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Forstliche Förderung in Niedersachsen

Die forstliche Förderung des Landes Niedersachsen beinhaltet die Förderung des Waldbaus und die Förderung von forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen. Hier erhalten Sie einen kurzen Überblick über die geförderten Maßnahmen.

Förderung waldbaulicher Maßnahmen

Mit Wirkung vom 1. Oktober 2015 ist die neue Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen in Kraft getreten.

Die Richtlinie ist im Februar 2016 angepasst worden.

Zahlreiche Vorgaben des europäischen Wettbewerbsrechts waren zu berücksichtigen und sind deutlich sichtbar eingearbeitet. Alle staatlichen Beihilfen (= Zuwendungen) müssen von der EU-Kommission genehmigt werden, besonders auch, wenn sie ohne EU-Kofinanzierung gewährt werden.

Was hat sich geändert?

Ein erster Überblick:

Forstfachlich hat die Förderrichtlinie einige Änderungen hinsichtlich der förderfähigen Baumarten erfahren sowie als weiteren deutlichen Einschnitt den Wegfall der Förderung des forstwirtschaftlichen Wegeneubaus.

Im Einzelnen:

Die förderfähigen Baumarten sind jetzt nach ihrer ökologischen Zuträglichkeit in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Für die Baumartengruppe 1 beträgt die Zuwendung bis zu 100 %.
  • Für die Baumartengruppe 2 beträgt die Zuwendung bis zu 50 %.


Die Baumart Douglasie wird auf folgenden Standorten nicht gefördert:

  • in Nationalparken, Biosphärenreservaten oder gesetzlich geschützten Biotopen gemäß § 30 BNatSchG i. V. m. § 24 NAGBNatSchG,
  • auf Flächen von wertbestimmenden Lebensraumtypen (LRT) in FFH-Gebieten,
  • auf laubholzfähigen Standorten (z. B. naturnahe Waldmeister-Buchenwälder, Sternmieren-Hainbuchen-Stieleichenwälder) mit einer guten bis sehr guten Nährstoffversorgung (Nährstoffziffer 4+ und besser);


Neue Fördersätze:

Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft

  • bis zu 70 % bei Mischkulturen mit mindestens 50 % Laubbaumanteil
  • Ausnahme: bis zu 60 % bei Mischkulturen mit mindestens 30 % Laubbaumanteil auf bestimmten nährstoffarmen und trockenen Standorten (WET 90)
  • bis zu 85 % bei Laubbaumkulturen mit maximal 20 % Nadelbaumanteil

Erstaufforstung

  • bis zu 80 % bei Mischkulturen mit mindestens 50 % Laubbaumanteil
  • bis zu 90 % bei Laubbaumkulturen mit maximal 20 % Nadelbaumanteil
  • bis zu 100 % für reine Laubbaumkulturen


Die Einkommensverlustprämie wird nicht mehr gewährt.

Die Maßnahme "Erstaufforstung" ist durch GAK-Vorgabe zunächst bis zum 31.12.2016 befristet.

Der Neubau forstwirtschaftlicher Wege wird nicht mehr gefördert.

Für den Ausbau forstwirtschaftlicher Wege gelten in Abhängigkeit von der Betriebsgröße folgende Fördersätze:

  • Forstbetriebsfläche unter 100 ha bis zu 70 %
  • Forstbetriebsfläche unter 1 000 ha bis zu 60 %
  • Forstbetriebsfläche über 1 000 ha bis zu 42 %


Termine für die Abgabe von Förderanträgen bei der Bewilligungsstelle (Regionalstellen für forstliche Förderung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen):

bis zum 31.März des Jahres

  • Wegeausbau (forstliche Infrastruktur)
  • Strukturdatenerfassung

bis zum 30.April des Jahres

  • Bodenschutzkalkung

bis zum 30.Juni des Jahres

  • Erstaufforstung
  • Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft
  • Pflegeprämie

bis zum 30.September des Jahres

  • Wegeausbau
  • Bodenschutzkalkung
  • Erstaufforstung
  • Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft


Förderung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse (FWZ)


Der niedersächsische Privatwald ist durch Strukturmängel wie z. B. geringe Besitzgröße und Besitzzersplitterung gekennzeichnet. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt nur rd. 12 Hektar. Die strukturellen Nachteile können mittel- bis langfristig nur durch überbetriebliche Maßnahmen überwunden werden. Daher kommt der freiwilligen Zusammenarbeit der privaten Waldbesitzer in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen eine besondere Bedeutung zu. Das Land Niedersachsen unterstützt finanziell den Aufbau und die Entwicklung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse. Darüber hinaus können anerkannte forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse Fördermittel für die Betreuung ihrer Mitglieder durch Forstfachkräfte erhalten.


Erschwernisausgleich Wald

Zu diesem Thema verweisen wir auf eine gesonderte Veröffentlichung, die Sie unter folgendem Link aufrufen können: EA-Wald


Über eventuelle Ausnahmen informieren die Betreuungsorganisationen sowie die Regionalstellen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Kontaktdaten finden Sie im Anhang.


Gebühren

Die Landwirtschaftskammer erhebt für die Antragstellung Gebühren. Der Gebührenrahmen bewegt sich für die Bearbeitung von Einzelanträgen zwischen 34 und 134 € und bei der Bearbeitung von Sammelanträgen zwischen 156 und 335 €. Die genaue Höhe kann für jeden Einzelfall erfragt werden.

Nähere Auskünfte zu allen Fördermaßnahmen und zur Höhe der Gebühren erhalten Sie bei den in der Anlage genannten Regionalstellen.


Informationen werden auch auf der Internetseite des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eingestellt. Homepage ML


 


Kontakt:
Gerhard Otto
Leiter Sachgebiet Forstliche Förderung
Telefon: 0511 3665-1134
Telefax: 0511 3665-1518
E-Mail:


Stand: 23.08.2016



PDF: 18/517EC44F-FC17-24F9-C67528AE7F66E8E8.pdf - 55.7060546875 KB   Richtlinie FWZ 2014_05_19   - 56 KB  
PDF: 18/AE86D468-B01F-2DB3-4B3EF7359ADF10CA.pdf - 28.9248046875 KB   Anlage 5 Pauschalen 2015   - 29 KB  
PDF: 18/AE862CA4-B00C-956E-2194E5936AEEE2A0.pdf - 20.673828125 KB   Anlage 3 Pflanzenzahlen 2015   - 21 KB  
PDF: 18/AE85C0A9-B286-CB1A-450010B7F8CF60E7.pdf - 50.0830078125 KB   Anlage 2 WET Standorte 2015   - 50 KB  
PDF: 18/AE850DAF-B575-51C1-23C6FD9C251A4BCA.pdf - 52.1650390625 KB   Anlage 1 WET-Katalog 2015   - 52 KB  
PDF: 18/19B373C5-A9FE-74DE-65199A86DAE9234B.pdf - 32.318359375 KB   Bestandessorten Tafeln   - 32 KB