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Wir bilden aus - Betriebe stellen sich vor

Dezember: Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice

Arbeiten in und mit der Natur, Fahren von Schleppern und Landtechnik sowie mit Menschen zusammen arbeiten sind Eigenschaften, die den Ausbildungsberuf Fachkraft Agrarservice kennzeichnen. Seit 2005 werden Fachkräfte Agrarservice überwiegend in Lohnunternehmen ausgebildet. Damit ist dieser Ausbildungsberuf der jüngste unter den 14 grünen Berufen.

 

Der Ausbildungsbetrieb  

Von Anfang an als Ausbildungsbetrieb dabei ist das Lohnunternehmen Heinrich Hauschild aus Rosengarten-Nenndorf im Landkreis Harburg vor den Toren Hamburgs. Tätigkeitsbereiche des Betriebes sind landwirtschaftliche Lohnarbeiten, Erd- und Kulturbau, Forstarbeiten, Transporte, Winterdienst und Lagerhaltung. Für eine Vielzahl von Landwirten erledigt das Lohnunternehmen Hauschild alle Arbeiten von der Bodenbearbeitung, der Aussaat, über die Düngung, den Pflanzenschutz bis zur Ernte.

Verantwortlicher Mitarbeiter für die Ausbildung und für die landwirtschaftliche Sparte des Unternehmens ist Gerd Ropers. Seit 2005 hat er drei Auszubildende erfolgreich ausgebildet. Alle haben Ihre Prüfung erfolgreich im ersten Anlauf mit guten Zensuren bestanden und gehören jetzt zum festen Mitarbeiterstamm der Firma Hauschild.

 

Die Auswahl der Auszubildenden  

Heinrich Hauschild und Gerd Ropers führen die jungen Leute nach und nach an verantwortungsvolle Aufgaben heran. „Man muss den Leuten was zutrauen; sie wachsen mit ihren Aufgaben“, ist Gerd Ropers überzeugt. Gute Ausbildung dient auch der Mitarbeitergewinnung. Das Team bleibt jung. Somit wird auch bei der Auswahl der Bewerber auf Teamfähigkeit geachtet. Weitere Voraussetzung ist ein Hauptschulabschluss. Bevor ein Ausbildungsvertrag unterschrieben wird, dient ein Praktikum dem gegenseitigen Kennen lernen. Im Rahmen des Praktikums wird Vielen erst klar, dass die Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice mehr als Trecker fahren ist. Weitere Einstellungsvoraussetzung ist der T-Führerschein, um überhaupt Arbeiten bei Kunden mit dem Schlepper erledigen zu können. Neben dem Interesse an Landtechnik wird ebenso Neugier am Pflanzenbau erwartet. Da Erntearbeiten von der Wetterlage abhängen, ist zeitliche Flexibilität gefordert. In der Erntezeit hat der Arbeitstag oft mehr als acht Stunden und auch an Wochenenden muss mit Einsätzen gerechnet werden. Ein entsprechender Ausgleich erfolgt dann in den Wintermonaten. 

 

            
Die Auszubildenden  
Steffen König und Hauke Jürs sind zurzeit als Auszubildende im Betrieb Hauschild beschäftigt. Hauke Jürs ist im zweiten Ausbildungsjahr und wird im Frühjahr 2013 an der Zwischenprüfung teilnehmen. Da Steffen König bereits im dritten Ausbildungsjahr ist, wird er sich im Sommer 2013 der Abschlussprüfung stellen. Steffen stammt von einem landwirtschaftlichen Betrieb, der im Nebenerwerb geführt wird. Da sein Hauptinteresse im Pflanzenbau und bei der Landtechnik liegt, er aber auch gerne im Team mit Menschen zusammen arbeitet, war der Beruf Fachkraft Agrarservice genau das Richtige für ihn. Seine Lieblingsarbeit ist Feldhäcksler fahren. „Man hat als Häckslerfahrer eine Verantwortung für das Team“, ist Steffen überzeugt. Nach der Ausbildung möchte Steffen König im Beruf weitere praktische Erfahrung sammeln und auch die Meisterprüfung ablegen.

 

Vernetzung von Theorie und Praxis  

                                                                

Auch sein Ausbilder Gerd Ropers lobt die Bereitschaft von Steffen, dass er Arbeiten eigenverantwortlich und selbständig übernimmt. So hat er kürzlich einen Dungstreuer für die Ausbringung von Champost allein eingestellt. Einstellen, Warten und Pflegen verschiedener Maschinen sind weitere Ausbildungsschwerpunkte. Gerd Ropers weist darauf hin, dass mit den Maschinen nur korrekt gearbeitet werden kann, wenn gute Kenntnisse im Pflanzenbau vorhanden sind. „An dieser Stelle wird die enge Vernetzung von Theorie und Praxis deutlich“, so Ropers. „Nur wer weiß, wie viel Getreide er im Herbst aussäen muss, wie der Pflanzenbestand zu düngen und behandeln ist, kann die teure Technik sinnvoll einsetzen. Letztendlich hängt von diesem Wissen auch die Zufriedenheit des Kunden ab.“ Der Umgang mit den Kunden ist ein weiterer wichtiger Bereich der Ausbildung. Als Dienstleister müssen die Auszubildenden lernen, Aufträge am Telefon anzunehmen, auf Fragen zu antworten und Angebote erstellen können. Während der Wintermonate werden die Auszubildenden auch damit betraut, anhand von Arbeitsbelegen für einzelne Maschinen Statistiken zur Auslastung zu erstellen. „So bekommen die Auszubildenden auch ein Gefühl für Zahlen“, berichtet Gerd Ropers.

Damit Steffen König und Hauke Jürs gut vorbereitet an den Prüfungen teilnehmen können, werden im Betrieb regelmäßig alle drei Wochen Unterweisungen und Schulungen durchgeführt. Theorie und Praxis werden möglichst eng miteinander verzahnt. Steffen König und Hauke Jürs haben natürlich auch im Arbeitsalltag die Möglichkeit Fragen zu stellen, aber bei den festen Terminen können Themen vertieft und der Wissensstand überprüft werden. „Schließlich will ich auch wissen, was Steffen und Hauke im Berufsschulunterricht mitbekommen haben“, so Gerd Ropers. Der Berufsschulunterricht wird wochenweise in Blockform von der Justus von Liebig Schule, Hannover in den Räumen der Deula Nienburg durchgeführt. Wohnen können die Auszubildenden im Internat der Deula. In jedem Ausbildungsjahr müssen die Auszubildenden an bis zu 10 Wochen Berufsschulunterricht teilnehmen. Seit 2011 gibt es alternativ einen zweiten Schulstandort an der Deula Westerstede. Der Unterricht wird von den Lehrkräften der BBS Ammerland durchgeführt.

 


Kontakt:
Jens Martens
Berater Aus- und Fortbildung, Landjugend
Telefon: 0441 801-479
Telefax: 0441 801-204
E-Mail: