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Broschüre: Maschinenvorführung "Stalltechnik - füttern und einstreuen"

Auf Betrieben mit Rindviehhaltung sind die Grundfutterentnahme und -vorlage sowie das Einstreuen von Tiefställen und Liegeboxen wichtige und zeitintensive Arbeiten. Aus arbeitswirtschaftlichen und Kostengründen stellt sich die Frage nach der richtigen Technik. Der Markt bietet dazu eine Vielzahl von Techniken an.

Bei der Maschinenvorführung "Stalltechnik - füttern und einstreuen" am 17. März 2016 in Stotel wurden eine ganze Reihe von verschiedensten Maschinen und Geräten zum Thema im praktischen Einsatz vorgestellt.

Die Broschüre zur Maschinenvorführung Stalltechnik listet alle vorgeführten Maschinen mit ihren technischen Daten, einer Preisübersicht und der Bezugsquelle auf.

Schauen Sie sich dazu auch unseren Videobericht über die Maschinenvorführung in Stotel an.
 



Grundfutterentnahme und -vorlage
Für die Grundfutterentnahme aus dem Silo eignen sich Greifschaufeln, Schneidzangen, Schneidschaufeln und Siloblockschneider, die an Schlepper, Teleskoplader oder Radlader angebaut sind. Sie dienen zum Befüllen von Verteilfahrzeugen bzw. für das Absetzen von Siloblöcken auf dem Futtertisch oder auf befestigten Boden zur späteren Aufnahme durch Verteilgeräte.

Bei der Siloentnahme hinterlassen Schneidzangen, Schneidschaufeln und Siloblockschneider eine feste und glatte Anschnittsfläche am Silo. Beim Einsatz einer Greifschaufel ist die Anschnittsfläche fest aber nicht so glatt. In der Regel kommt aber auch hier nicht zu Nacherwärmungen, wenn die Silage gut verdichtet und gärstabil ist. Greifschaufeln und Schneidschaufeln haben den Vorteil, dass sie sich ohne zusätzlichen Aufwand nicht nur zur Befüllung von Futtermischwagen mit Grundfutter sondern auch mit Kraftfutter eignen. Um auch mit Schneidzangen Schüttgüter aufnehmen zu können, gibt es Einlageschaufeln zur Zinkenabdeckung.

Zu den Geräten mit denen nur Grundfutter im Stall vorgelegt werden kann, gehören die Block- und Futterverteilwagen. Der Blockverteilwagen nimmt vorher ausgeschnittene Siloblöcke über eine Heckklappe auf, transportiert sie in den Stall, löst sie auf und legt das Futter den Tieren vor. Futterverteilwagen werden dagegen mit Front-, Teleskop- oder Radlader fremdbefüllt. Geschieht dies gleichmäßig, gibt es durch die Dosierwalzen beim Futteraustrag einen gewissen Mischeffekt.

Ballenschneider mit Netz- und Folienhalter werden eingesetzt, um in einem Arbeitsgang und ohne Handarbeit eingewickelte Rundballen zu teilen sowie die Folie bzw. das Netz festzuhalten.

Viele Möglichkeiten beim Futtermischen
Das Mischen verschiedener Futterkomponenten zu einer Mischration ist auf vielen Betrieben Standard. Bei den dazu erforderlichen Futtermischwagen gibt es erhebliche technische Unterschiede. Je nach den Einsatzbedingungen vor Ort gilt es deshalb die jeweils optimale Version zu wählen. Die Wahl des passenden Mischsystems ist von einer Vielzahl verschiedener Kriterien abhängig. Bezogen auf die Zerkleinerungswirkung sind Schneckenmischer mit liegenden und stehenden Schnecken gut geeignet. Dieses Mischsystem kommt deshalb für strukturreiche Futtermittel in Frage. Hilfreich ist bei Futtermischwagen mit stehenden Schnecken die Ausstattung mit Gegenmesser, die mechanisch bzw. hydraulisch verstellbar sind.

Bei strukturarmen und feuchten Futterkomponenten sind wegen der Futtervermusung eher Mischwagen mit stehenden Mischschnecken zu empfehlen. In Bezug auf die Futtervermusung und Leistungsbedarf sind die Paddel- und Haspelmischer auch als sehr gut zu beurteilen.

