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Ergebnisse Landessortenversuche Öko-Sommerweizen 2015

Vielen Biobetrieben dürften die Gelbrostjahre 2014 und 2015 noch in schlechter Erinnerung sein. In weiten Teilen Niedersachsens und auch im übrigen Bundesgebiet kam es zu starken Gelbrostbefall in Winterweizen, Dinkel, Wintertriticale und auch Sommerweizen. Stark mit Gelbrost befallene Sorten reagierten mit erheblichen Blattverlusten und später auch Ährenbefall. Deutliche Ertragseinbußen waren die Folge. Der epidemieartige Gelbrostbefall wurde in beiden Jahren durch neue wärmeangepasste Gelbrostrassen verursacht. Dabei dominierte die sogenannte „Warrior-Rasse“, welche gleich mehrere verschiedene in den Sorten vorhandene Gelbrost-Resistenzen durchbrechen kann.

Zudem förderten die letzten beiden milden Winter eine frühe Infektion und eine hohe Sporenausbildung. Kühle Frühjahrsnächte mit Taubildung begünstigen eine weitere zügige Vermehrung des Gelbrostes.

Nach zwei starken Befallsjahren ist nicht mehr von Ausnahmejahren auszugehen. Auch das Julius-Kühn-Institut warnt davor, dass es sich beim Gelbrost nicht um ein zeitlich begrenztes Phänomen handeln wird.

Die wichtigste Gegenmaßnahme ist die Auswahl von Sorten mit einer geringen Gelbrostanfälligkeit. Da sich die Gelbrostrassen permanent anpassen, sollte im Anbau nicht nur auf eine Sorte gesetzt werden. Zur Risikostreuung sind mindestens zwei, besser drei als gesund eingestufte Sorten in den Anbau zu nehmen. Zudem sind die jährlich aktuellen Empfehlungen aus den Öko-Landessortenversuchen zu berücksichtigen.

Die Ergebnisse der Landessortenversuche Sommerweizen 2015 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.

Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter:  Öko-Versuche

Saatgut aus ökologischer Erzeugung

Laut der EG-Verordnung Ökologischer Landbau gilt , dass grundsätzlich nur Bio-Saat- und Pflanzgut zu verwenden ist. Einen guten Überblick über das bundesdeutsche Gesamtangebot erhält man schnell und tagesaktuell im Internet. Unter www.organicxseeds.de sind alle ökologisch erzeugten, vertriebsberechtigten Saatgutpartien sortenspezifisch aufgelistet. Ist dort kein Saatgut der gewünschten Sorte gelistet, darf nach Antrag bei der Kontrollstelle auch konventionell erzeugte, ungebeizte Ware zum Einsatz kommen.

 

 


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
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Stand: 02.02.2016