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Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gewährt seit dem 01.01.2016 Zuwendungen für investive Maßnahmen und der Durchführung von Energieberatungen die zur Energieeinsparung beitragen. Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beauftragt. Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Die BLE entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Das Förderprogramm ist auf drei Jahre ausgelegt und endet am 31.12.2018. Folgende Maßnahmen werden gefördert:

1. Investitionsmaßnahmen
Förderfähig sind Investitionen in Wirtschaftsgüter, die ausschließlich der Produktion landwirtschaftlicher Primärerzeugnisse dienen. Ausgeschlossen sind Investitionen in Techniken, die der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte dienen. Die Investitionen müssen die Voraussetzung schaffen, die Energieeffizienz signifikant zu erhöhen. Für die einzelnen Maßnahmen sind Effizienzkriterien festgelegt worden bzw. es ist eine Mindestenergieeinsparung festgeschrieben. Eine Kurzübersicht der verschiedenen Investitionsmaßnahmen finden Sie in der unten angeführten pdf-Datei.

2. Systemische Optimierung (Modernisierung)
Im Rahmen der systemischen Optimierung werden der Ersatz und die Erneuerung technischer Systeme auf der Basis energiesparender Technologien gefördert. Durch die Erstellung eines Energieeinsparkonzeptes sollen landwirtschaftliche Betriebe konkrete Vorschläge für wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz erhalten. Die Optimierung – Modernisierungsinvestition - muss im Rahmen einer detaillierten Energieberatung erstellt werden. Die Maßnahme ist nur förderfähig, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 25 % gegenüber dem Ist-Zustand der vorhandenen Anlage nachgewiesen wird.

Der Zuschuss für Maßnahmen zur Energieeinsparung beträgt:

  • 20 % der Investitionssumme, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 25 %,
  • 30 % der Investitionssumme, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 35 % gegenüber dem Ist-Zustandes erreicht wird.

Die Energieberatung, die Erstellung des Energieeinsparkonzeptes und die Begleitung bei der Umsetzung der Maßnahme kann ebenfalls gefördert werden. Die Förderung ist nur möglich, wenn die Beratung und Begleitung der Maßnahme von einem zugelassenen Sachverständigen erfolgt, der einen entsprechender Antrag bei der BLE gestellt hat und bewilligt wurde.

Höhe der Zuwendung für die Beratungsleistung beträgt:

  • max. 80 % der förderfähigen Netto-Beratungskosten
  • maximale Zuwendung 6.000 €.

Nicht gefördert werden die Beratungen, die sich auf Gebäude beziehen, die nicht dem landwirtschaftlichen Betrieb (z.B. Wohngebäude) oder der Aufbereitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse dienen.

3. Neubau von Niedrigenergie-Gebäuden für die pflanzliche Erzeugung
Bei Neubauinvestitionen in Niedrigenergie-Gebäude (beispielsweise Gewächshäuser, Kulturräume, Kühllager, Trocknungsanlagen), die der Produktion pflanzlicher Primärerzeugnisse (einschließlich Pilzen) beim Erzeuger dienen, ist die erreichbare Energieeinsparung im Vergleich zum heutigen Standard (Referenzwert) durch ein Gutachten zu ermitteln. Die Maßnahme ist nur förderfähig, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 40 % gegenüber der Referenz nachgewiesen wird.

Für die Kalkulationsgrundlagen sind für Gewächshäuser und Kühlhallen (Kartoffellager-hallen) auf der Homepage der BLE Referenzwerte beschrieben und abrufbar.

Der Zuschuss für den Neubau von Niedrigenergiegebäuden beträgt:

  • 20 % der Investitionssumme, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 40 %,
  • 30 % der Investitionssumme, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 50 %,
  • 40 % der Investitionssumme, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 60 %

gegenüber dem Referenzwert erreicht wird.

