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Düngung: Sperrfrist endet am 31. Januar

Landwirte können unter bestimmten Bedingungen zeitlich versetzt Dünger ausbringen

Pressemitteilung vom 13.01.2016

Am 31. Januar endet die durch die Düngeverordnung festgelegte Sperrfrist für stickstoffhaltige Dünger. Damit können Landwirte ab Anfang Februar diese Düngemittel wieder auf Acker- und Grünlandflächen ausbringen, so die Fachberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Der Gesetzgeber hat diese Pause verordnet, weil die Vegetation in den Wintermonaten ruht und kaum Nährstoffe aufnimmt. Örtliche Wasserschutzgebietsverordnungen können längere Fristen vorschreiben, die zu beachten sind.

Die Sperrfrist betrifft Gülle, Jauche, Gärreste aus Biogasanlagen, Geflügelkot, stickstoffhaltige Mineraldünger sowie viele Klärschlämme. Diese Dünger dürfen laut Düngeverordnung auf Ackerland vom 1. November bis 31. Januar und auf Grünland vom 15. November bis 31. Januar grundsätzlich nicht ausgebracht werden.

Ausgenommen von der Sperrfrist ist Stallmist. Dessen Stickstoff ist organisch gebunden und wird erst bei höheren Temperaturen, wenn auch die Natur wieder erwacht, in eine pflanzenverfügbare Form umgewandelt und von der Vegetation aufgenommen.

Landwirte hatten im vergangenen Jahr die Möglichkeit, eine Vorverlegung der Sperrfrist zu beantragen. Diente dies dem Boden- und Gewässerschutz, konnte die Landwirtschaftskammer eine Verschiebung der Frist genehmigen. Die Länge des Sperrfristzeitraums blieb davon unberührt, eine Verkürzung war nicht möglich. Viele Landwirte, insbesondere in den Grünlandregionen Nordwestniedersachsens, haben die Genehmigung erhalten und waren damit verpflichtet, die Düngungsmaßnahmen im Herbst zwei Wochen früher einzustellen. Damit sind sie nun berechtigt, bereits ab dem 16. Januar die genannten Düngemittel auf bestellte Ackerflächen und Grünland auszubringen.

Die in der zweiten Januarhälfte häufig vorherrschende Witterung mit Nachtfrösten und positiven Tageshöchsttemperaturen kann damit genutzt werden, um eine bodenschonende Ausbringung zu gewährleisten. Auf bewachsenen Flächen wie Grünland, Wintergetreide oder Winterraps besteht bei diesen Düngungsterminen kein nennenswertes Risiko von Stickstoffverlusten bis zum Einsetzen der Vegetation. Versuchsergebnisse zeigen zudem geringere Ammoniakverluste als bei der Ausbringung im März bei höheren Temperaturen.

Grundsätzlich ist die Düngung dem Bedarf der Pflanzen anzupassen. Dazu sind Düngezeitpunkt und Düngemenge so zu wählen, dass die Nährstoffe möglichst vollständig von den Pflanzen aufgenommen werden. Der Boden muss dafür aufnahmefähig sein. Bei Wassersättigung des Bodens, geschlossener Schneedecke oder dauerhaft gefrorenem Boden dürfen Gülle, Gärreste und andere stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel nicht ausgebracht werden. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet und führen zu Abzügen bei den EU-Direktzahlungen.

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Stand: 14.01.2016