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Was tun, damit der zukünftige Azubi nicht plötzlich absagt?

Azubi gefunden. Vertrag unterschrieben. Nach dem Sommer fängt er an. Doch plötzlich entscheidet der Neue sich um. Sagt kurz vor Ausbildungsbeginn ab. Angesichts der branchenübergreifenden Konkurrenz um Nachwuchs überhaupt kein Einzelfall. Fest steht: Gleichwertigen Ersatz für das laufende Ausbildungsjahr zu finden, ist meist nicht mehr drin. Was also tun, damit die Azubi-Akquise nicht umsonst war? Was kann schon vor Ausbildungsbeginn zu einer tragfähigen Azubi-Betrieb-Beziehung beitragen und so den Absprung weniger wahrscheinlich machen? 

 


Denken wie ein Jugendlicher

Die Phase zwischen Unterschrift und Ausbildungsbeginn ist für Jugendliche eine Phase voller Unsicherheiten. Jetzt suchen sie nach Hinweisen, dass ihre Entscheidung für den Beruf und den Ausbildungsbetrieb die richtige war:  „Werde ich da gut ausgebildet? Sind die Kollegen nett? Kann ich mich da einbringen oder bin ich nur das Arbeitstier? Packe ich das, was ich da machen soll? ...“.

Firmen, die ihre zukünftigen Azubis für sich begeistern wollen, sorgen genau wegen dieser Bedenken schon vor Ausbildungsbeginn für Vorfreude und Vertrautheit. Sie zeigen dem jungen Ausbildungsnachwuchs aktiv, dass er für sie schon bald dazu gehört. 

Tipps und Ideen:

  • Auf den Vertragsabschluss anstoßen: Auch wenn es gerade in der Pubertät nicht so aussieht: Nach wie vor spielen die Eltern bei der nachhaltigen Entscheidung für den Ausbildungsplatz eine wichtige Rolle. Laden Sie die Eltern Ihrer neuen Auszubildenden ein und stoßen Sie gemeinsam auf den Vertragsabschluss an. Auch der Freund oder die Freundin des Azubis sollten Ihnen willkommen sein. Der positive Einfluss des privaten Umfeldes ist nicht zu unterschätzen. Wenn der Betrieb einen guten Eindruck macht, gibt es dort Fürsprecher in Zeiten des Zweifels.
  • Betriebsführung ohne Chef: Offenheit nimmt Bedenken. Ermöglichen Sie den Neuen schon vor oder bei Vertragsabschluss Kontakt zu Ihren Auszubildenden: Laden Sie zu einer kleinen Betriebsführung durch ihre Azubis ein. Man lernt sich informell ein bisschen kennen und kann Fragen stellen, die man sich beim Chef nicht zu stellen traut. 
  • Regelmäßige Kontaktaufnahme: Setzen Sie sich bewusst im Verlauf der Zeit bis zum Ausbildungsbeginn Termine, an denen Sie sich melden wollen. Die Anlässe können ganz unterschiedlich sein. Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn er dann sagt:
    •  „... die haben mir schon Ende Mai den Ausbildungsplan für die ersten Monate geschickt mit meinem Namen darauf und dem Foto vom Ausbilder und dem Azubi-Paten aus dem 2. Lehrjahr.“
    • „... die haben mir geschrieben, wann ich Berufsschultage habe. Jetzt weiß ich schon mal an welchen Tagen ich früher nachmittags frei habe.“
    • "... zum Geburtstag habe ich eine SMS bekommen.“
    • Einladung zu Betriebsfeiern (vorher aktives Einbinden mit einplanen; Neulinge sind ja oft schüchtern.)... die haben einen Grillabend für Fast-Azubis und die Belegschaft gemacht, da konnte ich auch die anderen schon mal kennenelernen."
    • Einladung zum Tag der offenen Tür: „ ... ich war mit meiner Freundin zum Tag der offenen Tür eingeladen. Die machen da coole Sachen."

 

Öffentlichkeitsarbeit auf Schritt und Tritt

  • auf dem Auto: Wie wäre es damit, das Firmenfahrzeug als Ausbildungswerbeträger zu nutzen?   „AUSBILDUNGSBETRIEB: Bei uns blühen nicht nur Pflanzen auf“. Kunden, Eltern, Ihr neuer Auszubildender und das Umfeld registrieren das. Sie werden als Ausbildungsbetrieb wahrgenommen und setzen Sympathiepunkte.
  • Stempeln Sie auf Ihr Firmenbriefpapier "Wir sind ein Ausbildungsbetrieb".

  • Firmenkleidung beflocken: "Ich bin Auszubildender." Das drückt Fürsorglichkeit aus und sorgt auch beim Kunden für Sympathie.

  • Örtliche Presse (z. B. Anzeigenblatt) für die Imagearbeit nutzen. Berichten Sie mit einem aussagekräftigen Foto über Ausbildungserfolge oder die Teilnahme am Berufswettkampf. Ungewöhnliches wie „bestandener Kletterschein“ oder kleine soziale Projekte z. B. mit Kirche, Schulen, Sportverein, Feuerwehr oder Kindergarten unter Azubi-Beteiligung sind immer eine Meldung wert.

  • Homepage: Internet, Facebook & Co. sind perfekte Verbündete in Sachen betrieblicher Selbstdarstellung. Hier machen sich junge Leute ein Bild. Geben Sie Ihrem Betrieb auf der Homepage ein sympathisches, offenes und authentisches (Ausbildungs-)gesicht und lassen Sie Ihre gute Ausbildungsarbeit erkennbar werden. Nette Fotos nicht vergessen.  

     


Kontakt:
Mona Wunder
Beraterin Berufsbildung im Gartenbau, Meisterprüfung, Fachagrarwirte
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