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Wehnen: Überbetriebliche Ausbildung endet nach 35 Jahren

Landwirtschaftskammer gedenkt Erfolgsgeschichte der Bildungsstätte und schaut nach vorne

Pressemitteilung vom 19.01.2016

35 Jahre gaben sich landwirtschaftliche Auszubildende und Teilnehmer an Weiterbildungsseminaren in der Überbetrieblichen Aus- und Weiterbildungsstätte in Wehnen (ÜAW Wehnen) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Türklinke in die Hand – jetzt ist Schluss damit. Anlässlich einer Feierstunde am Montag, 18. Januar, gedachten Kammerpräsident Gerhard Schwetje und Kammerdirektor Hans-Joachim Harms gemeinsam mit den jetzigen und zahlreichen ehemaligen Mitarbeitern der Erfolgsgeschichte dieses Kammerstandortes, an dem künftig andere bedeutende Aufgaben für die Kammer und die Landwirtschaft wahrgenommen werden sollen.

„Wehnen war 35 Jahre ein Leuchtturm der Landwirtschaftskammer von der grundständigen Ausbildung in den grünen Berufen über die Fortbildung bis hin zur Weiterbildung“, sagte Präsident Schwetje. „Die ÜAW hat unseren guten Ruf im Bildungsbereich maßgeblich aufgebaut und vor allem: Hier haben viele tragfähige Beziehungen zwischen Landwirten und der Kammer begonnen.“

Wehnen habe für die Verbindung von Bildung und Qualifikation in der Ausbildung gestanden, so Schwetje. Das Ziel, einerseits praxisorientiertes Fachwissen zu vermitteln und andererseits die Fähigkeiten auszuprägen, neue Ideen für den betrieblichen Alltag zu entwickeln und aktiv zu gestalten, sei in Wehnen umgesetzt und an über 38.300 Auszubildende und Menschen auf dem zweiten Bildungsweg weitergegeben worden. „Mit diesem Rüstzeug sind wir in der Lage, den stetigen Wandel in der Landwirtschaft anzugehen“, sagte der Präsident.

Diesem Veränderungs- und Entwicklungsprozess sei es nun auch geschuldet, dass die 1995 vereinbarte räumliche Trennung der überbetrieblichen Ausbildung für Schwein und Rind wieder aufgegeben und an einem Ausbildungsstandort in moderner, leistungsfähiger Ausstattung zusammengeführt worden sei. „Die Leistungen und Erfahrungen, die die Landwirtschaftskammer durch Wehnen gewonnen hat, wirken in der dadurch aufgebauten Kompetenz der Kammer weiter und haben zudem die Planungen für den Ausbau des landwirtschaftlichen Bildungszentrums in Echem beeinflusst.“

Zukünftig wird die Kammer den Standort Wehnen verstärkt im Rahmen des Versuchswesens im Pflanzen- und Ackerbau sowie in der Tierhaltung nutzen, so Kammerdirektor Harms. So werden beispielsweise Fragen der Düngung und des Wasserschutzes im Mittelpunkt stehen. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit Hochschulen gefördert werden. So ist mit der Universität Oldenburg ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Untersuchung „Verhalten von Tierarzneimitteln in Boden und Grundwasser“ geplant.

„In diesen Tagen beginnt zudem die Umsetzung des Verbundprojektes „Inno-Pig“ im Kontext einer größeren Rahmenkooperation mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover“, führte Harms aus. In diesem Verbundprojekt werden verschiedene Haltungssysteme hinsichtlich der Bewegungsfreiheit der Schweine in unterschiedlichen Ausführungen miteinander verglichen. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sowie die Landwirtschaftliche Rentenbank fördern das auf drei Jahre ausgelegte Forschungsvorhaben, an dem insgesamt neun Einrichtungen aus Wissenschaft, Beratung und Wirtschaft beteiligt sind, mit rund zwei Millionen Euro.

Im Zuge der vor zwei Jahren geschlossenen Rahmenvereinbarung mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover sowie aufgrund weiterer Projekte der BLE oder anderer Fördermittelgeber können in den nächsten Jahren weitere Versuchsprojekte, Demonstrationen und Erprobungen in Wehnen durchgeführt werden.

Dank der Ausstattung an Tieren, Fläche, Personal, Technik und räumlicher Kapazität ließen sich auch interdisziplinäre Fragen von der Tierhaltung über den Pflanzenbau und Pflanzenschutz bis zum Landbau und der Betriebswirtschaft sowie der Landtechnik in Wehnen verfolgen. „Wehnen wird damit zu einem der wichtigsten Versuchsstandorte und zu dem interdisziplinären Standort der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in wichtigen Zukunftsfragen“, schloss der Direktor.

 


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Stand: 19.01.2016