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Dritter Nährstoffbericht der Presse vorgestellt

Minister Meyer und Präsident Schwetje vor der Landespressekonferenz in Hannover

„Das System der Meldepflicht greift, der Trend der Verbringungen ist weiterhin positiv“, kommentierte Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Zahlen des dritten Nährstoffberichtes. Die erneut gestiegene Anzahl von Meldungen zeige nicht nur das Problembewusstsein der Landwirte, sondern auch ihre Bereitschaft, das Nährstoffthema aktiv anzugehen.

Schwetje äußerte sich dazu gestern vor der Landespressekonferenz in Hannover zusammen mit Landwirtschaftsminister Christian Meyer, der den Nährstoffbericht, der bereits das dritte Mal erstellt wurde, bei der Kammer in Auftrag gegeben hatte. Heinz-Hermann Wilkens von der Landwirtschaftskammer hatte zuvor den etwa 30 Journalisten aller wichtigen Medien in Niedersachsen die Zahlen vorgestellt und erläutert.

„Das Mengenproblem bei Gülle und Gärresten ist noch nicht gelöst, wir haben die Trendwende noch nicht erreicht", sagte Minister Meyer. Von Juli 2014 bis Juni 2015 seien in Niedersachsen rund 59,6 Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger angefallen, also Gülle, Festmist und Gärreste aus Biogasanlagen. Damit sei die Düngermenge nur noch leicht um 0,4 Millionen Tonnen angestiegen. Im zweiten Nährstoffbericht hatte die Steigerung noch 2,6 Millionen Tonnen betragen.

„Mit dazu beigetragen haben auch die nach langer Zeit erstmals leicht gesunkenen Tierbestände“, so der Minister. Die Maßnahmen zur Reduzierung der Düngermenge zeigten bereits Wirkung, „aber wir sind längst noch nicht am Ziel“.

Zuversichtlich stimmte Kammerpräsident Schwetje unter anderem die Tatsache, dass der Abtransport von Wirtschaftsdüngern aus viehstarken Regionen, vorwiegend dem Weser-Ems-Gebiet, in vieharme Ackerbauregionen und angrenzende Bundesländer kontinuierlich steige. „Das entspannt die Lage in den Überschussgebieten und reduziert das bestehende Flächendefizit nachhaltig“, so Schwetje. Zudem könne in den Ackerbaugebieten entsprechend Mineraldünger eingespart werden.

„Dennoch sind in der Summe von organischem und mineralischem Stickstoff (N) immer noch etwa 80.000 t N zu viel im System“, sieht der Kammerpräsident weiteren Handlungsbedarf. Wenn diese in organischen Düngern enthaltene N-Menge in der Praxis mineralischen N-Dünger ersetze, bestehe auf Landesebene ein Einsparpotential bei Düngern von annähernd 80 Mio. Euro.

„Auch deshalb arbeitet die Kammer mit Hochdruck daran, die Düngung mit Gülle, Mist und Gärresten und Mineraldünger weiter zu optimieren“, sagte Schwetje. Dabei gehe es zum Beispiel darum, deren Nährstoff-Effizienz zu verbessern, in dem umweltschonende Verfahren zur Ausbringung weiterentwickelt würden. Außerdem arbeite man daran, die Transportwürdigkeit von flüssigen Wirtschaftsdüngern durch das Separieren von festen und flüssigen Bestandteilen weiter zu erhöhen.

Pressemitteilung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium

 


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Stand: 14.01.2016