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Sind Ihre Passwörter sicher?

Passwörter dienen dem Schutz von vertraulichen Daten. Sie schützen den E-Mail-Account und sind Schlüssel zu PC-Anwendungen und Internetdiensten. Werden sie gecrackt, haben Kriminelle schlimmstenfalls Zugang zu Adresse, Telefonnummer, Kontodaten und persönlichen Dateien und können erheblichen Schaden anrichten. Die Einrichtung eines sicheren Passwortes ist deshalb besonders wichtig. 

Internetbetrug, Datenklau, die Verbreitung von verbotenen Inhalten, Missbrauch der Kontodaten, sogar Identitätsdiebstahl, können folgenschwere Resultate unzureichender Passwörter sein. Egal, ob es sich um den persönlichen E-Mail-Account handelt, das Konto vom Online-Shop, den Zugang zu sozialen Netzwerken, den drahtlosen Internetzugang oder  das Online-Banking – überall sind sensible persönliche Daten hinterlegt, die es zu schützen gilt. Wer kein Opfer krimineller Machenschaften werden und Hackern keine Chance geben möchte, sollte deshalb auf einige wenige Grundregeln bei der Vergabe von Passwörtern achten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt hier Tipps.

Wörterbuchangriff knackt unsichere Passwörter innerhalb von Sekunden
Allzu oft werden Passwörter ausgewählt, die in Sekundenschnelle zu knacken sind. Denn Hacker benutzen Werkzeuge, die vollautomatisch Zeichen- und Ziffernkombinationen testen. Eine Aneinanderreihung von Buchstaben, die nebeneinander auf der Tastatur liegen, wie asdfgh oder yxcvasdf sind gängige und darum schnell zu knackende Passwörter. Ebenso wenig sollten Ziffernreihen verwendet werden. 123456 ist zwar gut zu merken und zügig eingegeben, aber auch in kürzester Zeit entschlüsselt. Postleitzahlen, Telefonnummern, Geburtsdaten und Ziffern- zusammen mit Zahlenabfolgen wie 1q2w3e4r, werden genauso von den Systemen geprüft und leicht decodiert. Teile des Namens, auch rückwärts, oder Tier- und Kosenamen sind ebenfalls höchst unsicher. Wird ein sogenannter Wörterbuchangriff gestartet, sind auch aneinander gereihte Wörter ohne erkennbaren Zusammenhang, wie Hundeschreibtisch oder Schiffkugelschreiber, in Sekunden gefunden. Das Anhängen des Geburtsdatums an den eigenen oder einen Fantasienamen, gilt gleichermaßen als unsicher.

Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Zeichen verwenden
Wie sieht nun aber ein sicheres Passwort aus? Laut BSI, sollte es mindestens acht, besser zehn Zeichen lang sein. Weiter wird empfohlen, Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Zeichen zu benutzen. Nun ist &0iB%s?mQ] vielleicht sicher, aber nur äußerst schwer zu merken! Hilfreicher ist es, das Passwort aus einem ausgedachten Satz zu kreieren. Dabei wird nur der erste oder letzte Buchstabe jedes Wortes verwendet und die entsprechenden Satzzeichen eingefügt. Aus „Schön, dass wir zwei Pferde und einen Hund haben!“ könnte dann „S,dw2P&1Hh!“ oder „n,sr2e&1dn!“ werden.

Passwörter regelmäßig wechseln
Wichtig ist auch, die Zahlen- und Wortkombination regelmäßig auszutauschen. „Je länger ein Passwort benutzt wird, desto länger haben andere Zeit, es herauszufinden oder mit einem gestohlenem Passwort Schaden anzurichten“, heißt es aus dem BSI. Weiterhin wird geraten, nicht für jeden Dienst ein und dasselbe Passwort zu verwenden. Ist das einmal geknackt, ist der Zugriff auf weitere persönliche Accounts ein Leichtes.

Wie sich nun aber die Fülle von Passwörtern merken? Eine Möglichkeit wäre die Verwendung eines Programms, das die Passwörter verwaltet. Lediglich ein Passwort muss sich dann noch gemerkt werden, denn der Zugriff erfolgt durch ein Hauptpasswort. Mit diesem muss besonders vorsichtig umgegangen werden. Es muss kompliziert sein und in jedem Falle regelmäßig gewechselt werden. Soll kein Passwortverwalter genutzt, stattdessen lieber mit einer geschriebenen Liste gearbeitet werden, ist sie unter Verschluss zu halten. Der obligatorische Klebezettel am Bildschirm, das unverschlüsselte Ablegen der Liste auf dem Rechner oder die Aufbewahrung in der nicht abgeschlossenen Schreibtischschublade, sind mit einer offen stehenden Haustür vergleichbar.

Im Agrarbüro, wo häufig mehrere Personen gleichzeitig ein Passwort nutzen, müssen die Akteure ein praktikables System finden, das den schnellen Zugriff auf die wichtigen Passwörter erlaubt und gleichzeitig sicher ist.


Kontakt:
Iris Kracke
Beraterin Hauswirtschaft
Telefon: 0511 3665-4432
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Stand: 12.10.2012