N-Mengen in der Schicht von 60 – 90 cm, aber auch die niedrigen Nmin-Werte auf den leichten Standorten (BKR 9, 46, 51 und 48, 50), die z.T. von den Werten der Vorjahre abweichen. Dieses trifft vor allem für Winterweizenflächen zu.

Winterraps
Die Werte für Raps in 0 bis 90 cm Bodentiefe liegen im Mittel der untersuchten Flächen bei 29 kg N/ha und entsprechen damit in etwa den Vorjahreswerten. Die Spannbreite ist auf fast allen Bodenarten relativ groß. Auf leichten, sandigen Böden Nordost und Nordwest (BKR 9, 46, 51 und 48, 50) liegen die Nmin-Werte bei durchschnittlich 23 kg N/ha, auf den Lehmböden bei 27 kg N/ha. Auf einer Fläche mit einer Herbstdüngung wurden 54 kg Nmin/ha gemessen. Dieses Fläche wurde bei den Mittelwerten nicht mit verrechnet. Sie gibt aber einen Rückschluss darauf, dass durch eine Herbstdüngung durchaus höhere Nmin-Werte zu erwarten sind.
Gerade im Raps ist die herbstliche Entwicklung für eine gute N-Aufnahme entscheidend. Trotz einer späten Aussaat wies der Raps infolge der wüchsigen Witterung im November und Dezember eine gute Pflanzenentwicklung und damit N-Aufnahme auf. In den Höhenlagen und auf schweren Lehmböden zeigt sich ein vergleichbares Bild. Hier liegen die Nmin-Werte im Mittel bei 31 kg und auf den Marschen etwas höher bei 39 kg N/ha..

Weizen mit Zuckerrüben-Vorfrucht
Auf Winterweizenflächen  mit Zuckerrüben-Vorfrucht liegen die Nmin-Werte auf einem mittleren Niveau. So werden auf leichten Standorten sowie den Höhenlagen 44 bzw. 45 kg Nmin/ha gefunden, auf den Lehmböden 56 kg Nmin/ha. Aber auch hier ist eine relativ hohe Streuung bei den Werten zu finden, wie z.B. auf den Lehmböden mit Spannen von 24 - 81 kg N/ha. Es ist davon auszugehen, dass trotz der etwas verspäteten Ernte 2015 bereits ein großer Teil des Rübenblattes im November-Dezember mineralisiert worden ist, so dass die Nmin-Werte bereits angestiegen sind.
In der Regel wird im Lauf der Vegetation weiterer Stickstoff aus dem Rübenblatt nachgeliefert. Unter diesen Bedingungen sollte in der kommenden Vegetation mittels Pflanzenanalysen, z.B. über Nitrachek oder andere Bestimmungsmethoden geprüft werden, ob eine weitere N-Nachlieferung aus dem Rübenblatt erfolgt. Dieses sollte bei der weiteren N-Düngung zum Weizen berücksichtigt und die Höhe der Düngung entsprechend korrigiert werden.

Weizen mit Blatt-Vorfrüchten Kartoffel, Raps, Mais
Auf Weizenflächen mit den Blattfrüchten Kartoffeln, Raps und Mais als Vorfrucht liegen die Nmin-Werte für alle Böden, mit Ausnahme der schweren Lehmböden und Höhenlagen, niedriger im Vergleich zum Vorjahr.
Auf den leichten Sandstandorten (BKR 9, 46, 51 und 48, 50) liegen die Nmin-Werte bei 27 bzw. 28 kg Nmin/ha. Die Spannbreiten liegen eng beieinander. Auch hier werden hauptsächlich Verluste durch die Niederschläge für die niedrigen Nmin-Werte heranzuziehen sein, da die leicht zersetzbaren Ernterückstände in der Regel unter den Bedingungen des letzten Herbstes bereits mineralisiert wurden.
Allein in den Höhenlagen entsprechen die Nmin-Werte von 54 kg Nmin/ha denen des Vorjahres. Dieses dürfte auf die geringe Verlagerung auf diesen Böden zurückzuführen sein.

Weizen mit Getreide-Vorfrucht
Beim Stoppelweizen liegen die Nmin-Werte auf den leichten Standorten ebenfalls deutlich niedriger gegenüber dem Vorjahr. Die Nmin-Werte liegen bei 21 kg/ha (BKR 9, 46, 51) bzw. 32 kg/ha (BKR 48, 50) und auf den Lehmböden bei 42 kg/ha (BKR 45, 47). Im Durchschnitt liegen die Nmin-Werte zwischen 15 – 20 kg unter denen des Vorjahres. Hier können sowohl die wüchsige Witterung im November zu einer höheren N-Aufnahme im Weizen, als auch die hohen Vorwinterniederschläge zu einer Verlagerung des Stickstoffs aus der durchwurzelten Zone heraus geführt haben.

