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Haushaltsbuchführung bringt Vorteile für die gesamte Familie

Die Vorteile der Haushaltsbuchführung liegen auf der Hand. Schwarz auf weiß kann der Geldfluss überprüft werden. Optimierungsmöglichkeiten sind schnell herauszulesen. Und doch tun sich viele schwer damit, ihre Einnahmen und Ausgaben regelmäßig zu erfassen. 

In landwirtschaftlichen Betrieben wird gerechnet. Lohnt sich diese oder jene Investition?

Können hier und dort Betriebsmittel eingespart werden? Wie kann der Einsatz der vorhandenen Technik optimiert werden? Können Arbeitsgänge wegfallen, um Kosten zu sparen? Anhand von Kennzahlen, Werten, Preisen werden wichtige betriebliche Entscheidungen getroffen. Das ist für ein landwirtschaftliche Unternehmerfamilie selbstverständlich. Denn wer nicht weiß, wie viel was wann kostet und wann mit welchen Einnahmen zu rechnen ist, kann keine fundierten Finanzentscheidungen treffen. – Schon gar keine Schwachstellen aufdecken oder den Betrieb zukunftssicher aufstellen. Zur Betriebsführung gehört es nun einmal, den Überblick über die finanzielle Situation zu behalten.

Im Haushalt werden wichtige Finanzentscheidungen getroffen
Gleiches gilt für die Haushaltsführung im landwirtschaftlichen Betrieb. Auch wenn  dieser Zusammenhang vielleicht nicht immer so präsent ist. Denn hier werden genauso tagtäglich wichtige Finanzentscheidungen getroffen und mitunter größere Investitionen getätigt. In welcher Höhe können die Kinder während ihrer Ausbildung unterstützt werden? Wie viel kann für die private Altersvorsorge aufgewendet werden? Wann wird das neue Auto benötigt? In welchem Umfang soll das Wohnzimmer renoviert werden? Wie lange halten Wasch- und Spülmaschine noch? Stehen Anschaffungen an, oder ist zukünftig mit einer größeren Belastung zu rechnen, ist es wichtig, den Überblick über die Haushaltsfinanzen zu haben, damit mögliche Lücken geschlossen werden können Es muss Klarheit über den Finanzbedarf bestehen und darüber, wie viel Geld noch in der Kasse ist.

Haushaltsbuchführung zeigt schwarz auf weiß, wo das Geld geblieben ist
Die Haushaltsbuchführung setzt genau hier an. Sie ist die Grundlage des Finanzmanagements im Haushalt. Mit ihrer Hilfe sehen die Haushaltsführenden schwarz auf weiß, wie hoch die Haushaltseinnahmen und -ausgaben sind und auf welche Posten sich diese verteilen. Sie hilft bei der Ordnung der Finanzen und eröffnet – hoffentlich – finanzielle Spielräume für notwendige Investitionen oder Dinge, die es der Familie einfach Wert sind. Sie kann für eine kurz-, mittel- und langfristige Planung herangezogen werden.
Letztlich soll die Haushaltsbuchführung auch dabei helfen, dass die Haushaltsmitglieder über die Zahlen nachdenken und ihren Lebensstil analysieren: Welche Bedürfnisse und Wünsche bestehen eigentlich bei einzelnen Haushaltsmitgliedern und können oder müssen diese immer erfüllt werden? Genau in dieser Selbstinformations- und Kommunikationsfunktion liege der Wert der Haushaltsbuchführung, so Professor Michael-Burkhard Piorkowsky, einer der führenden Haushaltsökonomen. Ziel der Haushaltsbuchführung ist es nicht, auf schöne Dinge zu verzichten. Aber es darf ruhig hinterfragt werden, wie viel wofür ausgegeben wird. Kommt die Familie zu dem Schluss, dass die Ausgaben für die Freizeitgestaltung sehr hoch sind, sie sich aber geleistet werden sollen und können, dafür an anderer Stelle gespart wird, ist das natürlich Sache der Familie.

Nur wenige führen konsequent Buch
Eine Internetumfrage des Beratungsdienstes Geld und Haushalt ergab: 74 Prozent der Befragten kontrollieren regelmäßig ihren Kontostand, aber nur 23 Prozent führen darüber hinaus auch Buch über ihre Einnahmen und Ausgaben. Ob sich diese Zahl eins zu eins auf landwirtschaftliche Familien übertragen lässt, sei dahingestellt. Die generelle Frage stellt sich aber, warum so wenige den Geldfluss genau dokumentieren. Zum einen scheint es sehr aufwändig zu sein, jeden einzelnen Geldbetrag von jedem einzelnen Haushaltsmitglied zu erfassen. – Gerade wenn es sich um eine große Familie handelt, kann schnell der Überblick verloren werden, wer was wann gekauft hat. Zum anderen kann es mitunter schwierig sein, alle dafür zu motivieren, bei jedem noch so kleinen Einkauf den Kassenbon mitzunehmen und anschließend in die Sammelbox abzulegen.
Auch die eigene Motivation aufrecht zu erhalten, regelmäßig alle Beträge schriftlich zu erfassen, ist für manchen Haushaltsbuchführenden eine Herausforderung. Sie mit Aufwand, Sparen und Verzicht zu assoziieren, ist wenig hilfreich für die Motivation. Besser ist, sich ihre Vorteile ins Gedächtnis zu rufen, nämlich Spielräume schaffen zu können, für Dinge, die sich die Familie leisten möchte.

Wichtig ist,  überhaupt ein Bewusstsein für die Geldströme im Haushalt zu erlangen. Nur so können Änderungen vorgenommen und das Konsumverhalten optimiert werden. Dabei sind es selten die neuen Schuhe, die den Haushalt belasten. Eher sind es alte und lang nicht mehr überprüfte Versicherungsverträge oder Tarife vom Energieanbieter, das vergessene Zeitschriftenabo oder die ständigen Leckereien unterwegs, bei denen Einsparpotential zu erkennen ist.


Kontakt:
Iris Kracke
Beraterin Hauswirtschaft
Telefon: 0511 3665-4432
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Stand: 12.10.2012