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Auf Acker und Grünland die Zukunft der Herde entscheiden

Mehr Effizienz im Futterbau und Kostenmanagement Themen beim 65. Grünlandtag der Landwirtschaftskammer – Gewinner im Silagewettbewerb gekürt

Spohle – Konsequentes Kostenmanagement betreiben, strengere Umwelt- und Sozialstandards einkalkulieren, wirtschaftseigenen Dünger effizienter einsetzen, in der Grundfutterproduktion Ertrags- und Qualitätspotenziale heben und die Herde in allen Phasen der Produktion mit besten Nährstoffen, Mineralien und Vitaminen versorgen: So lauten die Empfehlung der Referenten des 65. Grünlandtags für Milcherzeuger, die ihren Betrieb zukunftssicher aufstellen wollen. „Für die Zukunft planen“ lautete das Motto der Veranstaltung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, zu der heute (08.02.2017) 350 Besucher nach Spohle im Kreis Ammerland kamen.

„Die Milchmarktkrise hat uns allen die Risiken niedriger Marktpreise sowohl auf dem Weltmarkt als auch auf dem Inlandsmarkt klar vor Augen geführt“, bewertete Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die aktuelle Situation der Branche. „Der lange Zeitraum unzureichender Preise hat deutlich gemacht, dass alle Investitionen und alle Kostenpositionen gegenwärtig und künftig viel intensiver zu durchleuchten sind.“

Für die Zukunft zu planen bedeute bei allen erfreulichen Erfolgen in der Produktivitätssteigerung auch, die Anforderungen aus der Gesellschaft im Blick zu haben, sagte Schwetje weiter. So müssten die Produktionssysteme im Futterbau weiter optimiert und umweltschädigende Emissionen reduziert werden. „Neue Aufgaben stehen bevor: Von uns wird zunehmend erwartet, eine nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben“, stellte der Kammerpräsident heraus.


"Futterbaubetriebe müssen Dialog mit Gesellschaft nicht scheuen"


„Futterbaubetriebe haben unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsindikatoren ökonomisch, ökologisch und sozial in ihrer Entwicklung eine hervorragende Leistungsbilanz aufzuweisen“, betonte Franz Jansen-Minßen, Leiter der Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und einer der Referenten des Grünlandtags. Die Weiterentwicklung des Futterbaus brauche einen offensiven, faktenbasierten Dialog mit der Gesellschaft, den die Futterbaubetriebe nicht scheuen müssten. „Der Erfolg oder Misserfolg der Betriebe zeigt sich künftig zunehmend an objektiv messbaren Umwelt- und Sozialstandards“, so Jansen-Minßen.

Die Trendwende sei endlich erreicht, und in preislicher Hinsicht komme die Markterholung in Form höherer Erzeugerpreise bei den Betrieben an: So lautete die Analyse von Dr. Albert Hortmann-Scholten, Leiter des Unternehmensbereichs Betrieb und Leiter des Fachbereichs Betriebswirtschaft und Markt bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Das Jahr 2017 wird für viele Milcherzeuger weitere Herausforderungen mit sich bringen“, stellte Hortmann-Scholten zugleich klar: „Schließlich ist nach der Tiefpreisphase vor der Hochpreisphase und vor der nächsten Krise.“ Statt bei Lustkäufen für Landtechnik Geld auszugeben, sei es für die Landwirte an der Zeit, mit der Hausbank eine offene Kommunikation zu pflegen, Strategien für eine Konsolidierung zu durchdenken, Liquiditätsreserven aufzubauen und die Produktion zu optimieren.

In Zeiten niedriger Milchpreise wie etwa im vergangenen Jahr werde erfahrungsgemäß häufig zuerst bei den Grünlandmaßnahmen gespart, berichtete Hubert Kivelitz, Referent für Grünland, Futterbau und Zwischenfrüchte bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Dabei führten regelmäßige Nachsaaten, angepasste Grundnährstoffdüngung, Kalkung, konsequente Mäusebekämpfung und die Inanspruchnahme einer fachkundigen Beratung nachgewiesenermaßen zu besseren Betriebsergebnissen.


"In Grundfutterproduktion auf Grünland stecken noch große Ertrags- und Qualitätspotenziale"


„Gerade in der Grundfutterproduktion auf dem Grünland stecken noch große Ertrags- und Qualitätspotenziale, die oftmals nicht hinreichend erschlossen werden“, stellte Kivelitz fest. „Diese verschenkten Potenziale bedeuten verschenktes Geld, da importierte Futtermittel teuer zugekauft und verfüttert werden müssen, um ein hohes Milchleistungsniveau aufrecht zu erhalten.“

„Gut vergorene Silagen mit hohen Energie- und Nährstoffkonzentrationen werden gerne gefressen und sind die Basis für eine bedarfs- und wiederkäuergerechte Fütterung“, bestätigte Dirk Albers, Berater für Rinderhaltung und Rinderfütterung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Damit das Grobfutter gut gelinge, müssten jedoch Bestandspflege, Erntetermine sowie Siliermaßnahmen aufeinander abgestimmt und verbessert werden, sagte der Rinderexperte. „Nährstoffarme oder fehlvergorene Silagen werden oftmals ungern gefressen – dadurch wird der Nährstoffbedarf der Kuh nicht gedeckt, wodurch es zu Stoffwechselproblemen kommen kann.“

Dass Futterbaubetriebe im zurückliegenden Jahr trotz teilweise widriger Wetterverhältnisse gute Ergebnisse einfahren konnten, zeigten die Gewinner des niedersächsischen Silagewettbewerbs, die auf dem Grünlandtag ausgezeichnet wurden. „Alle Gewinner legen auf gut gepflegte und gesunde Pflanzenbestände sowie auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung der Grünland- und Maisflächen sehr hohen Wert“, sagte Dr. Christine Kalzendorf, bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Fachreferentin für Grünland und Futterkonservierung.


Maximalpunktzahl im Wettbewerb um landesweit beste Maissilage


Uwe Hollwedel aus Affinghausen (Kreis Diepholz) errang mit 195 von 200 möglichen Punkten bei den Grassilagen des ersten und zweiten Aufwuchses Platz eins. Den zweiten Platz in der Kategorie „Erster und zweiter Grasaufwuchs 2016“ teilten sich Stefan Kerlfeld aus Bohmte (Kreis Osnabrück) sowie Mechthild Rolfes und Heinrich Rolfes aus Friesoythe (Kreis Cloppenburg) mit jeweils 185 Punkten.

Bei den Grassilagen der nachfolgenden Grasaufwüchse (ab dem dritten Schnitt) lag erneut Georg Harms aus Saterland (Kreis Cloppenburg) ganz vorn. Die Zweitplatzierten: Peter Beneke aus Wense (Kreis Rotenburg) und der frühere Preisträger Christopher Hammann aus Bergen (Kreis Celle). Hans-Hermann Schwarte aus Dersum (Kreis Emsland) durfte sich über den dritten Platz freuen.

Bei den Maissilagen ist es Hans-Peter Detjen aus Wohnste (Kreis Rotenburg) gelungen, die Maximalpunktzahl von 200 Punkten zu erzielen. Mit 190 Punkten erreichten Ralf Klintworth (Ahlerstedt/Kreis Stade) und Eberhard Mysegades (Rehburg-Loccum/Kreis Nienburg) den zweiten Platz. Knapp darunter folgt Christian Schriefer (Lintig/Kreis Cuxhaven) mit 185 Punkten.


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Stand: 09.02.2017