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3. Informationsveranstaltung "Landwirtschaft und Wasserschutz" 06.09.2017

170 interessierte Teilnehmer/innen aus verschiedensten Institutionen nutzten die Möglichkeit sich in Hannover zu den Themen Wasserschutz und Landwirtschaft zu informieren. Im Vordergrund der Veranstaltung standen die Inhalte des novellierten Düngerechts. Dessen Umsetzung und Auswirkungen auf den vorbeugenden Trinkwasserschutz in Niedersachsen wurden präsentiert und diskutiert.

Das neue Düngerecht setzt der Landwirtschaft seit dem 02.06.2017 neue ordnungsrechtliche Leitplanken, die die diffusen Nitratausträge unter landwirtschaftlich genutzter Fläche reduzieren sollen. Die Novelle der Düngeverordnung (DüV) schafft seit dem 02.06.2017 einen neuen Rechtsrahmen für die Anwendung von Düngemitteln nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis, der sowohl die Belange der Landwirtschaft als auch Belange des Umwelt- und Gewässerschutzes stärker berücksichtigen soll.  Am 06.09.2017 informierten die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) im Rahmen der landesweiten Aufgaben im kooperativen Trinkwasserschutz gemäß §28 NWG, finanziert aus der Wasserentnahmegebühr, neben neuen rechtlichen Rahmenbedingungen und deren Umsetzung auch über aktuelle Untersuchungsergebnisse im Bereich Wasserschutz und Landwirtschaft.

Die Ergebnisse aus dem Zwischenfruchtversuch in Wehnen zeigen nach bisher vierjähriger Dauer, dass die ungedüngte Zwischenfrucht die Nitratfracht im Vergleich zur mit 60 kg N/ha angedüngten Zwischenfrucht (mineralisch und organisch) etwas stärker reduziert, obwohl die Aufwuchsmenge der ungedüngten Zwischenfrucht deutlich geringer ist. Es wird deutlich, dass ein gut entwickelter Zwischenfruchtbestand weniger N-Austrag zur Folge hat, und daher auch ein früher Saatzeitpunkt entscheidend ist. Ab 2017 wird die winterharte, ungedüngte Zwischenfrucht in die Versuchsreihe aufgenommen.

Im zweiten Themenblock der Veranstaltung wurden Konsequenzen des novellierten Düngerechts u.a. auch für die Kontrollen im Fachrecht und im Cross Compliance Wasserschutz vorgestellt und erörtert. Methodische Überlegungen  zur Abgrenzung der Gebietskulissen §13 DüV in Niedersachsen wurden vom Gewässerkundlichen Landesdienst erläutert.
Weiterhin berichteten Vertreter/innen des niedersächsischen Umweltministeriums und der Unteren Wasserbehörden über die Tätigkeiten und Fortschritte die, auf Grundlage der Erlasse der Minister Wenzel und Meyer, zu den nitratbelasteten Grundwassermessstellen zu verzeichnen sind, insbesondere zu den bereits laufenden „Runden Tische“.

Alle Referentinnen und Referenten betonten, dass die kooperative Zusammenarbeit vor Ort entscheidend für die Fortschritte ist. Dabei kommt insbesondere der Wasserschutzberatung und der Beratung in den Gebietskulissen Wasserrahmenrichtlinie eine sehr hohe Bedeutung zu.

Es wird in naher Zukunft weiterhin ein hoher Informationsbedarf für alle Beteiligten bestehen. Die LWK Niedersachsen forderte auf, im Dialog zu bleiben und offene Fragen sowie Anregungen an die landesweiten Aufgaben heran zu tragen.

In der Fachdiskussion wurde auch deutlich, dass die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen die weitergehenden Maßnahmen in den Kooperationen Trinkwasserschutz nicht ersetzen.

Alle Vorträge und Poster finden Sie in Kürze im Downloadbereich (siehe unten).


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Stand: 15.09.2017