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Bullenmast - ein "neuer" Stern am Himmel?

Ist die Bullenmast eine Chance für Ackerbaubetriebe wieder in die Tierhaltung einzusteigen? Was können Mastbetriebe besser machen?

Darum ging es im Seminar der Bezirksstelle Braunschweig am 2. Dezember des vergangenen Jahres im Isenbütteler Hof in Isenbüttel.

Insgesamt wurden 5 Themenbereiche näher beleuchtet:

  • Aktuelle Markt- und Preissituation
  • Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
  • Stallsysteme und Investitionsbedingungen
  • Möglichkeiten der Agrarinvestitionsförderung für den Stallbau
  • Bullenmast als Kooperationsunternehmen

Zu Beginn der Veranstaltung ging Frau Kopka, Wirtschaftsberaterin der LWK Niedersachsen am Standort Braunschweig, intensiv auf das Markt- und Preisumfeld ein und erläuterte die Rahmenbedingungen für den Absatz des Bullenfleisches. Die derzeitige Situation stellt sich im  Vergleich zu den anderen Fleischbranchen positiver dar und lässt auf gute Absatzchancen hoffen.

Dass sich die Bullenmast durchaus rechnet, stellte der Unternehmensberater und langjährige Bullenmast-Arbeitskreisleiter Wilfried Naue der Bezirksstelle Nienburg in seinem Vortrag dar. Er ging auf die BZA-Ergebnisse seiner Arbeitskreisbetriebe ein und zeigte anschaulich die verschiedensten Einflüsse der Bullenmast auf das Unternehmensergebnis. So sind wichtige ökonomische Stellschrauben im Einkauf qualitativ guter Kälber, der Fütterung und v.a. in der Vermarktung zu sehen. Hierbei zählen die Logistik und die Preisverhandlungen mit den Abnehmern besonders.

Herr Rüdiger Fricke, ebenso Wirtschaftsberater am Standort Gifhorn, ging auf die verschiedenen Stallsysteme sowie die Investitionsbedingungen ein. In vielen Bildern und Darstellungen zeigte er anschaulich die verschiedenen Mastverfahren und Haltungsmöglichkeiten.

Im Anschluss erläuterte Herr Bernd Garbrecht-Rosenbruch, Wirtschaftsberater am Standort Braunschweig, die Möglichkeiten und Bedingungen der Agrarinvestitionsförderung bei Stallneubau.

Auf die Vor- und Nachteile einer Tierhaltungskooperation wies Herr Sönke Pfaff, Wirtschaftsberater und Fachgruppenleiter in der Bezirksstelle Braunschweig, hin. Inwiefern bei einer solchen Gesellschaft bereits bei der Gründung ein gutes Fundament gebaut und möglichen Konflikten durch die Ausgestaltung des Gesellschaftervertrages vorgebeugt werden kann, stellte er beispielhaft dar. „Tierhaltungskooperationen stellen eine rechtssichere Gestaltung für in der Tierhaltung expandierende Betriebe dar, um die Gewerblichkeit zu vermeiden. Wachstum ist so auch bei knapper Fläche mit finanziell überschaubarem Risiko (für jeden Einzelnen) möglich. Zudem nutzen sie Synergieeffekte, die eine Zusammenarbeit haben kann, voll aus, ohne dass die „Ursprungsbetriebe“ wesentliche Organisations- oder Strukturveränderungen erfahren. Die „Ursprungsbetriebe“ bleiben wirtschaftlich selbstständige Einheiten. Aber wirklich zukunftsfähig bleibt die Kooperation nur bei wirtschaftlichem Erfolg, daher muss sich die Produktionstechnik auf hohem Niveau bewegen“, stellte er heraus.

So lautete Wilfried Naues Schlussapell an die Teilnehmer: „Bullenmast ist kein „Stern am Himmel“, denn er leuchtet nicht nur kurz auf, sondern strahlt beständig und das seit Jahren. Man muss nur wollen und T-U-N, also tun“.


Kontakt:
Maria Kopka
Wirtschaftsberatung Biogas und Tierproduktion, Arbeitskreis Biogas
Telefon: 0531 28997-123
Telefax: 0531 28997-111
E-Mail:


Stand: 12.01.2016