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Antrag auf Liquiditätszuschuss ab sofort wieder möglich!

Das bereits länger anhaltende niedrige Preisniveau auf den tierischen Märkten führt zu schweren Liquiditätsproblemen der tierhaltenden Betriebe. Um den betroffenen Betrieben direkt zu helfen, hat die Europäische Union Deutschland Finanzmittel in Höhe von 69,2 Mio. € zur Verfügung gestellt. Die 1. Antragsphase auf Gewährung eines Zuschusses lief bis zum 18.12.2015, nun startet die 2. Antragsphase vom 22.02.2016 bis zum 22.03.2016.

Die Gelder werden in Form eines 2-Säulen-Systems den tierhaltenden Landwirtinnen und Landwirten zur Verfügung gestellt (sh. Graphik).

Mit der 1. Säule werden den Landwirten Darlehen zur Liquiditätssicherung gewährt, mit Hilfe der 2. Säule wird ein Zuschuss zu einem zur Liquiditätssicherung aufgenommenen Darlehen bewilligt.

 

Zur 1. Säule

Die erste Säule besteht aus der Aufnahme eines der Liquidität dienenden Darlehens bei einem Kreditinstitut. Diese Kredite können mit Eigenmitteln der Hausbank oder aber durch Mitteln der Rentenbank finanziert werden. Fleischerzeuger  dürfen ein solches Darlehen, damit ein Zuschuss gewährt werden kann, erst nach dem 01. Januar 2015, Milcherzeuger erst nach dem 01. April 2015 aufgenommen haben.

Wird bei der finanziellen Ausstattung des Liquiditätsdarlehens auf die Mittel der Rentenbank zurückgegriffen (Programmnr. 246), beträgt die Laufzeit des Darlehens vier, sechs oder zehn Jahre und berücksichtigt mindestens ein Tilgungsfreijahr. Diese Liquiditätssicherungsdarlehen sind durch die Hausbank zu beantragen und werden gewährt, wenn ein Ergebnisrückgang von mind. 30% nachgewiesen werden kann (Zeitraum nicht definiert, damit möglichst viele finanzgefährdete Betriebe teilnehmen können).

 

Zur 2. Säule

Die zweite Säule besteht aus der Beantragung eines Zuschusses zum bewilligten Liquiditätsdarlehen. Der Zuschuss beträgt 10 % der Kreditsumme, max. aber 10.000 €.

Nach dem 1. Antragszeitraum steht deutlich mehr Geld zur Verfügung als bisher angenommen. Offiziell sind noch 13 Mio. € zu vergeben, allerdings ist die Antragsbearbeitung aus der 1. Phase noch nicht abgeschlossen, sodass sich diese Summe noch erhöhen kann. Reicht das Geld aber nicht aus, wird anteilig die Fördersumme jedes Antragsstellers gekürzt.

Voraussetzung für die Beantragung des Zuschusses:

  • Aufnahme eines Darlehens zur Liquiditätssicherung und
  • Nachweis der Betroffenheit durch einen erheblichen Rückgang der Netto-Erlöspreise von mind. 19% in den Bereichen Milch oder Fleisch.

Der Zuschuss kann nur in Verbindung mit einem mittelfristigen Liquiditätsdarlehen (Laufzeit mind. 42 Monate , aber max. 72 Monate ) bewilligt werden, die mit mind. einem Tilgungsfreijahr ausgestattet sind. Je Antragssteller, Darlehen und Antragsverfahren wir jeweils ein Zuschuss gewährt. Antragsstelle ist die Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE).

Die Antragsstellung auf Gewährung eines Zuschusses ist bis zum 22. März 2016 möglich!

Antragsberechtigt sind Milch- und Fleischproduzenten, die einen Netto-Umsatzerlösrückgang von mind. 19% nachweisen können. Für Milcherzeuger zählt dabei das 2. Quartal 2015 im Vergleich zum 2. Quartal 2014. Für Fleischerzeuger (alle Tierhalter, die Tiere an einen Tierhändler, Tiermäster oder Tierhalter verkaufen) gilt der Zeitraum vom 1. bis zum 3. Quartal 2015 (01. Januar bis 30. September) im Vergleich zum 1. bis zum 3. Quartal 2013.