Der Nachweis über die mögliche Energieeinsparung ist ebenfalls über ein Gutachten nachzuweisen. Die Bedingungen dafür entsprechen den o.g. Vorgaben der Energieberatung für die Erstellung eines betrieblichen Energieeinsparkonzeptes.

Höhe der Zuwendung
Für alle drei genannten Fördermaßnahmen muss das zuwendungsfähige Investitionsvolumen mindestens 3.000 € betragen und ist auf maximal 2,5 Mio. € begrenzt. Die Höchstgrenze der Förderung beträgt für einen Zuwendungsempfänger max. 500.000 €.

4. Wissenstransfer und Informationsvermittlung
Der Wissensaustausch von Unternehmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Energie- sowie Technologieanbieter und die damit verbundene Netzwerkbildung sollen dazu beitragen, dass die Energiesparpotenziale noch konsequenter realisiert werden. Deshalb sollen sogenannte Energieeffizienztische eingerichtet und gefördert werden.

Energieeffizienztische
Wesentliches Element eines Energieeffizienztisches ist ein regelmäßiger, durch einen Sachverständigen moderierter Erfahrungs- und Wissensaustausch. Voraussetzung für die Förderung ist die Teilnahme von mindestens sechs und höchstens zwölf landwirtschaftlichen Betrieben. Für die Dauer von zwölf Monaten kann die Organisation und Durchführung von bis zu vier Veranstaltungen gefördert.

Die Höhe der Förderung ist auf folgende Beträge begrenzt:

  • Ausgaben für die Moderation: max. 800 €
  • Vortragshonorare: max. 200 € pro Vortragenden
  • Sachausgaben: max. 500 €.

 

5. Weitere Zuwendungsbestimmungen:

a. Antragsberechtigte

  • Betriebe/Unternehmen, die unabhängig von der Rechtsform in der landwirtschaftlichen Primärproduktion tätig sind,
  • nicht gefördert werden Unternehmen mit über 25 % Kapitalbeteiligung der öffentlichen Hand.

b. Kumulierbarkeit

  • Investitionen dürfen gleichzeitig auch aus anderen Förderprogrammen, außer dem Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP), gefördert werden,
  • die max. Förderhöhe darf 40 % des zuwendungsfähigen Investitionsvolumens nicht überschreiten.

 c. Vergabe von Aufträgen

  • Vergabe nur an fachkundige, leistungsfähige Anbieter
  • Auftragswert:
  • unter    2.000 € - freihändige Auftragsvergabe
  • bis    100.000 € - Einholung von mindestens drei schriftlichen Vergleichsangeboten
  • über 100.000 € - bei Bauleistungen Vergabe nach VOB/A und bei Lieferungen/Dienstleistungen nach VOL/A

 d. Zweckbindungsfrist

  • bei baulichen Anlagen beträgt die Zweckbindungsfrist 12 Jahre
  • bei techn. Einrichtungen und Maschinen beträgt die Zweckbindungsfrist 5 Jahre

 e. Bewilligungszeitraum

  • die geförderte Maßnahme muss innerhalb von zwölf Monaten betriebsbereit installiert sein

 f. Antragstellung

g. Bewilligungsverfahren

  • BLE entscheidet nach Prüfung über die Gewährung der Förderung;
  • förderfähig sind nur Vorhaben, die vor Antragstellung noch nicht begonnen sind;
    Ausnahme: Modernisierungsmaßnahmen können nach Antragstellung auf eigenes Risiko begonnen werden,
  • Zuschüsse werden nach Prüfung der eingereichten Rechnungen, mit entsprechendem Zahlungsnachweis, zur Auszahlung freigegeben.

 

Die Förderrichtlinie wurde am 22. Aug. 2016 geändert und ist seit dem 01.10.2016 in Kraft getreten.

 


Kontakt:
Christoph Gers-Grapperhaus
Berater Energietechnik
Telefon: 0441 801-322
Telefax: 0441 801-319
E-Mail:


Stand: 09.11.2016