Wintergerste/Winterroggen/Triticale
Bei den übrigen Wintergetreidearten - Wintergerste, Winterroggen und Triticale - liegen die Nmin-Werte zwischen 20 und 44 kg N/ha je nach Boden-Klima-Raum. Auch hier sind die Spannbreiten mit Ausnahme der Marschen recht groß.

Verteilung im Profil
Die Verteilung des Stickstoffs im Bodenprofil ist recht gleichmäßig, wobei eine Tendenz zu höheren Werten in den unteren Schichten durch Verlagerung insbesondere beim Blatt- und Stoppelweizen festzustellen ist. Ganz ausgeprägte „Bauchprofile“ mit deutlich erhöhten Werten in der tiefen Bodenschicht kommen nicht vor. Dennoch sind N-Verluste aus der untersten Bodenschicht bei weiteren Niederschlägen in den nächsten Wochen nicht auszuschließen.

Nach Bedarf düngen
Die Berücksichtigung der Nmin-Werte trägt dazu bei, die N-Düngung am Pflanzenbedarf unter Berücksichtigung des bodenbürtigen N-Angebotes auszurichten und damit Düngerkosten einzusparen. Dabei ist der Düngebedarf der Kulturen vor der Aufbringung von wesentlichen Nährstoffmengen zu Vegetationsbeginn sachgerecht festzustellen. Hierbei ist mittels der Nmin-Untersuchung die verfügbare  Stickstoffmenge auf der Schlag- bzw. Bewirtschaftungseinheitsebene zu ermitteln. Dieses muss grundsätzlich vor Aufbringen der ersten Stickstoffgabe geschehen.
Sofern keine eigenen Untersuchungen vorliegen, sollte der N-Düngebedarf anhand der vorliegenden Werte berechnet werden, in dem der durchschnittliche Nmin-Wert von dem jeweiligen Sollwert abgezogen wird.

Bei Winterraps wird der Nmin-Wert bereits zur 1. Gabe angerechnet, im Wintergetreide ist der Nmin-Wert bei der 2. N-Gabe zum Schossen abzuziehen bzw. kann bei hohen Nmin-Werten auch anteilig zur 3. Gabe angerechnet  werden. Beim Einsatz organischer Nährstoffträger sind die Nmin-Werte bei der Bemessung der 1. N-Gabe entsprechend anzusetzen.

Liegen auf eigenen Flächen abweichende Standort- oder Bewirtschaftungseinflüsse vor, so sind eigene Untersuchungen zu empfehlen. Dieses ist vor allem bei langjähriger organischer Düngung, hohen Zwischenfruchtleistungen und trockenheitsbedingten Mindererträgen mit nachfolgend hohen N-Salden der Fall.

Flächen, die organisch gedüngt wurden, liegen im Schnitt zwischen 10 bis 20 kg N/ha höher. Dieses sollte bei der Ermittlung des Düngebedarfs berücksichtigt werden. Da die Werte gerade bei organischer Düngung stark schwanken können, sind eigene Untersuchungen der Flächen zu empfehlen.

Sommergetreide und Kartoffeln
Die Nmin-Gehalte auf den für die Sommergetreidebestellung vorgesehenen Flächen (vornehmlich Sommergerste und Hafer) liegen auf den sandigen Böden in den Bodenklimaräumen 9, 46, 51 und 48, 50 im Durchschnitt der beprobten Flächen zwischen ca. 20 und 40 kg N/ha. Die langjährig organisch gedüngten Flächen weisen im Vergleich zu den Standorten ohne Viehhaltung tendenziell höhere Nmin-Werte auf, was maßgeblich auf ein höheres N-Nachlieferungspotential infolge der langjährigen organischen Düngung zurückzuführen ist. Standen Blattfrüchte als Vorfrucht vor dem Sommergetreide, können die Werte deutlich höher liegen. Dies ist vor allem beim Anbau von Braugerste bei der Bemessung der N-Düngung zu berücksichtigen, um die gewünschten Braugerstequalitäten zu erzielen. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass kein ausreichender Nmin-Probenumfang zu Braugerste vorliegt, so dass im Bedarfsfall lediglich eine eigene Untersuchung mehr Gewissheit über die Nmin-Gehalte im Boden verschaffen kann. Sommergetreideflächen auf schweren Marschböden weisen Nmin-Werte von ca. 20 kg N/ha auf und entsprechen damit in etwa dem Nmin-Niveau sandiger Böden in den Bodenklimaregionen 9, 46 und 51.
Auf den für die Kartoffelbestellung vorgesehenen Flächen (leichte Böden im östlichen und mittleren Niedersachsen sowie in den westlichen Landesteilen) liegen die Nmin-Werte auf einem vergleichbaren Niveau zu Sommergetreide. Hier werden mittlere Nmin-Gehalte (0-60 cm) von ca. 30 kg N/ha gemessen. Analog zu den Vorjahren sind die Schwankungsbreiten relativ hoch.
Im Mittel der untersuchten Kartoffelflächen entsprechen in diesem Jahr die Nmin-Gehalte auf den schweren Standorten in etwa den Werten auf den leichten Standorten im östlichen und westlichen Niedersachsen. So werden mittlere Nmin-Werte auf Marschböden von 35 kg N/ha erreicht, wobei im Gegensatz zu den leichten Standorten höhere Nmin-Gehalte in der Bodenschicht 0-30 cm gemessen wurden, was maßgeblich auf eine geringere N-Verlagerung zurückzuführen ist.

