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Anwenderschutz - Persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz

Der Umgang mit biologisch hoch wirksamen Chemikalien, wie sie in Pflanzenschutzmitteln enthalten sind, birgt für den Anwender bei ausreichender Exposition durchaus gesundheitliche Risiken. Die persönliche Schutzausrüstung ist essentiell, um diese Risiken zu minimieren. Diese Ausrüstung sollte folgende Anforderungen erfüllen:

     
      1. 

Schutzhandschuhe: feste Mehrfachhandschuhe aus
           Nitril (während der Pflanzenschutzperiode alle
           4 Wochen wechseln) gemäß Norm EN 374
           (Symbol 1 Grundschutz; 
            Symbol 2 erhöhter Chemikalienschutz).   
             

 

 

2.  Augenschutz: dicht anliegende Vollsichtschutzbrille oder Gesichtsschutz gemäß Norm EN 166.

3.  Atemschutz: partikelfiltrierende Halbmaske, z.B. FFP2, oder kombinierte Halbmaske zum     
     Schutz gegen Partikel und Gase, z.B. FFA1P2, je nach Auflage in der Gebrauchsanleitung 
     des Pflanzenschutzmittels (FF = facial filter; P+Ziffer = Schutzklasse des Partikelfilters;
     A+Ziffer = Schutzklasse des Gasfilters). FFP2 ist z.B. vorgeschrieben für die Mittel Spectrum
     Gold und Boxer, FFA1P2 z.B. für Actellic; ansonsten betreffen die Atemschutzauflagen meist 
     PSM in Raumkulturen (Obst, Gewächshaus).
 

  

  4. Schutzanzug: Standardschutzanzug Pflanzenschutz 
        gemäß Norm EN 32781 schützt gegen leichtere       
        Kontamination wie Abdrift; erhöhten Schutz, z.B. zum
        Betreten spritznasse Bestände, bieten Schutzanzüge Typ 3
        oder 4 gemäß Norm EN 14605.

 

5.  Gummischürze: muss die gleichen Anforderungen erfüllen wie ein Schutzanzug Typ 4 bzw. 
     Chemikalienschutzhandschuhe. Eine Gummischürze beim Umgang mit dem unverdünnten
     Mittel ist z.B. vorgeschrieben für Input Classic, Herold und andere gängige PSM

6.  Fußbekleidung: festes Schuhwerk, am besten Gummistiefel die die Norm EN 20345 v.a.
     hinsichtlich der Wasserdichtigkeit erfüllen.

7.  Kopfbedeckung: i.d.R. die Kapuze des Schutzanzugs, ansonsten ein breitkrempiger Hut aus
     festem Stoff.

 

Wann sollte ich welche Ausrüstung tragen?

  1. Ansetzen der Spritzbrühe/Umgang mit dem unverdünnten Mittel: mindestens Schutzanzug, Handschuhe und Fußbekleidung; Kopfbedeckung, Atemschutz, Schutzbrille und Gummischürze abhängig von der Gebrauchsanleitung des verwendeten PSM.
  2. Ausbringung in Flächenkulturen: in der geschlossenen Schlepperkabine muss bis auf die Fußbekleidung keine Schutzkleidung getragen werden, bei offener Kabine sollte zusätzlich der Schutzanzug sowie eine Kopfbedeckung getragen werden (Rest abhängig von der Gebrauchsanleitung). Sind zwischendurch Arbeiten am Gerät, z.B. Düsenwechsel, notwendig, sind ebenfalls mindestens Stiefel, Handschuhe und Schutzanzug zu tragen.
  3. Ausbringung unter Glas/in Raumkulturen: sämtliche Schutzausrüstung (bis auf die Gummischürze) ist erforderlich, da sich der Anwender mitten im Spritznebel befindet.
  4. Wiederbetreten behandelter Flächen: spritznasse Bestände oder kürzlich behandelte, taufeuchte Bestände nur mit Stiefeln und Schutzanzug betreten.
  5. Spritzenreinigung von außen: Stiefel, Handschuhe und Schutzanzug.

 

 

     


Kontakt:
Meike May
Beraterin Wasserschutz
Telefon: 0531 28997-245
Telefax: 0531 28997-241
E-Mail:


Stand: 03.03.2016