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Der internationale Standard ISPM Nr. 15 für Verpackungsholz - eine globale Regelung für den Verkehr mit Verpackungsholz

Verpackungen aus unbehandelten  massiven Hölzern bergen ein hohes Verbreitungsrisiko für gefährliche Schadorganismen.  Mit dem IPPC-Standard  ISPM Nr. 15  sorgt seit 2002  ein international anerkanntes Hitzebehandlungsverfahren bei korrekter Anwendung dafür, dass befallsfreies Verpackungsholz in Verkehr gebracht wird. Durch eine einheitlich angebrachte deutliche Kennzeichnung ist die Herkunft der Verpackung nachzuvollziehen.  

Das internationale Pflanzenschutzabkommen (International Plant Protection Convention= IPPC) gibt Standardmethoden (International Standard for Phytosanitary Methods=ISPM) heraus, die von den Partnerländern anerkannt und angewendet werden. Mit dem Standard ISPM Nr. 15 "Guidelines for regulating wood packaging material in international trade" wurde eine internationale Regelung der phytosanitären Anforderungen für Holzverpackungsmaterial geschaffen. Für den internationalen Handel bedeutet das eine Erleichterung, denn das behandelte und gekennzeichnete Verpackungsholz  kann ohne weitere Begleitpapiere in Drittländer ausgeführt  werden.

Kurze Zusammenfassung der Anforderungen des IPPC-ISPM Nr. 15 an Verpackungsholz

  • Neben dem IPPC-Logo und einer Registrierungsnummer ist die Behandlungsart obligatorisch (hier HT für die Hitzebehandlung).
  • Kontrollnummern oder andere Informationen zur Identifizierung bestimmter Partien können bei Bedarf hinzugefügt werden. Weitere Veränderungen im Rahmen dieser amtlichen Markierung dürfen nicht erfolgen.
  • Alle hölzernenen Bestandteile der Verpackung sind zu behandeln, auch Stauholz.
  • Die Markierung muss gut lesbar, dauerhaft und in einer gut sichtbaren Position, vorzugsweise auf mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten des Packstückes angebracht sein. Die Markierung darf nicht übertragbar sein (kein Wechselschild o.ä.).
  • Die Verwendung von roter oder oranger Farbe ist zu vermeiden, da diese für die Kennzeichnung von gefährlichen Gütern eingesetzt werden.
  • Wiederverwertetes, aufbereitetes und/oder ausgebessertes Holzverpackungsmaterial muss neu gekennzeichnet und damit bestätigt werden.

Weitere Hinweise zum IPPC-Standard ISPM Nr. 15 finden Sie in unserer beiliegenden Fachinformation und im vollständigen Text der überarbeiteten Version von 2009.   

Behandlungsverfahren nach IPPC-Standard ISPM Nr. 15:

1. Hitzebehandlung (HT)
Holzverpackungsmaterial muss entsprechend einem besonderen Zeit-Temperatur-Plan erhitzt werden und im Kern eine Mindesttemperatur von 56°C für mindestens 30 Minuten erreichen. So behandeltes Holz ist mit der Markierung HT kenntlich zu machen.

2. Methylbromid Begasung (MB) in der EU nicht mehr zulässig
Die Begasung mit Methylbromid ist in der EU seit 2008 nicht mehr zugelassen. In Drittländern, in denen die Begasung mit Methylbromid noch durchgeführt werden darf, wird diese Behandlung mit der Markierung MB kenntlich gemacht.

Aktuelle Informationen zu den Vorschriften der nicht EU-Staaten

Inzwischen erkennen viele nicht EU-Staaten (sog. Drittländer) den IPPC-Standard Nr. 15 an. Da sich die Informationen laufend aktualisieren, finden Sie an dieser Stelle einen Link zur aktuellen Ländertabelle des Julius-Kühn-Institutes(JKI), die als Bundesoberbehörde für den Pflanzenschutz alle vorliegenden Informationen sofort in die dort vorhandene Tabelle einpflegt.

Weitere Informationen zu Importbestimmungen von Pflanzen und Pflanzenteilen der einzelnen Länder finden Sie bei dem JKI Länderinformation für Nicht-EU-Staaten.

 

Umsetzung des IPPC-Standards ISPM Nr. 15 in Deutschland

Die Umsetzung des IPPC-ISPM Nr. 15 in Deutschland ist in der Pflanzenbeschauverordnung (PBVO) geregelt. Die Neufassung der PBVO tritt im Januar 2012 in Kraft.

 
Registrierungspflicht
§ 13 p (1) Nr. 1,2 PBVO
für Behandler und Verpacker, die Holzververpackungsmaterialien
nach dem IPPC-Standard ISPM Nr. 15  behandeln und / oder kennzeichnen
Registrierungspflicht
§ 13 p (1) Nr. 3 PBVO
für Reparaturbetriebe, die hölzernes Verpackungsmaterial gemäß
IPPC-Standard ISPM Nr. 15  ausbessern oder aufarbeiten.
Anzeigepflicht
§ 13 p (5)  PBVO
Händler, die nach IPPC-Standard ISPM Nr. 15  behandeltes Holz
mit dem Hinweis auf die Behandlung in Verkehr bringen,
ohne selbst die Behandlung durchzuführen, sind verpflichtet,
die Aufnahme der Tätigkeit  anzuzeigen 

 Anträge zu derartigen Registrierungen und Anzeigen werden in Niedersachsen an das Pflanzenschutzamt in Hannover gestellt. Weitere Informationen und Formulare finden Sie bitte in den Artikeln mit den Webcodes 01019474 und 01019475.

 

An dieser Stelle machen wir darauf aufmerksam, dass weitere Auskünfte nur von den für Sie zuständigen Pflanzenschutzdienststellen gegeben werden können. Eine Liste mit den zuständigen Stellen finden Sie unter nationale Landesbehörden.

 



Stand: 06.08.2013



PDF: 502/19DD5799-CEAE-375B-257C3702A38A582E.pdf - 112.850585938 KB   IPPC-Standard ISPM Nr. 15   - 113 KB