Bei Futtermischwagen mit Schnecken kann von einer Nutzung des Gesamtvolumens von etwa 90 % und bei Futtermischwagen mit Haspel oder Paddel von 80 % ausgegangen werden. Daraus ergibt sich, dass ein Futtermischwagen mit Schnecken bei gleicher vorzulegender Futtermenge etwas kleiner sein kann als ein Futtermischwagen mit Haspel- oder Paddel. Je mehr eine Futterration in Richtung Totalmischration (TMR) aufgewertet wird, desto weniger Kühe können bei gleichem Fassungsvolumen versorgt werden. Als Richtwert kann hier für TMR angenommen werden, das bei einmal täglicher Vorlage 6 bis 8 Kühen pro m3 Fassungsvolumen versorgt werden können.

Wiegen der Futterkomponenten ist nötig
Für die exakte Erstellung einer Mischration ist eine Wiegeeinrichtung am Futtermischwagen notwendig. Häufig kommen elektronische Wiegeeinrichtungen zum Einsatz, bei der die Futterkomponenten während des Befüllens addiert werden. Etwas komfortabler sind programmierbare Wiegeinrichtungen, mit denen eine große Anzahl an Mischrezepten abgerufen werden kann. Zu beachten ist, dass auch bei einsetzender Dämmerung oder bei Dunkelheit die Ziffern lesbar sein müssen. Deshalb sollte das Display beleuchtet und mit großen Ziffern ausgestattet sein. Befindet sich das Display auf dem Befüllfahrzeug, ist die Zifferngröße von geringerer Bedeutung. Zudem sollte das Display drehbar sein, damit beim Befüllen die Zahlen im Sichtfeld liegen.

Wie das Futter in den Trog kommt
Der Austrag des Futters aus dem Futtermischwagen kann über einen Schieber oder Förderband erfolgen. Ein Förderband hat den Vorteil, dass das Futter etwas weiter weg vom Futtermischwagen und etwas gleichmäßiger abgelegt wird, so dass die Gefahr des Futterüberfahrens geringer ist. Nachteilig ist, dass das Förderband zusätzliche Kosten verursacht.

Der Futteraustrag kann bei vielen Futtermischwagen wahlweise vorne, seitlich oder hinten angeordnet sein. Möglich ist es jedoch auch, den Futtermischwagen mit mehreren Austragsöffnungen auszustatten. Wegen der besseren Sicht bei der Futtervorlage ist es vorteilhaft, wenn der Futteraustrag vorne am Futtermischwagen angeordnet ist. Diese Ausführung ist allerdings bei einem Stichfuttergang nachteilig, da dann im hinteren Trogbereich kein Futter abgelegt werden kann.

Fremd- oder Selbstbefüller, was ist richtig?
Auch die Frage, ob ein Futtermischwagen als Fremd- oder Selbstbefüller die richtige Lösung ist, muss entsprechend den betrieblichen Einsatzbedingungen entschieden werden. Beim angehängten Futtermischwagen als Fremdbefüller sind ein Schlepper vorm Futtermischwagen und ein Befüllfahrzeug erforderlich. Selbstbefüller, ob angehängt oder als Selbstfahrer nehmen das Grundfutter mit einer Fräse, einer Walze oder einem Schneidschild auf. Selbstbefüller haben den Vorteil, dass die Befüllung direkt am Futterlager erfolgt und somit die Silo- und Hofflächen sauberer bleiben. Vorteilhaft sind sie auch, wenn die Entfernungen zwischen den Lagerstätten der Futterkomponenten so groß sind, dass sich das umständlichere Umsetzen eines Futtermischwagens mit Fremdbefüllung nicht lohnt. Dies ist besonders dann der Fall, wenn auf mehreren Hofstellen bzw. Betrieben gefüttert werden muss.

