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Nmin-Richtwerte 2018: Winterungen und Sommerungen

Die Nmin-Richtwerte sowohl für die Winterungen als auch für die Sommerungen 2018 stehen nun fest. Diese können für die nach neuer Düngeverordnung  zu erstellende Düngebedarfsermittlung (DBE) genutzt werden.

In diesem Jahr steht die Stickstoffdüngung ganz im Zeichen der neuen Düngeverordnung, die im Juni letzten Jahres rechtskräftig geworden ist. Im Rahmen der Düngebedarfsermittlung ist der Nmin-Wert im Boden von zentraler Bedeutung.  

Bei der nach neuer Düngeverordnung zu dokumentierenden Düngebedarfsermittlung muss der Nmin-Gehalt des Bodens verpflichtend eingerechnet werden und zwar für alle Kulturen bis auf eine Beprobungstiefe von 0 – 90 cm. Bisher war für die Sommerungen Hafer, Sommergerste, Silomais und Kartoffeln eine Nmin-Beprobungstiefe von 0 – 60 cm ausreichend. Mit der einheitlichen Festlegung der N-Bedarfswerte auf Bundesebene wurde von einer fruchtartenspezifischen Nmin -Beprobungstiefe abgewichen und die Nmin -Beprobungstiefe für alle Ackerfrüchte auf 0-90 cm Bodentiefe festgelegt.

Die Nmin-Beprobung ist inzwischen für alle Sommerungen incl. der Maisflächen abgeschlossen. Die Richtwerte können der Übersicht für die entsprechenden Boden-Klima-Räume entnommen werden. Eine Übersicht der Boden-Klima-Räume (BKR) ist dem gleichnamigen Dateianhang zu entnehmen.

Der Nmin -Vorrat im Boden ist bei der Ermittlung des N-Düngebedarfs zu berücksichtigen und hat hinsichtlich einer bedarfsgerechten N-Düngung eine zentrale Bedeutung. Bei den Nmin-Richtwerten handelt es sich jeweils um einen Mittelwert auf der Grundlage der jeweiligen Nmin-Einzeluntersuchungen (ca. 800 Proben im Jahr 2018). Naturgemäß unterliegen die Nmin -Werte oftmals größeren Schwankungen. Dieses ist im Wesentlichen auf die die Standort- und Bewirtschaftungsbedingungen zurückzuführen. Ist davon auszugehen, dass im Einzelfall die Nmin-Werte aufgrund der Standort- und Bewirtschaftungsbedingungen, wie z.B. einer langjährigen organischen Düngung oder besonderen Vorfrüchten, wie z.B. Leguminosen deutlich von den Richtwerten abweichen, ist eine eigene Nmin -Analyse immer sinnvoll und zu empfehlen, da diese die jeweiligen Standort- und Bewirtschaftungsbedingungen besser widerspiegelt.

Im Winterhalbjahr 2017/18 gab es einige Besonderheiten, über die bereits in den Ausgaben Nr. 10 und 13 der Land + Forst ausführlich berichtet wurde.

Aufgrund deutlich steigender Temperaturen und damit zunehmender Abtrocknung der Böden kann die Bearbeitung der für die Bestellung vorgesehenen Flächen entsprechend durchgeführt werden und ein entsprechendes Pflanzenwachstum zu verzeichnen.

Unter dem Einfluss der hohen Herbst- und Winterniederschläge war der Stickstoffvorrat unter den jeweiligen Winterrungen deutlich geringer gegenüber den Vorjahreswerten. Im Vergleich zu den 5-jährigen Durchschnittswerten fielen die Nmin -Werte im Frühjahr 2018 bei den Winterungen um ca. 15 – 20 kg N/ha geringer aus. Dieses war nicht nur auf den leichten Standorten, sondern auch auf den Lehmböden zu verzeichnen.  

Dort lag die Differenz zum 5-jährigen Mittel in der Regel zwischen 5 – 15 kg N/ha. Eine Ausnahme bildeten hier die schweren Böden des Hügellandes (BKR 11, 34,45). Hierbei handelt es sich vorrangig um kalte träge Böden, die sich schwer erwärmen. Die Vegetation und auch die N-Mineralisation setzen dort oft erst später im Vergleich zu den mittleren Lehmböden ein. Der Anteil dieser Böden in Niedersachsen beschränkt sich aber auf wenige regionale Bereiche, wie z.B. die Höhenlagen des Weserberglandes und die schweren Lehmböden im Bereich des Vorharzes. In diesen Regionen wurden lediglich Zuckerrüben- und Maisflächen untersucht.

Ist der Anbau einer anderen Kultur, z.B. Sommerweizen geplant, kann auf den Nmin -Wert einer vergleichbaren Kultur zurückgegriffen werden (z.B. Zuckerrüben), da beide Kulturen in etwa das gleiche Anbaufenster haben und sich damit die N-Freisetzung aus dem Boden nur unwesentlich unterscheidet.


