Webcode: 01031979

Digitale Verbündete auf dem Acker

Modernste Technik macht Arbeit der Landwirte effizienter – 14. Pflanzenbau-Fachtagung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Sehnde/Rethmar – Computergestützte Verfahren, zusammengefasst unter Begriffen wie Precision Farming (Präzisionsackerbau), etablieren sich zunehmend bei der Feldarbeit. Sie gestalten den Ackerbau umweltfreundlicher, erleichtern die Arbeit auf der Maschine, vereinfachen die notwendigen Dokumentationen und optimieren den Einsatz von Betriebsmitteln. Die Digitalisierung gehörte zu den bestimmenden Themen der 14. Pflanzenbau-Fachtagung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, zu der am Freitag (17.02.2017) rund 150 Besucher nach Sehnde/Rethmar bei Hannover kamen.

„Precision Farming, Smart Farming, Big Data, Agrarwirtschaft 4.0: Das sind nicht etwa Zukunftsbilder – nein: Die Digitalisierung unserer Landwirtschaft ist allgegenwärtig“, betonte Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Die Minimierung von Nährstoffverlusten bei der Versorgung der Pflanzen mit Düngemitteln und damit ein effizienter Einsatz des Düngers stehen in der aktuellen Diskussion über die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft im Vordergrund“, hob der Kammerpräsident hervor. Daher gelte es, den Nährstoffausnutzungsgrad von Wirtschaftsdüngern durch den Einsatz entsprechender Technik zu erhöhen und gleichzeitig Mineraldünger einzusparen.

„Parallelfahrsysteme haben sich auf vielen Betrieben bereits etabliert“, sagte Dr. Harm Drücker, bei der Landwirtschaftskammer Leiter des Fachbereichs Energie, Bauen, Technik und einer der Referenten der Tagung. Automatisches Parallelfahren bedeutet, dass Landmaschinen mit Hilfe der Satellitennavigation und einer technischen Lenkunterstützung auf dem Feld exakt Spur an Spur fahren, so wie es das Gelände oder die Art der Bearbeitung erfordern.

Sensorgestützte Verfahren in der Stickstoffdüngung sowie für die Abgrenzung von Bodenunterschieden innerhalb einer Fläche seien ebenfalls auf spezialisierten Ackerbetrieben verbreitet, so Drücker. „Immer öfter werden Drohnen eingesetzt: Mit verschiedenen Kameras bestückt, können sie zum Beispiel im Flug den Zustand von Pflanzenbeständen dokumentieren.“ Auch Satellitenbilder, deren Qualität sich in den zurückliegenden Jahren weiter verbessert habe, würden zunehmend interessant.

„Durch Parallelfahren haben wir zum Beispiel beim Einsatz des Grubbers 10 bis 15 Prozent weniger Überlappungen bei der Fahrspur – das spart Zeit“, berichtete Johannes von Laer, Betriebsleiter beim Ackerbaubetrieb Dr. Strube Schlanstedt GbR in Sachsen-Anhalt, über die Praxiserfahrungen mit der Präzisionstechnik.

Bei Düngerstreuer, Sämaschine und Pflanzenschutz-Spritze komme die Section Control, die automatische Teilbreitenschaltung, zum Einsatz, ergänzte von Laer. „Die Technik sorgt dafür, dass die Maschinen so an- und abgeschaltet werden, dass es beim Wenden am Feldrand nicht zu doppelt behandelten oder zu unbehandelten Flächen kommt – bei 36 Meter Arbeitsbreite wäre das händisch kaum machbar.“ Mit der Section Control ließen sich einige Prozent an Betriebsmitteln einsparen – das schone auch die Umwelt.

„Durch die anstehende Reform der Düngeverordnung wird ein effizienter Düngemitteleinsatz wichtiger denn je“, ergänzte Philipp Bues, bei der Landwirtschaftskammer Berater für Precision Farming und Pflanzenbau, in seinem Vortrag. „Damit auch zukünftig Höchsterträge eingefahren werden können, gilt es, das erlaubte Stickstoff-Kontingent zielgerichtet – das heißt die richtige Menge zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort – einzusetzen.“

Vorträge und Diskussionen zu neuen Dünge-Verfahren, die Nährstoffverluste in die Umwelt minimieren helfen sollen, zum Zwischenfruchtanbau sowie zu speziellen Boden-Analyseverfahren rundeten das Programm der 14. Pflanzenbau-Fachtagung ab.


Nutzungserlaubnis für Pressemitteilungen



Kontakt:
Wolfgang Ehrecke
Pressereferent, Redaktion Onlinemedien
Telefon: 0441 801-172
Telefax: 0441 801-509
E-Mail:


Stand: 17.02.2017