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Empfehlungen für die Stickstoffdüngung

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat auf der Basis aktueller Versuchsergebnisse ihre Stickstoffdüngeempfehlungen überarbeitet. Lesen Sie nachfolgend die Änderungen in Kürze.

Grundsätzlich ist anzumerken: Die Stickstoffdüngeempfehlungen enthalten Sollwerte, d.h. einen festen Wert für die wichtigsten Ackerfrüchte. Dieser Sollwert stellt den in den langjährigen Düngungsversuchen festgestellten Mittelwert für den Stickstoffbedarf der unterschiedlichen Kulturen dar. Mit Hilfe der empfohlenen Sollwertkorrekturen muss dieser Sollwert dann an die spezifischen Standort- und Bewirtschaftungsbedingungen angepasst werden.

  • Für Marschböden gibt es wie bisher Zuschläge bei der Stickstoffdüngung und zwar für Winterweizen 20 bis 60 kg N/ha, für Winterraps und alle Wintergetreidearten 20 bis 40 kg N/ha.
  • Auf Flächen mit langjährig organischer Düngung ist der Sollwert in der Regel um 20 kg N/ha niedriger anzusetzen. Im Maisanbau  wird bei diesen Bedingungen ein Abzug von 40 kg N/ha vorgesehen. Im Vergleich zu anderen Früchten kann Mais den aus dem Boden mineralisierten Stickstoff wesentlich besser nutzen.

Darüber hinaus beinhalten die Empfehlungen zu den einzelnen Früchten weitere Anpassungen an den Standort, die Bewirtschaftung und die Witterung. Dabei sollte die Summe der Zu- und Abschläge bei diesen zusätzlichen Anpassungen 40 kg N/ha nicht überschreiten, bei Mais nicht 20 kg N/ha.

  • Der Sollwert 200 kg N/ha für Winterraps wurde in den jüngsten Versuchen im Allgemeinen bestätigt. Bei schlechter Bestandesentwicklung im Frühjahr bzw. standortbedingter schlechter N-Nachlieferung sind Zuschläge von 20 bis 40 kg N zu empfehlen, bei guten Bedingungen können Abzüge in gleicher Höhe vorgenommen werden. Die bisherige Empfehlung, die Stickstoffdüngung zu Raps bei Erträgen über 40 dt/ha um 30 Kilo zu erhöhen, konnte in den Versuchen nicht mehr bestätigt werden.
  • Die Sollwerte für Wintergetreide sind geblieben, jedoch gibt es bei den Sollwertkorrekturen Neuerungen. Für Gerste und Triticale wird als Sollwert wie bisher 190 kg N/ha angesetzt, für Roggen 150 kg N/ha, für Futterweizen 210 kg N/ha und für Backweizen 230 kg N/ha. Diese Empfehlung gilt für alle Vorfrüchte außer Getreide. Bei Stoppelweizen sollte die N-Düngung um 20 kg/ha erhöht werden und zwar als Zwischendüngung in der Schossphase. Bei zu erwartenden niedrigen Erträgen und Trockenheit empfiehlt es sich, die Abschlussdüngung um 20 bis 40 kg N/ha zu reduzieren. Wie bei Winterraps sollte bei schlechter Bestandesentwicklung im Frühjahr bzw. standortbedingter schlechter N-Nachlieferung ein Zuschlag von 20 bis 40 kg N/ha erwogen werden, bei guten Bedingungen können bei Getreide Abzüge von 20 kg N/ha vorgenommen werden.
  • Nach Gründüngungsvorfrucht kann der Sollwert der Hauptfrucht  je nach Aufwuchsmenge und Abfriertermin der Gründüngung bis zu 20 kg N/ha reduziert werden.
  • Für Zuckerrüben gilt der Sollwert 160 kg N/ha. Bei einer standortbedingten schlechten N-Mineralisation sind Zuschläge von 20 bis 40 kg/ha anzuraten, auf fruchtbaren Böden mit hoher N-Lieferung kann der Sollwert um 20 kg/ha herabgesetzt werden.
  • Auch für Kartoffeln steht weiterhin der Sollwert 160 kg N/ha. Er ist an die verschiedenen Verwertungsrichtungen, den Standort und die Bewirtschaftungsverhältnisse anzupassen. Der Sollwert sollte bei Frühkartoffeln um 40 kg N/ha und beim Anbau von Industriekartoffeln um 30 kg N/ha je 100 dt bei einem Ertragsniveau von mehr als 500 dt/ha erhöht werden, bei schlechter Bestandesentwicklung bzw. Mineralisation um 20 kg N/ha. Abschläge von 20 bis 40 kg N/ha sind bei Pflanzkartoffeln, bei Qualitätsspeisesorten je nach Sorte sowie bei standortbedingter guter N-Nachlieferung vorzunehmen.
  • Der Sollwert 180 kg N/ha für Mais bleibt ebenfalls unverändert. Wie oben bereits erwähnt, ist bei langjährig organischer Düngung der Sollwert um 40 kg N/ha nach unten zu korrigieren. Bei standortspezifisch schlechter Nachlieferung empfiehlt sich auf Maisflächen ein Zuschlag von 20 kg, bei guten Bedingungen ein Abzug in gleicher Höhe.

Die anzurechnenden Mindestwerte für die Wirkung des Stickstoffs in organischen Nährstoffträgern finden Sie hier.


Kontakt:
Dr. Gerhard Baumgärtel
Leiter Fachbereich Pflanzenbau, Saatgut
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Stand: 26.02.2013