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Die Kür – gute Angebotsgestaltung im Hofcafé

Sieht einfach aus, ist es aber nicht. Das Angebot einer Hofgastronomie sollte zum Betrieb, der Region und den vorhandenen Arbeitskapazitäten passen. Keine einfache Aufgabe, wie die Praxis immer wieder zeigt.

Buchweizentorte, Butterkuchen, Rhabarberschorle, Bauernfrühstück, Schinkenplatte oder Bauernbrot, vieles passt zur Hofgastronomie. Der Regionalbezug, die persönliche Handschrift der Köchin oder des Kochs und die Herkunft der Produkte sind bei vielen Speisen und Getränken nicht erkennbar. In den Kuchentheken oder den Speisekarten findet man als Gast meist nur wenig aufschlussreiche Bezeichnungen. Das geht auch anders, ohne gleich alles neu zu erfinden.

 

Tipp 1: Rezepte überprüfen, eigene Besonderheiten hervorheben

Ob Rhabarberkuchen oder Hochzeitssuppe oder … jede Familie, manchmal auch die ganze Region, kocht und backt nach ihren speziellen Rezepten. Manche dieser Rezepte haben eine lange Tradition. So ist das Rezept für die Altländer Hochzeitssuppe anders, als das Rezept für die Hadler Hochzeitssuppe. Was unterscheidet sie? Und was zeichnet Ihre Gerichte aus? Lassen Sie es Ihren Gästen wissen.

Tipp 2: Heimat sichtbar machen

Gäste wollen wissen, woher Käse, Eier, Gemüse oder Fleisch stammen. Beschreiben Sie Ihre Gerichte detaillierter und machen Sie den Bezug zur eigenen Region deutlich. Oder kommen die Zutaten sogar vom eigenen Hof? Umso besser. Es macht einen Unterschied, ob der Schinken für die "Grafschafter Schinkenplatte" vom Bentheimer Landschwein aus eigner Aufzucht oder vom Gastrolieferanten stammt.

Tipp 3: Eigene Erzeugung und besondere Lieferanten vorstellen

Nutzen Sie eine Seite Ihrer Speisekarte um sich und/oder Ihre Familie, den eigenen Betrieb, die eigenen Erzeugnisse und ihre Werte vorzustellen. Besondere Lieferanten wie Direktvermarkter aus der Region oder kleine Manufakturen von denen Sie Waren beziehen gehören ebenfalls in diese Rubrik. Verbraucher lieben es mehr über die Herkunft der Speisen zu erfahren und die "Exotik" vor der eigenen Haustür zu entdecken.

Tipp 4: Mehrwert bieten durch Verkauf von eigenen Produkten

Die großen Supermarktketten zeigen wie es geht. Sie kombinieren immer häufiger Verkauf und Gastronomie. Drehen Sie den Spieß um. Verzichten Sie auf das eine oder andere Dekorationselement und stellen Sie ein Verkaufsregal im Gastraum auf. Ob Fruchtaufstriche oder Kekse aus eigener Produktion, Produkte anderer Direktvermarkter oder von kleinen Manufakturen, so mancher Gast ist erfreut, die gerade genossenen Produkte auch für den heimischen Tisch zu erwerben. Ein solches Verkaufsregal fördert den Umsatz und festigt den Eindruck des Gastes an einem ganz besonderen Ort eingekehrt zu sein. Doch Vorsicht: Seien Sie wählerisch bei der Auswahl der Produkte. Ein buntes Angebot an Souvenirs wirkt eher störend. Nur, wenn Produkte Ihr Profil stärken, sollten Sie in Ihrem Verkaufsregal stehen.

Tipp 5: Gäste zum Probieren animieren

Bieten Sie Probierteller zu einem attraktiven Preis an. Ein Arrangement mit Miniportionen Ihrer "Renner", "Penner" mit Neukreationen von Ihrer Speisekarte lässt Gäste mutiger werden und bietet die Gelegenheit andere Gerichte ins Blickfeld zu rücken. So mancher „Penner“ kann sich so in ein beliebtes Gericht verwandeln. Wenn nicht, streichen Sie das Gericht endgültig von Ihrer Speisekarte.

Tipp 6: "Selbst gekocht" als Marketingvorteil nutzen

Der Wunsch nach der gut bürgerlichen Küche – modern interpretiert – ist gerade in der jungen Generation am Wachsen. Die Generation „Tiefkühlpizza“ schätzt die Klassiker. Braten, Rouladen, „Butterbrote“ oder Königsberger Klopse stehen in den Trendlokalen deutscher Städte immer häufiger auf der Speisekarte. Nutzen Sie die Vorteile Ihrer Kochkunst ganz gezielt als Marketingvorteil und kommunizieren Sie dem Gast, dass bei Ihnen selbst gekocht wird.

Tipp 7: Weniger ist mehr

Gemischtwarenläden sind nicht mehr angesagt. Was im Handel schon deutliche Spuren hinterlassen hat, wird jetzt auch in der Gastronomie zum Thema. Spezialisierte Gastronomiebetriebe mit klarem Profil und begrenzter Speisekarte sind im Kommen. Immer häufiger findet man auch Lokale, die sich auf ein Thema konzentrieren.

Fazit: Mittelmäßige gastronomische Angebote ohne Profil werden schnell übersehen. Nur Angebote mit der persönlichen Note bieten die Chance, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Erfolgreich sind Bauernhofgastronomen, die das Besondere bieten.


Kontakt:
Sabine Hoppe
Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte, Bauernhofgastronomie
Telefon: 0441 801-809
Telefax: 0441 801-819
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Stand: 16.05.2018