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Keine Düngung auf wassergesättigten, gefrorenen oder schneebedeckten Böden

Am 01. Februar endete die allg. Sperrfrist für N-haltige Düngemittel. Bei günstigen Bodenverhältnissen können ab diesem Datum Grünland, Ackergras, sowie Wintergetreide und Winterraps mit Stickstoff versorgt werden. Grundsätzlich sollte der Ausbringzeitpunkt für die erste N-Gabe so gewählt werden, dass der Stickstoff zum Vegetationsstart zur Wirkung kommt. Dies gilt sowohl für mineralische als auch für organische Dünger. Daneben sind Aspekte der Befahrbarkeit und Bodenschonung zu berücksichtigen. Neben den fachlichen Gesichtspunkten sind aber auch rechtliche Vorschriften zu beachten.

 

Gemäß § 3 Absatz 5 der DüV dürfen stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel, worunter auch Gülle, Jauche, Gärreste und Mist fallen, nicht aufgebracht werden, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder höher als 5 cm schneebedeckt ist. Die Regelung gilt für Grünland und Ackerland gleichermaßen und soll der Abschwemmungsgefahr vorbeugen.

Die Definition für einen gefrorenen Boden lautet: ein Boden der durchgängig (d.h. die gesamte Fläche des Schlags) gefroren ist und im Verlauf des Tages nicht oberflächig auftaut.

Die Frosteindringtiefe spielt dabei keine Rolle. Damit sind Düngungen zulässig, die die Tragfähigkeit nachts gefrorener Böden ausnutzen, wenn die Flächen im Tagesverlauf aufgrund positiver Temperaturen in den Nachmittagsstunden oberflächig auftauen und die ausgebrachten Düngemittel vom Boden aufgenommen werden können.

Bei Dauerfrost, d. h. an Tagen, an denen auch tagsüber keine positiven Temperaturen erreicht werden, ist eine Düngung dagegen nicht zulässig. Informationen über die zu erwartenden Temperaturen sowie Frost- und Auftautiefen können den Agrarwetter-Internet-Seiten des DWD entnommen werden.

Besondere Vorsicht ist bei hängigen Flächen geboten. Hier besteht eine hohe Abschwemmungsgefahr, auch oder insbesondere bei nachfolgendem Tauwetter und/oder Niederschlägen.

Wassergesättigte Flächen, die daran erkennbar sind, dass sich freies Wasser an der Oberfläche befindet, scheiden für eine Düngung ebenfalls aus. Sie sind zudem ohne Bodenstrukturschäden befürchten zu müssen, nicht zu befahren. Dies gilt auch für Flächen, bei denen Schmelzwasser aufgrund des im Untergrundes vorhandenen Frostes nicht versickern kann.

Bei Schneeauflage ist eine Düngung dann verboten, wenn die Schneedecke mehr als 5 cm hoch ist. Allerdings sollte auch bei Schneehöhen unter 5 cm auf eine Düngung verzichtet werden, Zum einen muss die Sinnhaftigkeit einer Düngung auf Schnee generell bezweifelt werden, zum anderen führen solche Praktiken zu Unverständnis in der Bevölkerung und sind nicht geeignet, das Image der Landwirte zu verbessern.

Jeder Landwirt hat die Pflicht, vor einer Aufbringung von Gülle und anderen stickstoffhaltigen Düngemitteln die Aufnahmefähigkeit des Bodens zu prüfen. Ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Gewässern ist in jedem Fall einzuhalten. Bei einer Breitverteilung der Gülle beträgt dieser mindestens 3 Meter bis zur Böschungsoberkante. Zwar sind die in Grünlandregionen verbreiteten Entwässerungsgrüppen keine Gewässer in diesem Sinne, dennoch dürfen auch in die Grüppen keine Nährstoffe gelangen, denn diese würde mit Niederschlägen in die Vorfluter abgeschwemmt werden.

Verstöße gegen die Regelungen sind bußgeldbewehrt und Cross Compliance relevant. Wird festgestellt, dass Düngemittel in anliegende Gräben abgeschwemmt werden, kann dies als Straftat (Gewässerverunreinigung) verfolgt werden.

Weitere Informationen geben die örtlichen Dienststellen der Landwirtschaftskammer sowie der Prüfdienst der Landwirtschaftskammer in Oldenburg.

 


Kontakt:
Jelko Djuren
Düngerecht
Telefon: 0441 801-775
Telefax: 0441 801-778
E-Mail:
Tim Eiler
Düngung
Telefon: 0441 801-735
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Stand: 08.02.2017