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Vernetzung im Haushalt – Mehr Qualitätszeit für Familien

Der Wandel im Familienleben bringt veränderten Zeitbedarf. 25 Stunden fallen wöchentlich für Zeitfresser an. Digitale Lösungen zur Haushaltsentlastung bieten enormes Potenzial zur Gewinnung von mehr Qualitätszeit. Die Entwicklung steht jedoch noch am Anfang.

Die Studie „Digitalisierung in deutschen Haushalten – Wie Familien mehr Qualitätszeit gewinnen können“ von McKinsey in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren und Jugend (BMFSFJ) sowie Microsoft Deutschland zeigt, wie sich durch die Nutzung von digitalen Produkten und Anwendungen mehr Zeit für die Familie gewinnen lässt. Die Ergebnisse der Studie basieren auf der Befragung von 1.540 Haushalten mit minderjährigen Kindern. Innerhalb der einzelnen Themenblöcke sind Mehrfachnennungen für die Bewertung möglich.

Trends wie die steigende Frauenerwerbstätigkeit, aktive Vaterschaft, Pflege von Angehörigen und Mobilität beeinflussen die Gestaltung des Familienlebens. Daraus resultiert ein veränderter Zeitbedarf - ein neues Zeitmanagement ist gefragt. Verbunden damit ist der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten und Home-Office Lösungen.

Mehr „Qualitätszeit“ ist vor allem für folgende Aktivitäten gewünscht: Aktivitäten mit Kindern (89%), Schlafen (86%), partnerschaftliche Intimität (84%), Kultur und Unterhaltung (83%), Ausruhen, Nichtstun (81%), Hobbys (76%), persönliche Bildung (76%), Essen und Trinken (74%), Kinder begleiten (73%) sowie Sport und körperliche Fitness (71%).

Für folgende „Zeitfresser“ möchten die Befragten tendenziell weniger Zeit aufwenden: Putzen und Aufräumen (73%), Weg zum Arbeitsplatz (73%), Arztbesuch (71%), Waschen, Bügeln und Nähen (68%), Dienstleistungen (z.B. Friseur) und Behördengänge (63%) sowie Einkaufen von Lebensmitteln und sonstigen täglichen Bedarfsgütern (62%).

25 Stunden pro Woche verbringen die Befragten in der Regel mit lästigen „Zeitfresseraktivitäten“, die sich laut der Befragten nicht schneller erledigen lassen (40%), ihnen zeitsparende Alternativen fehlen (34%) bzw. sie kein Geld für Dienstleistungen ausgeben möchten (23%). Den Befragten ist eine Stunde Zeitersparnis pro Woche durchschnittlich 11 € wert. Daraus ergibt sich ein Marktpotenzial von fast 40 Milliarden Euro – enormes Potenzial für die Entwicklung digitaler Haushaltslösungen.

Am häufigsten werden digitale Technologien jedoch für einfache Tätigkeiten eingesetzt. Hierzu zählen Kommunikation (84%), sich mittels entsprechender Websites oder Apps persönlich zu bilden (83%), Kultur und Unterhaltung (77%), Einkaufen (76%) und Hobbys (63%). Die Bereitschaft, auch weitere digitale Produkte und Anwendungen zu nutzen, wenn sie damit Zeit – insbesondere bei haushaltsnahen Tätigkeiten – sparen können, ist bei den Befragten vorhanden.

Beispiele für digitale Lösungen im Haushalt:

  • Haushaltsroboter (z.B. Staubsaugen, Wischen, Rasenmähen)
  • Onlineportale mit Angeboten zur flexibleren Nutzung von Personen- und Haushaltsnahen Dienstleistungen (z.B. Haushaltshilfe)
  • Digitale Einkaufszettel (Zugriff für alle Mitglieder des Haushalts)
  • Onlinebestelldienste
  • Software zur verkehrsabhängigen Routenplanung
  • digitale Assistenten (z.B. zur Ermittlung der besten Abfahrzeit)
  • Onlinevereinbarungen von Terminen
  • Elektronische Antragstellung bei Behörden
  • Home-Office Lösungen (z.B. Videokonferenz)

Wenn es gelingt, durch den Einsatz digitaler Technologien mehr Qualitätszeit am Stück zu gewinnen, kann dies viele positive Auswirkungen auf die Familienmitglieder haben. Die gewonnene Zeit und die damit verbundenen Aktivitäten können zu einer Steigerung der Lebensqualität führen. Phasen, die zur Erholung genutzt werden, können sich positiv auf die Leistungsfähigkeit, die Stimmung und die Gesundheit auswirken. Gerade für den beruflichen Wiedereinstieg können digitale Technologien eine gute Möglichkeit sein, die Alltagspflichten im Haushalt anders zu verteilen, um nicht in eine Doppelbelastung durch Beruf und Familie zu geraten.

Für einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Produkten und Anwendungen brauchen Eltern digitale Kompetenzen, die sie wiederum an ihre Kinder weitergeben. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es, sich die entsprechenden technischen Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen, neue Trends bezüglich familienunterstützender digitaler Angebote im Blick zu behalten und sich gleichzeitig kritisch mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen.

Ein Blick in die Zukunft lässt erahnen, dass digitale Technologien zu einem festen Bestandteil des Alltags werden. Mit zunehmender Entwicklung der entsprechenden Produkte und Anwendungen, steigender Nutzungsfreundlichkeit und adäquater Datensicherheit wächst das Vertrauen in digitale Systeme. Gerade Neuerungen wie das Smart Home, in dem sich Heizung, Licht etc. an die Verhaltensweisen der Bewohner anpassen, das selbstfahrende Auto (Smart Driving) und die intelligente Infrastruktur der Smart City könnten Familien die Lebensgestaltung erleichtern. Flexiblere Arbeitszeit- und Arbeitsortmodelle tragen zusätzlich dazu bei, mehr Qualitätszeit zu gewinnen.


Kontakt:
Kristina Stojek
Beraterin Frauen in der Landwirtschaft, Hauswirtschaft
Telefon: 0441 801-344
Telefax: 0441 801-819
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Stand: 28.06.2017