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Neue Referenzdaten für Haushaltsbudgets

Wer seine Ausgaben für die Lebenshaltung objektiv einschätzen und bewerten möchte, benötigt Vergleichswerte. Die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft e.V. (dgh) hat nun mit dem haushaltsökonomischen Grundlagenwerk „Referenzdaten für Haushaltsbudgets“ eine solche Vergleichsmöglichkeit geschaffen. 

Die Datensammlung liefert umfangreiche Zahlenwerte zur Gegenüberstellung und Kalkulation von Lebenshaltungskosten privater Haushalte. Wer also wissen möchte, ob sich seine Ausgaben für die Lebenshaltung im „normalen“ Bereich bewegen, wird hier fündig. So können z.B. Daten für alleinlebende Frauen und Männer über oder unter 65 Jahren, für Paare ohne Kinder oder Paare mit ein, zwei drei und mehr Kindern unterschiedlichen Alters u.a. Haushalte ausgewertet werden. Für insgesamt 20 Haushaltstypen unterschiedlicher Haushaltseinkommen lassen sich z.B. die Ausgaben für Nahrungsmittel, die persönliche Ausstattung mit Bekleidung, für Blumen und Gartenbedarf, Reinigungsmittel, Telefon und Internet, Kinderbetreuung, Taschengeld, Dienstleistungen für die Altenpflege u.v.a. vergleichen.

Durch Referenzdaten Ausgabeverhalten hinterfragen
Die Referenzdaten sollen dabei unterstützen, das eigene Haushaltshandeln zu reflektieren. Sie eignen sich sowohl dazu, den momentanen Einsatz finanzieller Mittel zu analysieren. Genauso können sie aber auch dabei helfen, Haushalte auf Änderungen in der Zukunft vorzubereiten und dafür zu sensibilisieren. Sind z.B. Kinder geplant oder verlassen die Kinder bald das Haus, stehen wesentliche Ausgabenänderungen an, für die schon heute vorgesorgt werden kann. In welchem Bereich und in welcher Höhe sich die Änderungen bewegen können, lässt sich dann aus der Datensammlung ablesen. Ein Beispiel: Für Paare unter 65 Jahren ohne Kinder mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen zwischen 3529 € und 4705 €, liegen die Ausgaben für Nahrungsmittel und nichtalkoholische Getränke durchschnittlich bei 318 €. Paare mit zwei Kindern zwischen 0 und fünf Jahren und ähnlichem Einkommen geben im Durschnitt bereits knapp 100 € mehr, nämlich 412 € im Monat aus.

Es geht darum, Abweichungen zu erkennen
Liegt die Familie mit ihren Ausgaben nicht im Durchschnitt, heißt das aber nicht zwingend, dass Änderungen folgen müssen. Wie viel Geld zum Leben benötigt wird und welche Dinge sich geleistet werden sollen, entscheidet letztlich jeder Haushalt selbst. Dennoch geht es darum, die Abweichung zu erkennen und den Konsum zu hinterfragen. Die Referenzdaten können deshalb lediglich eine Orientierung bieten. Eigenverantwortliches Handeln der Haushalte ersetzen sie nicht. 

Seit langer Zeit wieder aktuelle Zahlen 
Die Daten wurden im Rahmen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2008 von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder erhoben und ausgewertet. Seit langer Zeit liegen damit endlich wieder Vergleichszahlen zur Beurteilung der Lebenshaltungskosten in einzelnen Haushalten vor. Weitere Informationen und eine Bestellmöglichkeit der Referenzdaten finden Sie auf www.dghev.de. Wer auf einen Blick sehen möchte, was andere Haushalte in entsprechender Situation ausgeben, kann sich unter https://www.beratungsdienst-guh.de/referenzbudgets/ durch die einzelnen Ausgabekategorien klicken und Vergleiche ziehen.


Kontakt:
Iris Kracke
Beraterin Hauswirtschaft
Telefon: 0511 3665-4432
E-Mail:


Stand: 15.08.2013