Lage- und Preisbericht am 18.05.
Am hiesigen Schlachtschweinemarkt entwickelte sich die Nachfrage der Schlachtunternehmen im Verlauf der 20. Kalenderwoche insgesamt relativ zügig. Am hiesigen Schlachtrindermarkt blieb es auch Mitte Mai bei ausgeglichenen Angebots- und Nachfrageverhältnissen.
Weizenernteschätzungen des USDA unter Vorjahresniveau. Ölsaaten mit Verlusten. Speisekartoffeln unverändert mit relativ fester Preistendenz.
Hohe Futterkomponentenforderungen
An den verschiedenen Futterkomponentenmärkten herrschten auch Mitte Mai fortgesetzt feste Tendenzen vor. Während sich die Forderungen für Futtergetreide minimal reduzierten, erreichten die Kurse für Ölschrote zum Monatswechsel neue Rekordhöhen. Vor dem Hintergrund einer nur geringen Versorgungslage vieler Futtermittelhersteller blieb es bei stetigen Bedarfskäufen, die die ohnehin enge Versorgungslage auf den lokalen Märkten weiter schmälert. Für notwendige prompte Lieferungen werden vielfach entsprechend zusätzliche Aufgelder verlangt. Ursache der insgesamt überaus festen Marktlage sind u. a. reduzierte Ernteschätzungen in Südamerika sowie geringere Sojabohnenanbauflächen in den USA. Umfangreiche Käufe auf den Weltmärkten, insbesondere aus China, sorgten zusätzlich für steigende Börsenkursnotierungen und höhere Kassapreise für Soja- aber auch Rapsprodukte.
Anziehende Schweinepreise
Am hiesigen Schlachtschweinemarkt entwickelte sich die Nachfrage der Schlachtunternehmen im Verlauf der 20. Kalenderwoche insgesamt relativ zügig. Das dem gegenüberstehende Angebot fiel nicht zu umfangreich aus und entsprach im Wesentlichen dem Bedarf. Unverändert stabile Schweinepreise waren im Wochenverlauf die Folge. In der neuen Schlachtwoche erwarten die Marktbeteiligten eine belebtere Nachfrage im Vorfeld des Pfingstfestes. Gleichzeitig dürften die verfügbaren Mengen schlachtreifer Schweine nicht zu groß ausfallen. Mit ansteigenden Schweinepreisen ist somit zu rechnen. Für die Schlachtwoche vom 18. bis zum 24. Mai 2012 nennt die VEZG einen Schweinepreis in Höhe von 1,68 €/Indexpunkt. Das sind 5 Cent mehr als eine Woche zuvor.
Stabile Kurse für Schlachtrinder
Am hiesigen Schlachtrindermarkt blieb es auch Mitte Mai bei ausgeglichenen Angebots- und Nachfrageverhältnissen. Das nicht zu groß ausfallende Angebot an Jungbullen konnte vollständig am Markt platziert werden. Zwar versuchte man auf Vermarkterseite mitunter erneut, die Auszahlungspreise für männliche Gattungen zu drücken, doch gelang dies in der Regel kaum. Für weibliche Schlachttiere fielen die Angebotsmengen nur sehr überschaubar aus, so dass es bei sehr stabilen Auszahlungspreisen blieb. Am Mittwoch, 16. Mai 2012, nannte die VEZG bundesweit für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis in Höhe von 3,75 €/kg SG. Das war ebenso viel wie am vorangegangenen Donnerstag. Für Kühe der Klasse O3 (310 kg) blieb es bei bisherigen Kursen in Höhe von 3,17 €/kg SG.
Niederschläge verringern Sorgen um die kommende Getreideernte
Alterntiges Getreide bleibt auch in den kommenden Wochen knapp. Im Hinblick auf die kommende Ernte haben die Niederschläge der vergangenen Tage offenbar eine leichte Entspannung gebracht.
Die Welt-Weizenernte 2012/13 wird der ersten USDA-Schätzung zufolge mit etwa 678 Mio. t um 17 Mio. t unter dem Ergebnis des laufenden Wirtschaftsjahres bleiben. Da man mit einem um 8 Mio. t schrumpfenden Verbrauch rechnet, sollen sich demnach die Lagervorräte in 2012/13 um etwa 9 Mio. t verringern. Beim übrigen Getreide hält man wegen des kräftigen Wachstums der Maiserzeugung derzeit eine Gesamternte von 1,228 Mrd. t für wahrscheinlich. Das wären 86 Mio. t mehr als in 2011/12. Wegen einer prognostizierten höheren Futtergetreidenachfrage dürften die Lagervorräte beim übrigen Getreide aus heutiger Sicht aber nur um gut 23 Mio. t zunehmen. Die quer durch Europa aufgetretenen erheblichen Auswinterungsschäden sollen bei der Erstellung dieser Zahlen berücksichtigt worden sein.
Raps mit Kursabschlägen
Bei den Ölsaaten steht dem aktuell sehr angespannten Markt die Aussicht auf eine demnächst wieder etwas bessere Versorgungslage gegenüber. Ein wesentlich umfangreicheres Sojaangebot wird wahrscheinlich aber erst ab Frühjahr 2013 zur Verfügung stehen. Die Rapskurse fielen ebenfalls wieder ein Stück zurück. Nachdem die mäßigen Ernteaussichten bereits eingepreist waren konnte auf der Käuferseite wohl wieder etwas mehr Optimismus Platz greifen.
Speisekartoffeln ohne Schwächen
Der Markt zeigt weiterhin keine Schwächen, obwohl nach wie vor Speisekartoffeln aus hiesigen Lägern angeboten und auch aufgenommen werden. Der Anteil alterntiger Kartoffeln wird inzwischen aber auf nur noch knapp 20 % geschätzt. Verarbeitungsware fällt kaum noch an. Der Anteil absortierter Kartoffeln ist auf unter 10 % gesunken. In Kisten und gekühlt gelagerte Ware ist noch von ansprechender Qualität und kann sich durchaus noch einige Wochen behaupten.
Bei den importierten Frühkartoffeln nehmen jetzt neben den Lieferungen aus Zypern auch solche aus Israel und Ägypten zu. Herkünfte aus Süditalien komplettieren das Angebot. Frühkartoffeln aus Spanien sind noch nicht am Markt in Norddeutschland. Wegen einer offenbar um etwa 15 % geringeren Anbaufläche wird allerdings auch im weiteren Verlauf von dort kein größerer Angebotsdruck erwartet.
Erste unter Folie angebaute Frühkartoffeln wurden im Burgdorfer Raum gerodet und zu 62 – 72 €/dt vermarktet. Im Direktabsatz und im Kleinverkauf werden allerdings auch höhere Erlöse erzielt. Begünstigt durch die Spargelsaison tendiert die Nachfrage momentan recht freundlich.