Nmin zu Mais

Mit der Beprobung der Maisflächen wurde erst in der 3. Märzdekade begonnen. Aufgrund der z.T. stark durchgefrorenen Böden verzögerte sich der Beginn der Nmin-Probenahme in diesem Jahr. Rund 120 Maisflächen wurden in diesem Jahr untersucht. Das entspricht in etwa dem Probenumfang der letzten Jahre. Auf den leichten Standorten (BKR 9, 46, 51 sowie 48, 50) liegen die Nmin -Werte im Mittel bei 32 bzw. 38 kg N/ha. Damit weicht der Nmin -Wert in diesem Frühjahr geringfügig vom 5-jährigen Mittelwert ab.

Auf den Böden mit einem höheren N-Mineralisationspotential, den Lehmböden des BKR 45,47, sind im Mittel der untersuchten Flächen ca. 41 kg N/ha zu finden. Dieser Nmin-Wert liegt in etwa auf gleichem Niveau der übrigen Sommerungen (Sommergetreide 48 kg N/ha, Kartoffeln 45 kg N/ha und Zuckerrüben 45 kg N/ha). Der Hauptanteil des mineralisierten Stickstoffs befindet sich in der obersten Bodenschicht von 0 – 30 cm, so dass die jungen Pflanzenbestände das bodenbürtige N-Angebot gut ausnutzen können.

Auf den Marschen liegt der Nmin-Wert zu Mais mit 51 kg N/ha nur knapp unter dem 5-jährigen Durchschnittswert. Dieses ist maßgeblich auf die N-Nachlieferung und die hohe Feldkapazität dieser Standorte zurückzuführen.

Aufgrund der herbstlichen Niederschläge war es nicht immer möglich eine Zwischenfrucht vor Mais zu bestellen, so dass insgesamt weniger Zwischenfruchtschläge gegenüber den Vorjahren beprobt wurden. Eine Differenzierung zwischen den Flächen mit und ohne Zwischenfruchtanbau zeigte, wie auch schon bei den übrigen Sommerungen nur geringfügige Unterschiede in den Nmin-Werten. Das dieses nicht der Regelfall ist, zeigten einige Zwischenfruchtflächen, die nicht in den Mittelwert eingerechnet wurden. Diese wiesen z.T. deutlich höhere Nmin-Werte auf, die sich vorrangig in der oberen Bodenschicht von 0 – 30 cm abbildeten. Vermutlich sind die höheren Nmin-Werte auf eine bereits beginnende N-Mineralisation aus dem Zwischenfruchtaufwuchs zurückzuführen. Unter diesen Umständen - Zwischenfruchtanbau und organischer Düngung - kann eine eigene Nmin-Probe im Bedarfsfall auch empfehlenswert sein.

Düngebedarfsermittlung für 2018 endgültig abschließen

Mit den vorliegenden Nmin-Werten zu Mais sind die Untersuchungen für die Nmin -Richtwerte abgeschlossen und die zu dokumentierende N-Düngebedarfsermittlung kann abschließend für alle Kulturen mit den veröffentlichten Werten aktualisiert werden.

Die Dokumentation der Düngebedarfsermittlung ist ab 2018 verpflichtend und damit CC-relevant. Die Nmin -Richtwerte sind gem. der Düngeverordnung 7 Jahre nach Ablauf des Düngejahres aufzubewahren

Aus der beigefügten Tabelle können Sie die Nmin-Werte für Ihre Region entnehmen.


WICHTIG:

Wenn Sie Ihre DBE mit der von der LWK Niedersachsen zur Verfügung gestellten Excel Anwendung durchgeführt haben, können Sie die neuen gültigen Nmin Werte unkompliziert einlesen.

  • Laden Sie die Excel Datei: „LWK Nmin - Richtwerte 2018_DBE(03)“ herunter.
  • Speichern Sie die Datei auf Ihrem Computer im gleichen Ordner wie die Anwendung zur DBE.
  • Achten Sie darauf, dass der Dateiname weiterhin „LWK Nmin - Richtwerte 2018_DBE(03)“ lautet und nicht „Kopie von…“
  • Öffnen Sie die Anwendung zur DBE (die heruntergeladene Datei müssen Sie nicht öffnen).
  • Gehen Sie im Bereich Bedarf Acker oder Bedarf Acker Öko auf die Schaltfläche „Nmin aktualisieren“.
  • Es erscheint ein Fenster, in dem nach der Ziffernendung der Tabelle gefragt wird. In diesem Fall geben Sie 3 oder 03 ein.
  • Im anschließenden Fenster wählen Sie „aktuelle Werte“ aus.
  • Die neuen Werte werden automatisch eingelesen und die bereits geplanten Schläge aktualisiert.

 

 


Kontakt:
Dr. Dagmar Matuschek
Pflanzenbau und Grundwasserschutz
Telefon: 0511 3665-4365
Telefax: 0511 3665-4525
E-Mail:
Tim Eiler
Düngung
Telefon: 0441 801-735
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 12.04.2018



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