Je Tierhalter wird ein Darlehensvertrag bezuschusst. Allerdings darf ein Tierhalter, der bereits mit dem 1. Antragsverfahren einen Zuschuss erhalten hat, im zweiten Antragsverfahren mit einem zweiten von ihm abgeschlossenen Darlehensvertrag einen Zuschuss beantragen.

Berechnung Erlösrückgang Milcherzeugung:

Berechnet wird der Erlösrückgang bei der Milcherzeugung ausgehend vom Nettopreis für das Kilogramm Rohmilch inkl. aller Zuschläge. Eine zusätzliche Berechnung für den Zuchtfärsenverkauf etc. muss nicht erfolgen!

Berechnung Erlösrückgang Fleischerzeugung:

  • Werden nur Tiere einer Kategorie verkauft (z.B. nur Mastschweine oder nur Fleischkälber):
    • Der Erlösrückgang ist zu ermitteln, indem der Umsatzerlös der Periode geteilt wird durch die Anzahl verkaufter Tiere.
  • Werden Tiere mehrerer Kategorien derselben Tierart verkauft (z.B. Mastschweine und Ferkel):
    • Schritt 1: Für jede Kategorie ist jeweils der Preisrückgang zu ermitteln.
    • Schritt 2: Aus den einzelnen Preisverringerungen eine Preisverringerung für die gesamte Tierart errechnen. Gewichtung nach dem Anteil der einzelnen Tierkategorie an dem Gesamtverkaufserlöse aus dem Verkauf der Tiere aller Tierkategorien derselben Tierart durchführen
  • Werden Tiere aus mehr als einer Kategorie verkauft (z.B. Bullen und Mastschweine):
    • Zumindest bei einer Tierkategorie muss ein Preisrückgang von mind. 20% nachgewiesen werden.

Tipp

Im 1. Antragszeitraum mussten viele Anträge zum Liquiditätszuschuss aufgrund nicht passender Kreditlaufzeiten und dem Fehlen eines Tilgungsfreijahres abgelehnt werden. Prüfen Sie bitte noch einmal ganz genau Ihr Darlehen auf das Einhalten dieser beiden Aspekte!

Bitte achten Sie darauf, alle Antragsunterlagen einschließlich der Beiblätter vollständig auszufüllen und handschriftlich zu unterschreiben.

Aufgrund der sehr angespannten Liquiditätslage auf den Betrieben kann einzelbetrieblich der Verzicht auf den Zuschuss und die gleichzeitige Wahl der 10-jährigen Laufzeit sinnvoller sein! Bitte kalkulieren Sie genau, welche Alternative Ihnen die größten Vorteile zur Sicherung der Liquidität bietet.

 

Fazit

Ein Großteil der Milch- und Ferkelerzeuger wird den entsprechenden Preisrückgang nachweisen können. Für mastschweinehaltenden und/ oder geschlossenen Betriebe wird der Nachweis schwieriger zu erbringen sein.

 


 

Sie haben weitere Fragen zum Liquiditätssicherungsprogramm oder wünschen eine Antragsstellung auf den Zuschuss zur Liquiditätssicherung? Unsere Wirtschaftsberaterinnen und –berater vor Ort helfen Ihnen gerne weiter!

 


 

Die Antragsformulare sowie weitere Informationen können Sie direkt auf der Homepage der BLE  abrufen. Bitte beachten Sie das dort bereitgestellte Merkblatt!

 


 


Kontakt:
Anna-Lena Niehoff
Betriebswirtschaft, Unternehmensberatung
Telefon: 0441 801-426
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:
Ruth Beverborg
Leiterin Sachgebiet Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung
Telefon: 0441 801-304
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:


Stand: 22.02.2016