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Fällt auf, wenn sie ausfällt: Hauswirtschaft!

„Individuen, Familien und Gemeinschaft stark – durch Hauswirtschaft“. So lautet das Motto des Welthauswirtschaftstages 2014 am 21.März. Einmal jährlich weist er auf die besondere Bedeutung der Hauswirtschaft für die Lebensqualität der Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen hin.

Jede Entscheidung der Haushalte prägt die Wirtschaftsstruktur
Hausarbeit ist die Verrichtung hauswirtschaftlicher Tätigkeiten. Das ist eine Tatsache, die sich recht unspektakulär anhört. Das Haushalts- und Familienmanagement ist von seiner Bedeutung für die Gesellschaft aber keineswegs zu unterschätzen. Denn durch hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie Versorgungs-, Pflege-, Betreuungs- und Erziehungsleistungen, ist der Haushalt auch Produzent von an den Bedürfnissen der Haushaltsmitglieder ausgerichteten Gütern. Die Familien und Haushalte können damit als grundlegende Akteure der Gesellschaften und Volkswirtschaften angesehen werden. In den Haushalten werden Entscheidungen getroffen, die die Wirtschaftsstruktur prägen. Mit der Auswahl der Güter und Ausgaben für den privaten Verbrauch steuern die Haushalte die Produktion, die Beschäftigung und die Investitionen. Jede Entscheidung für eine einzelne Ausgabe oder Vermögensanlage sei immer zugleich eine Entscheidung gegen eine andere Verwendung und tangiere damit automatisch das ökonomische Gesamtsystem, so Professor Dr. Michael-Burkhard Piorkowsky, Leiter der Professur für Haushalts- und Konsumökonomik an der Universität Bonn.

Mangelnde hauswirtschaftliche Bildung kann Armut hervorrufen
Wenn aufgrund mangelnder hauswirtschaftlicher Bildung den täglichen Herausforderungen in Familien und Haushalten jedoch nicht mehr nachgekommen werden kann, stehen am Ende häufig materielle Armut und soziale Ausgrenzung. Studien zur Überschuldung privater Haushalte haben gezeigt, dass Prozesse der Verarmung nicht nur von prekären Situationen am Arbeitsmarkt abhängen, sondern mit fehlenden Kompetenzen bei der Haushaltsführung in Verbindung gebracht werden können.

Alltagsbewältigung wird anspruchsvoller
Die Anforderungen an die Alltagsbewältigung werden komplexer. Den Bedarf der Haushaltsmitglieder an Gütern und Leistungen richtig einzuschätzen, die zeitliche Planung der Familienarbeit, die Kontrolle der Haushaltsausgaben u.a. sind keinem Haushaltsmitglied in die Wiege gelegt worden. Diese hauswirtschaftlichen Kompetenzen wollen und müssen erlernt werden. Leider vermittelt die Schule lange nicht die erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Kinder sollen lernen, dass sie selbst die Gestaltung ihrer Alltags- und Lebensökonomie in der Hand haben, dass sie nicht nur konsumieren sondern auch produzieren und damit ihre Lebenslage bestimmen. Dazu fordert u.a. auch der Deutsche Landfrauenverband ein Schulfach Alltags- und Lebensökonomie. Hauswirtschaftliche Bildung ist die wichtigste Voraussetzung für Familien und Haushalte, um ihr Leben zu verbessern. Sie befähigt Familien und Haushalte
• einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil zu verwirklichen
• zur nachhaltigen Entwicklung von Gesellschaften beizutragen und
• achtsam als verantwortungsbewusste Bürger zu handeln.

Professionelle Hauswirtschaft ist modern und bietet Karrieremöglichkeiten
Von der Hauswirtschaft als Alltagskompetenz ist die professionelle Hauswirtschaft zu unterscheiden. War über lange Zeit die Hauswirtschaft noch von einem recht traditionellen Bild geprägt, haben sich die Aufgaben heute stark verändert. Neben den elementaren
Inhalten der Haushaltsführung hat sich der Beruf Hauswirtschafter/in zu einem
betriebswirtschaftlich orientierten, modernen Dienstleistungsberuf entwickelt. Karriere machen und selbstbewusst seinen Weg gehen ist bei einem Arbeitsplatz in der Hauswirtschaft möglich! Das Berufsbild entspricht mit Versorgung, Betreuung und Serviceleistungen in verschiedenen Haushaltsformen  den Anforderungen einer modernen Dienstleistungsgesellschaft, die individuelle und auf die Bedürfnisse von Menschen abgestimmte Serviceleistungen verlangt.

Landwirtschaftskammer macht Hauswirtschaft zum Thema
Auch die Landwirtschaftskammer ist in Sachen Hauswirtschaft präsent. Sie betreut die Ausbildung im Beruf Hauswirtschafter/in. Und in Seminaren wie z.B. den Agrar-Büromanagerin-Kursen werden Fragen des Lebensstils und Konsums, der Haushaltsbuchführung, dem Umgang mit Geld und Zeitmanagement thematisiert. Hauswirtschaftliche Fähigkeiten und Fertigkeiten sind auch eine breite Basis für die Entwicklung vielfältiger Geschäftsideen. Dazu bietet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ein umfangreiches Beratungsangebot.
 


Kontakt:
Iris Kracke
Beraterin Hauswirtschaft
Telefon: 0511 3665-4432
E-Mail:
Hanna Opel
Beraterin Hauswirtschaft
Telefon: 0511 3665-4141
E-Mail:


Stand: 06.03.2014