Zuckerrüben
Auch in diesem Jahr zeigt sich wie in den Vorjahren eine tendenzielle Differenzierung der Nmin-Werte zu Zuckerrüben in Abhängigkeit von der vorangegangenen Zwischenfrucht (s. Abbildung 1). Auf den leichten, sandigen Standorten (BKR 9, 46, 51) liegen die Nmin-Werte unter Zwischenfrüchten bei 37 kg Nmin/ha, ohne Zwischenfrüchte bei 26 kg Nmin/ha, wobei durch den Zwischenfruchtanbau nicht nur tendenziell höhere Nmin-Werte erreicht wurden, sondern der Stickstoff maßgeblich in den oberen Bodenschichten vorliegt. Die tendenziell höheren Nmin-Werte unter Zwischenfrüchten dürften auf eine N-Mineralisation der abgefrorenen Zwischenfrüchte zurückzuführen sein.
Gegenüber den Vorjahren liegen die Nmin-Gehalte zu Zuckerrüben in den Bodenklimaregionen 11, 34, 45 H, sowie 45 L und 47 auf einem deutlich niedrigerem Niveau, was maßgeblich auf eine Stickstoffverlagerung in tiefere Bodenschichten infolge der hohen Winterniederschläge und die geringere N-Mineralisation infolge der niedrigeren Bodentemperaturen in den letzten Wochen zurückzuführen sein dürfte (s. Tabelle 2).
Auf den Lehmböden (BKR 45 L, 47) und auch auf den schweren Böden des Hügellandes (BKR 11, 34, 45 H) liegen die Nmin-Werte analog zu den Vorjahren gegenüber den leichten Standorten auf einem höheren Niveau. Analog zu sandigen Böden führte der Zwischenfruchtanbau auf den schweren Lehmböden in den Höhenlagen zu einer tendenziellen Differenzierung der Nmin-Gehalte.

Pflanzenverfügbarer Stickstoff
Die langjährigen Versuche der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zur optimalen N-Düngung belegen einen guten Zusammenhang zwischen der optimalen N-Düngung und dem Nmin-Wert im Boden. Der pflanzenverfügbare Stickstoff kann für die Düngeplanung in voller Höhe angesetzt werden. Mit steigendem N-Vorrat im Boden im Frühjahr kann die zu düngende N-Menge reduziert werden. Zusätzlich sind bei der Düngebedarfsermittlung die Bewirtschaftungsverhältnisse auf der Anbaufläche zu berücksichtigen. Dies bedeutet, dass neben Zu- und Abschlägen für die Bestandsentwicklung der Kultur, die N-Nachlieferung der Vorfrucht (z. B. Gründüngungsvorfrucht) und die N-Nachlieferung des Standortes entsprechend zu berücksichtigen sind.

Gemäß den Beratungsempfehlungen sollte die errechnete N-Menge zu Sommergetreide in einer Gabe zur Bestellung ausgebracht werden. Hingegen ist es sinnvoll, die N-Menge zu Kartoffeln zu splitten, was sich insbesondere bei extremen Niederschlägen bewährt hat.

Die Nmin-Proben zu Mais werden in Kürze auf den dafür vorgesehenen Flächen gezogen und die Nmin-Gehalte vor der Maisbestellung veröffentlicht.


Kontakt:
Dr. Dagmar Matuschek
Pflanzenbau und Grundwasserschutz
Telefon: 0511 3665-4365
Telefax: 0511 3665-4525
E-Mail:
Tim Eiler
Düngung
Telefon: 0441 801-735
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 15.03.2016



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