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Anwendung systemischen Pflanzenschutz auf das notwendige Maß beschränken

Am Dienstag, den 26.01.2016 fand in Estorf die traditionelle und gut besuchte Pflanzenschutzfachtagung der Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer Niedersachsen statt. Nach Eröffnung durch den Kreislandwirt Herrn Göckeritz berichtete Frau Naumann vom Pflanzenschutzamt Hannover über das neue Pflanzenschutzgesetz und die sich daraus ergebene Veränderung in der Anwender-, Abgeber- und Berater-Sachkunde.

Danach müssen Sachkundige, die bereits 2013 zum ersten Mal eine Fortbildungsveranstaltung besucht haben, nun nach 3 Jahren zu Beginn 2016 sich erneut im Pflanzenschutz fortbilden. Im weiteren Teil ihres Fachvortrages hob Frau Naumann die konsequente Einhaltung der Bienenschutzverordnung, aber auch der Gewässerabstandsauflagen und des Verbots von Pflanzenschutzmitteln auf Nichtkulturland (gepflasterte Flächen, Seitenstreifen) hervor. Grundsätzlich gilt, dass die Anwendung systemischen Pflanzenschutzes auf das notwendige Maß beschränkt sein sollte.

Im weiteren Teil der Vortragsveranstaltung ging Dr. Wendt auf Pflanzenschutzmittelfunde im Grundwasser in Niedersachsen entsprechend des Berichtes des NLWKN ein. Zur Verbesserung der Grundwasserqualität intensiviert der Pflanzenschutzdienst Niedersachsen seine Beratungs- und Versuchsaktivität. Dabei unterstützt der empfohlene vorbeugende Wirkstoffwechsel in der Fruchtfolge den Grundwasserschutz und verhindert gleichzeitig die Ausbildung von Resistenzen.

Lüder Cordes, Berater für Pflanzenbau und Pflanzenschutz, erläuterte Maßnahmen zum gezielten Pflanzenschutz in Getreide. Dabei zeigte er Möglichkeiten zur Kontrolle von Pilzkrankheiten und zur Regulierung von Ackerungräsern und -unkräutern sowie zur Erhaltung der Standfestigkeit im Getreideanbau auf. Neben neu zugelassenen Präparaten stellte er Möglichkeiten zur Vermeidung von Wirkungsverlusten einzelner Pflanzenschutzmittel vor.

Dirk Mußmann, Pflanzenschutzberater an der Bezirksstelle Nienburg, widmete sich in seinem Vortrag der Kultur Winterraps. Vorgestellt wurden Lösungen zur Unkrautbekämpfung und Wachstumsregulierung in Herbst und Frühjahr, sowie Versuchsergebnisse und Empfehlungen zur Bekämpfung von Weißstängeligkeit. Entscheidend bei allen Pflanzenschutzmaßnahmen im Raps sei die Beachtung der entsprechenden Anwendungsauflagen, der Bekämpfungsschwellen und die Auflagen zum Schutz von Bienen.

Manfred Kettel, Pflanzenschutzberater an der Bezirksstelle Nienburg, stellte Pflanzenschutzmaßnahmen im Mais vor. Eine optimale Unkrautbekämpfung sei der Schlüssel zu einem erfolgreichen Maisanbau. Weiterhin wurden Versuche zur Bekämpfung von Blattkrankheiten und Fusarien vorgestellt. Der Berater erläuterte die Situation des Auftretens des Maiszünslers, der sich weiter im Dienstgebiet ausgebreitet habe. Zur Eindämmung der Zünslerpopulation würden unter Berücksichtigung der Biologie dieses Schädlings Maßnahmen wie das Schlegeln oder Walzen der Stoppel und eine Pflugfurche empfohlen.

Eine weitere Veranstaltung fand am 28.01.2016 in Neubruchhausen für den Bereich Diepholz statt.


Kontakt:
Dr. Joachim Wendt
Leiter Fachgruppe Pflanze
Telefon: 05021 9740-131
Telefax: 05021 9740-138
E-Mail:


Stand: 01.02.2016