Bei Markt- und Preisberichten inzwischen führend
An den Bezugs- und Absatzmärkten schwanken die Preise immer heftiger und schneller. Landwirte und Gartenbaubetriebe, aber auch deren vor- und nachgelagerte Wirtschaftsbereiche brauchen darum ständig aktuelle Informationen.
Die Landwirtschaftskammer hat die Markt- und Preisberichterstattung in Zusammenarbeit mit der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) erheblich ausgeweitet. Sie zählt mittlerweile zu den führenden Dienstleistern auf diesem Sektor. Mit Hilfe zahlreicher Informationsdienste veröffentlicht sie fachlich fundiert die Ergebnisse eigener neutraler Preiserhebungen. Diese werden durch Marktberichte und Kommentare ergänzt und abgerundet.
Marktportal
Mit der Erprobung eines Marktportals im Internet soll der Austausch von Preisinformationen unter Landwirten seit Mitte des Jahres erleichtert und beschleunigt werden. Geplant ist die Einrichtung weiterer Plattformen und Foren, die über dieses Portal erreicht werden können. Außerdem sollen zusätzliche aktuelle Marktinformationen und -einschätzungen im Netz verfügbar sein, die bislang nur telefonisch erfragt werden können.
Ferkel und Schweine
Einen erneuten Rekord erreichte die deutsche Schweineproduktion im Jahr 2010. Inzwischen stabilisiert sich die Erzeugung auf einem historisch hohen Niveau. Der Selbstversorgungsgrad für Schweinefleisch dürfte in 2011 bei über 110 Prozent liegen. Somit muss mehr als jedes zehnte in Deutschland erzeugte Schwein also auf europäischen und osteuropäischen Märkten verkauft werden. Angesichts hoher Futterkosten, steigender Energiepreise und höherer Ausgaben für Dienstleistungen waren die Erlöse für Ferkel- und Schlachtschweine nicht ausreichend, um eine kostendeckende Produktion zu gewährleisten.
Um den Markt transparenter zu machen, haben die Landwirtschaftskammern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ihre Ab-Hof-Ferkelpreisnotierung ab der 14. Kalenderwoche 2011 zusammengefasst. Das nunmehr als Leitnotierung fungierende Markt- und Preisinformationssystem für den nordwestdeutschen Raum basiert mittlerweile auf 170.000 bis 180.000 Ferkeln pro Woche. Die Mäster und Ferkelerzeuger finden so eine zuverlässige Orientierung bei der Vermarktung.
Getreide
Ein flottes Exportgeschäft sorgte schon in den ersten Monaten des Jahres für eine frühzeitige und weitgehend vollständige Räumung der Getreidelager. Die Preise zeigten bis März eine steigende Tendenz, danach stagnierten sie. Die Freigabe der ehemaligen EU-Interventionsbestände wirkte für einige Monate deutlich preisdämpfend und führte dazu, dass Gerste im Vergleich mit Futterweizen zeitweise erheblich unter Wert gehandelt wurde. Nach Auflösung der restlichen Interventionsbestände stieg der Preis für Futtergerste kräftig.
Schlechtes Erntewetter führte abermals zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Qualität von Brotweizen und -roggen. Die Folge war eine vorübergehend größere Preisdifferenz zwischen Qualitäts- und Futterweizen bzw. Futterroggen. Dies ermöglichte dem Getreidehandel und den Mischfutterwerken, sich mit vergleichsweise preisgünstigem Futtergetreide einzudecken.
Raps
Raps war sehr stark gefragt. Weil in Deutschland seit Jahresbeginn auf die Biokraftstoffquote nur noch die Mengen angerechnet werden können, deren Rohstoffe nachweislich nachhaltig erzeugt sind, wurden für hiesigen Raps zeitweise Aufpreise bezahlt. Die anderen EU-Staaten und Drittländer hatten diese Regelung zunächst noch nicht umgesetzt. Raps litt neben Wintergerste besonders stark unter dem Niederschlagsdefizit im Frühjahr. Schon die schlechten Aussaatbedingungen ließen eine nur schwache Vorwinterentwicklung zu und lösten einen leichten Rückgang der Anbauflächen aus.
Kartoffeln
Auch Kartoffeln litten unter der Trockenheit. Sie verursachte einen geringen Knollenansatz. Folge davon war ein hoher Anteil von Kartoffeln mit Übergröße. In der Frühkartoffelzeit mussten die Anbauer zeitig und umfangreich die Reife fördern, um die üblichen Sortiermaße weitgehend einhalten zu können. Das begrenzte den Ertragszuwachs spürbar, konnte aber nicht verhindern, dass die Preise für Speisefrühkartoffeln Anfang August nur noch bei 15 bis 18 Euro je Dezitonne lagen. Dies bedeutete eine Halbierung der Vorjahreserlöse. In der ersten Jahreshälfte waren Verarbeitungskartoffeln noch knapp und relativ teuer. Im Gegensatz zu 2010 gab es später aber ausreichende Mengen für die Verarbeitungsindustrie.





