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Vorsicht Keime

Bei sommerlichen Temperaturen finden Aktivitäten vermehrt Draußen statt. Das gemeinsame Grillen oder ein Picknick im Grünen gehört für viele dazu. Der Umgang mit leicht verderblichen Lebensmitteln kann hier zum Problem werden, da oftmals kurzfristig improvisiert wird. Die Gefahr einer Lebensmittelinfektion durch Keime, die sich bei warmen Temperaturen besonders schnell vermehren, wird dabei meistens unterschätzt. Es verwundert deshalb nicht, dass mit steigenden Temperaturen auch die Zahl lebensmittelbedingter Infektionen ansteigt.

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung(BfR) mitteilt wurden allein in Deutschland im vergangenen Jahr 13.823 Salmonellen-Infektionen und 70.190 Campylobacter-Infektionen gemeldet.

Campylobacter Infektionen sind laut BfR mittlerweile der häufigste Ursache für Darminfektionen, die sich vor allem mit einer Durchfallerkrankung bemerkbar macht. Eine der Hauptinfektionsquellen ist unzureichend erhitztes oder kontaminiertes Geflügelfleisch. Möglich ist auch eine Übertragung über Rohmilch oder rohes Schweine- und Rindfleisch. Infizierte Haustiere oder kontaminiertes Wasser in Badeseen können ebenfalls für eine Übertragung der Keime verantwortlich sein.

Salmonelleninfektionen steigen in der warmen Jahreszeit, da diese Keime sich bei Wärme rapide vermehren. Salmonellen werden meistens durch tierische Lebensmittel auf Menschen übertragen. Möglich ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Eine Infektion kann sich unter anderem in einer Durchfallerkrankung äußern, gelegentlich begleitet von mäßigem Fieber. Symptome können aber auch ganz fehlen. Begünstigt wird die Verbreitung der Krankheitserreger durch den falschen Umgang mit empfindlichen Lebensmitteln. Achten Sie im Umgang mit empfindlichen Lebensmitteln ganz besonders auf eine gute Hygienepraxis, dann sind sommerliche Temperaturen kein Problem für den unbeschwerten Genuss.

Tipps für eine gute Hygienepraxis

  • Empfindliche Lebensmittel immer kühl lagern und erst kurz vor der Zubereitung aus der Kühlung nehmen. Dann zügig verarbeiten.
  • Werden die  Lebensmittel in einer Kühltasche aufbewahrt sollte geprüft werden, ob die Kühlung ausreicht. Empfehlenswert ist ein Thermometer zur Kontrolle, da Geflügelfleisch bei 4°C und rohes Rind- und Schweinefleisch bei 7°C aufzubewahren ist.
  • Das Fleisch immer gut durchgaren.
  • Rohe und gegarte Lebensmitteln grundsätzlich getrennt voneinander lagern und verarbeiten. So wird vermieden das Keime vom Fleisch auf den Salat, übertragen werden.
  • Auf eine Zwischenreinigung von Arbeitsgeräten und –flächen achten.
  • Salat oder Rohkost gründlich waschen. Wird mit ausreichend Wasser gereinigt werden anhaftende Verunreinigungen und mögliche Keime entfernt bzw. ihre Konzentration verdünnt.
  • Übrig gebliebene Speisen nicht über Stunden stehen lassen sondern gut abdecken und kühl stellen.
  • Eine gute Händehygiene ist ganz besonders wichtig, da diese mit den Speisen direkt in Berührung kommen.

     

Weitere Informationen zur Vermeidung von Lebensmittelinfektionen finden Sie unter

http://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_lebensmittelinfektionen_im_privathaushalt.pdf

 

 


Kontakt:
Gudrun Göppert
Ernährung, Lebensmittelqualität, Hygiene
Telefon: 0441-801808
Telefax: 0441-801819
E-Mail:


Stand: 07.08.2017