Selbstfahrer gewinnen an Bedeutung
Die Überlegung ob ein Selbstfahrer die richtige Entscheidung ist, kann nicht nur an der Kuhzahl festgemacht werden. Je nach einzelbetrieblichen Bedingungen gibt es deutliche Unterschiede beim Arbeitszeitbedarf und bei den jährlichen Kosten. Kurze Fahrwege, wenig Mischungen bei einer guten Ausnutzung des Behältervolumens und ein hoher Grasanteil etc. sprechen für den angehängten Futtermischwagen mit Fremdbefüllung. Weite Fahrwege, mehrere Lager- bzw. Hofstellen, viele kleinere Mischungen und ein hoher Maisanteil sind dagegen vorteilhaft für den für den Einsatz von Selbstfahrern. Darüber hinaus spielen Argumente wie der Arbeitskomfort, die baulichen Gegebenheiten oder die vorhandene Fahrzeugausstattung eines Betriebes eine erhebliche Rolle.

Erleichterungen beim Futteranschieben
Das mehrmals tägliche Anschieben des vorgelegten Futters fördert die Futteraufnahme der Tiere und führt zu geringeren Futterresten. Das Anschieben des Futters sowie das Reinigen des Futtertisches sind körperlich anstrengende und zeitintensive Arbeiten. Der hierfür erforderliche Aufwand hat aufgrund von Bestandsaufstockungen auf vielen Betrieben deutlich zugenommen. Um das Futteranschieben zu erleichtern bieten sich beispielsweise an Trägerfahrzeuge angebaute Radialbesen, Schiebeschilder, Kehrreifen oder Schnecken an. Die Arbeitsbreiten liegen zwischen 0,90 und 2,00 m. Alternativ dazu gibt es auch Roboter, die vollautomatisch und somit zeitlich unabhängig das Futter anschieben.

Einstreuen von Tiefställen
Zum Einstreuen von Stallbereichen mit Stroh gibt es verschiedene technische Möglichkeiten. Eine davon ist, den Futtermischwagen mit einem Strohgebläse auszustatten. Die Ballen werden vom Mischsystem zerkleinert und per Strohgebläse in den Stall befördert. Eine Steinfangmulde oder auch eine Wasserdüse um die Staubanfall zu reduzieren sind interessante Details. Des Weiteren kommen angebaute oder angehängte Stroheinstreugeräte in Frage. Die Auflösung der Ballen erfolgt über Auflösewerkzeuge wie Messer, Reißhaken usw. und der Strohauswurf über ein Strohgebläse. Die Wurfweite bei diesen Geräten liegt im Bereich von 20 m. In der Regel können mit diesen Geräten Rund- und Quaderballen verarbeitet werden.

Einstreuen von Liegeboxen
Das sorgfältige und ausreichende Einstreuen von Liegeboxen ist eine wichtige Maßnahme zur Gesunderhaltung der Kühe. Um den Arbeitszeitbedarf aber auch die körperliche Belastung dafür zu reduzieren, bietet der Markt einige technische Lösungen. Strohhäcksel lassen sich beispielsweise mit einem Futtermischwagen, bei dem das Austragsförderband mit einer schnelllaufenden Einstreuwalze ausgestattet ist, einstreuen. Vielfach kommen Einstreugeräte mit einem Volumen von etwa 1 m3 zum Einsatz. Diese dann in der Regel an Hofladern oder dreirädrigen Trägerfahrzeugen angebaut. Als Einstreumaterial werden beispielsweise Sägespänne, Strohhäcksel oder ein Gemisch aus Stroh, Wasser und Kalk verwendet. Dieses Material wird im Behälter aufgelöst und bei vielen Geräten über ein Querförderband ausgetragen. Je nach Material erreichen die Einstreugeräte Wurfweiten bis zu 4 m, im Einzelfall sogar weiter. Das Gesamtgewicht der eingesetzten Technik muss berücksichtigt werden, damit besonders bei Spaltenböden die Belastungsgrenze nicht überschritten wird.

Fazit
Für die Grundfutterentnahme und -vorlage sowie das Einstreuen von Tiefställen und Liegeboxen bieten sich viele technische Lösungen an. Die einzelbetrieblichen Bedingungen beim Füttern oder beim Einstreuen von Tiefställen oder Liegeboxen haben einen großen Einfluss darauf, welche Technik sinnvoll ist. Aber auch der Arbeitszeitbedarf sowie die Kosten sind wichtige Faktoren.


Kontakt:
Alfons Fübbeker
Berater Landtechnik
Telefon: 0441 801-323
Telefax: 0441 801-319
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Stand: 28.04.2016