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Sortenwahl im ökologischen Körnerleguminosenanbau

Die Anbaubedeutung der Körnerleguminosen schwindet, daran gibt es keine Zweifel. Auf kaum mehr als 500 ha LN wird die mit Ackerbohnen bestandene Fläche in Niedersachsen geschätzt. Gemeint ist damit die Gesamtfläche, d.h. ökologisch und konventionell geführte Bestände. Noch deutlich geringer ist die Anbaubedeutung von Lupinen. Der Anthracnoseeinbruch vor einigen Jahren hat den Anbau der anspruchslosen Gelben Süßlupine völlig zum Erliegen gebracht. Die Blaue vermochte bisher nicht ähnliche Ausbreitung zu erlangen. Mit rückläufiger Anbaubedeutung auf höherem Niveau hat auch die Körnererbse zu kämpfen. Kein Wunder dass vor diesem Hintergrund auch die Zahl der Neuzulassungen beim Bundessortenamt (BSA) seit Jahren rückläufig ist. Zuchtunternehmen ziehen sich aus diesem Marktsegment erkennbar zurück.

Für ökologisch wirtschaftende Betriebe eine fatale Entwicklung, stellten in der Vergangenheit doch Körnerleguminosen einen erheblichen Anteil an der Fruchtfolge. Kein Zweifel, der Anbau, ganz besonders der Erbse birgt inzwischen hohe ertragliche Risiken. Betrachtet man beispielsweise die durchschnittlichen Erträge der Erbse in Öko-Landessortenversuchen (LSV) der letzten 12 Jahren, so schwankten sie zwischen 17 und in der Spitze 54 dt/ha. Ähnlich verhält es sich auch bei Ackerbohnen und Lupinen, allerdings nicht in dieser enormen Schwankungsbreite. Ein Bild, das in ähnlicher Weise  auch in der Praxis anzutreffen ist.  Vor allem auf langjährig ökologisch bewirtschafteten Feldern tritt dieses Phänomen verstärkt auf. Für Praxis aber auch Beratung ergeben sich dadurch viele Fragen. Liegt es an dem in Bio-Betrieben besonders häufigen Anbau von Leguminosen? Gibt es möglicherweise negative Beeinflussung  der verschiedenen Leguminosenarten untereinander? Sind u.U. viehlose Betriebe davon weniger stark betroffen als viehhaltende?

Nun könnte man meinen, dass vor diesem Hintergrund das Angebot knapp und die Erlöse hoch seien. Das ist leider nicht in der zu erwartenden Höhe der Fall. Mit Erlösen um 28 €/dt ist vor dem Hintergrund stark schwankender Erträge bisher kein Staat zu machen. Das hohe Ertragsrisiko schreckt viele. Die legume N-Bindung und deren Beitrag zur N-Versorgung der Nachfrucht (ca. 30 - 40 kg/ha) kann dies kaum ausgleichen.

Erstaunlich hohe und sichere Erträge lassen sich aber auf Schlägen erzielen, auf denen Leguminosen bisher keine oder nur eine geringe Anbaubedeutung hatten. Auf solchen Flächen, auch Umstellungsflächen, lassen sich höchst erfreuliche Erträge erzielen. Betriebe, die konventionelle Flächen hinzupachten, sollten diese für den Leguminosenanbau in Betracht ziehen.

Leider waren die beiden niedersächsischen Öko-Landessortenversuche 2009, je ein Ackerbohnen- und ein Körnererbsenversuch, wegen viel zu hoher Grenzdifferenzen erneut nicht auswertbar. Aus diesem Grund wurden im anliegenden Bericht die wenigen benachbarten Untersuchungen mit in die Betrachtung einbezogen, ohne dass sich daraus Empfehlungen ableiten ließen.

Knöllchenbakterien an einer Ackerbohnenwurzel


Bild: Knöllchenbakterien an einer Ackerbohnenwurzel


Ergebnisse zu weiteren Versuchen im Ökologischen Landbau finden Sie auch unter: Öko-Versuche

Bio-Saatgut ist vorgeschrieben

Auch nach der Novellierung der EG-Verordnung Ökologischer Landbau gilt weiterhin, dass grundsätzlich nur Bio-Saat- und Pflanzgut zu verwenden ist. Einen guten Überblick über das bundesdeutsche Gesamtangebot erhält man schnell und tagesaktuell im Internet. Unter www.organicXseeds.de, einer speziell für den deutschen Markt entwickelten Datenbank, sind alle ökologisch erzeugten, vertriebsberechtigten Saatgutpartien sortenspezifisch aufgelistet. Ist dort kein Saatgut der gewünschten Sorte gelistet, darf, nach Antrag bei der Kontrollstelle auch konventionell erzeugte, ungebeizte Ware zum Einsatz kommen.


Kontakt:
Markus Mücke
Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-1378
Telefax: 0511 3665-991378
E-Mail:
Armin Meyercordt
Leiter Fachbereich Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-1394
Telefax: 0511 3665-991394
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Stand: 18.02.2010



PDF: 346/DFC95F44-237D-EEBF-5E75F8BD4777C7F8.pdf - 195.42578125 KB   Oeko-Körnerleguminosen 2009   - 195 KB