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Ergebnisse Landessortenversuche Öko-Sommergerste 2015

Beim Anbau von Öko-Sommergerste ist häufig die Erzeugung von Braugerste das Ziel. Da in der Regel von der abnehmenden Hand bestimmte Sorten für die Verarbeitung favorisiert werden, sollte mit Ihnen im Vorfeld die Sortenwahl abgestimmt werden. Neben Hektolitergewicht und Siebsortierung spielt in erster Linie der Proteingehalt bei der Vermarktung eine zentrale Rolle.

Um die Brauqualität nicht zu gefährden, ist die Stellung in der Fruchtfolge und das N-Mineralisierungspotential auf den Anbauflächen zu beachten. Zu hohe Rohproteingehalte wirken sich qualitätsmindernd auf Malzlösung und Extraktgehalt aus. Die Obergrenze liegt bei 11,5 % Rohprotein. In Oldendorf II und Hessen werden im Schnitt optimale Werte von 10,7 bzw. 10,5 % im Anbaujahr 2015 erreicht. Dagegen bewegt sich in Wiebrechtshausen der durchschnittliche Rohproteingehalt mit 11,4 % nahe an der Obergrenze. Einzelne Sorten liegen sogar darüber. Aber auch zu niedrige Rohproteingehalte unter 9 % können sich negativ unter anderem auf Geschmack und Schaumstabilität des Bieres auswirken. In den Öko-Sortenversuchen sind allerdings so niedrige RP-Werte in den zurückliegenden Jahren kaum aufgetreten.

Selbstverständlich können alle als Braugerste angebauten Sorten auch zur Fütterung eingesetzt werden. Bei der Verwendung als Futter ist allerdings ein höherer Proteingehalt erwünscht, verbunden mit einer möglichst hohen Ertragsstabilität.

Auf dem lehmigen Standort Wiebrechtshausen wurde 2015 mit knapp 60 dt/ha wieder ein sehr gutes Ergebnis eingefahren. Auf dem etwas leichteren Standort Oldendorf II fielen die Erträge mit durchschnittlich 50 dt/ha ebenfalls hervorragend aus. Im hessischen Alsfeld konnte mit 64 dt/ha sogar ein Spitzenergebnis eingefahren werden.

Die Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Sommergerste 2015 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.

Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter:  Öko-Versuche

Saatgut aus ökologischer Erzeugung

Laut der EG-Verordnung Ökologischer Landbau gilt , dass grundsätzlich nur Bio-Saat- und Pflanzgut zu verwenden ist. Einen guten Überblick über das bundesdeutsche Gesamtangebot erhält man schnell und tagesaktuell im Internet. Unter www.organicxseeds.de sind alle ökologisch erzeugten, vertriebsberechtigten Saatgutpartien sortenspezifisch aufgelistet. Ist dort kein Saatgut der gewünschten Sorte gelistet, darf nach Antrag bei der Kontrollstelle auch konventionell erzeugte, ungebeizte Ware zum Einsatz kommen.

 


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
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Stand: 08.02.2016