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Marktberichte: Solide Grundlage betrieblicher Entscheidungen

Markt- und Preisberichterstattung betreibt in Niedersachsen kaum jemand so aktuell und umfassend wie die Landwirtschaftskammer.

Sie betrachtet nicht nur die landwirtschaftlichen Erzeugerbetriebe, sondern auch deren vor- und nachgelagerte Wirtschaftsbereiche. Lückenlos und zuverlässig werden die Ergebnisse eigener neutraler Preiserhebungen mit Hilfe zahlreicher Infodienste veröffentlicht. Marktberichte, Marktcharts, Statistiken und Kommentare helfen bei der Klärung komplexer Zusammenhänge und schaffen solide Grundlagen für betriebliche Entscheidungen.

Getreide
Regional und auch weltweit höhere Erntemengen als im Vorjahr brachten eine deutliche Entspannung der Marktlage bei Getreide. Im Vergleich mit 2012 sanken die erzielten Erzeugerpreise zur Ernte im niedersächsischen Durchschnitt um etwa 25 Prozent, bei Roggen und Triticale sogar um 34 Prozent. Damit fielen die Preise wesentlich stärker als sie im ertragsschwächeren Vorjahr gestiegen waren und ermöglichen für das Wirtschaftsjahr 2013/14 eine erhebliche Entlastung bei den Futterkosten der Veredlungsbetriebe. Etwas eingeschränkt wurde diese Entlastung zumindest vorläufig durch erneute Turbulenzen auf dem Sojamarkt. Die Verwendbarkeit von Weizen und Roggen als Brotgetreide ist wegen der guten Qualität kaum eingeschränkt. Die aufgrund der ungünstigen Witterung erwartete geringere inländische Körnermaisernte wird voraussichtlich teilweise durch höhere Importe von den besser versorgten internationalen Märkten auszugleichen sein.

Raps
Raps kam erstmals seit vier Jahren ebenfalls wieder unter stärkeren Angebotsdruck. Gleichzeitig geht die Verwendung von Rapsöl für die Produktion von Biodiesel wegen der Konkurrenz durch billigeres Palmöl und wegen der doppelten Anrechnung von Biodiesel aus Altspeisefetten auf die Biokraftstoffquote zurück. Der für Raps zur Ernte erzielbare Erzeugerpreis lag um 27 Prozent, unter Berücksichtigung der vorkontrahierten Mengen um 19 Prozent unter dem des Vorjahres.

Kartoffeln
Die infolge des langen Winters späte Auspflanzung und das kalte Frühjahr führten zu wesentlich niedrigeren Erträgen bei Frühkartoffeln. Auch Verarbeitungskartoffeln waren nur knapp bedarfsdeckend verfügbar. Im Zusammenhang mit den zahlreichen Presseberichten über die gestiegenen Nahrungsmittel- und darunter insbesondere die höheren Kartoffelpreise waren Klarstellungen und Beiträge zur Versachlichung der öffentlichen Diskussion gefordert.

Milchmarkt
Im zurückliegenden Jahr entwickelten sich die Perspektiven am europäischen Milchmarkt ausgesprochen positiv. Auf den Weltmilchmärkten nahmdie Nachfrage kontinuierlich zu, vor allem aus dem asiatischen Raum. In Europa und auch in Deutschland fiel die Produktion insbesondere im ersten Halbjahr deutlich hinter die Erwartungen zurück. Auch für die nächsten Monate wird eine global steigende Nachfrage bei sinkendem Angebot erwartet. Vielfach haben sich die Grundpreise für die Erzeuger an die 40-Cent-Marke angenähert oder sie sogar schon überschritten. Diesen deutlichen Preisanhebungen stehen allerdings erhebliche Kostensteigerungen gegenüber.

Fleischmarkt
An den Märkten für Veredlungsprodukte hat sich die angespannte wirtschaftliche Situation in den zurückliegenden Monaten kaum gebessert. Zwar war die Produktion von Schweinefleisch in ganz Europa rückläufig, dennoch bewegten sich sowohl die Ferkel- als auch die Schweinepreise im ersten Halbjahr 2013 angesichts der hohen Erzeugungskosten auf einem insgesamt unbefriedigenden Niveau. Die Ferkelerzeuger haben aufgrund der Einführung der Gruppenhaltung erhebliche Investitionen zu leisten. Die erwartete Verknappung des Ferkelangebotes blieb jedoch aus. Zudem gestalten sich die Ausfuhren von Schweinefleisch insbesondere in Drittländer weitaus schwieriger als in den Jahren zuvor. Die Liefermengen von deutschem Schweinefleisch nach Russland gerieten vor allem ab dem zweiten Quartal 2013 erheblich ins Stocken. Mit Blick auf sinkende Futterkosten besteht allerdings die Hoffnung, dass sich die Rentabilität in der Schweinefleischerzeugung in den nächsten Monaten wieder etwas günstiger
gestaltet.


Kontakt:
Dr. Albert Hortmann-Scholten
Leiter Fachbereich Betriebswirtschaft, Markt, Unternehmensberatung, Familie und Betrieb, Sozioökonomische Beratung
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Telefax: 0441 801-313
E-Mail:
Dr. Herbert Funk
Markt und Absatzfragen
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Stand: 01.02.2014