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Cloud Computing - was steckt dahinter?

Beim Cloud Computing werden IT-Ressourcen über das Internet bereitgestellt. Konkret heißt das, Textdateien, Tabellenkalkulationen, Fotos, Musik u.s.w. werden nicht mehr auf dem eigenen Rechner gespeichert, sondern in einer Cloud (Wolke) abgelegt und damit ins Netz ausgelagert. Die Daten können dann von jedem beliebigen internetfähigen Endgerät irgendwo in der Welt abgerufen werden. Neben vielen Vorteilen sind aber auch klare Nachteile mit dieser Anwendung verbunden, sind sich Fachleute einig.  

Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist Cloud Computing „das dynamisch an den Bedarf angepasste Anbieten, Nutzen und Abrechnen von IT-Dienstleitungen über ein Netz.“ Ob Software für die Textbearbeitung genutzt wird, Tabellen kalkuliert oder Daten gespeichert werden sollen. - Die gesamte Spannbreite der Informationstechnik findet beim Cloud Computing im Netz statt. Software, wie Text- oder Bildbearbeitungsprogramme brauchen daher vom Nutzer selbst nicht mehr vorgehalten werden. Selbst Hardware, z.B. Datenträger, wird nicht mehr benötigt, denn der Datenträger ist die Cloud im Netz.

Genauso viele Vor- wie Nachteile
Vorteile seien in der Kostenminimierung zu sehen, da Rechner und Software nicht mehr selbst angeschafft werden müssten. Außerdem sei die größere örtliche Flexibilität ein Vorzug, so die Meinung der Fachleute. Denn auch von unterwegs könne auf die eigenen Daten z. B. mittels Tablet-PC oder Smartphone zugegriffen werden. Auch dem Verlust der Daten, z.B. durch Diebstahl oder Zerstörung der Festplatte, könne durch Cloud Computing vorgebeugt werden, so die Ansicht von PC-Experten.

Nachteile beträfen die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Cloud-Dienstleistungen. Denn letztlich habe der Eigentümer keine endgültige Kontrolle mehr über die Verwaltung seiner Daten. „In vielen Fällen ist gar nicht mehr genau feststellbar, wo sich die ausgelagerten Informationen oder Anwendungen „in der Wolke“ befinden“, heißt es im Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages. „Probleme zeigen sich unter Umständen auch beim Wechsel zu einem anderen Anbieter, der sehr aufwändig werden kann“, heißt es weiter. Nachteilig ist auch, dass während des Arbeitens in der Cloud eine stabile und schnelle Internetverbindung existieren muss. Dies ist im ländlichen Raum nicht immer der Fall.

Cloud Computing in der Landwirtschaft?
Das Arbeiten in der Cloud ist auch für landwirtschaftliche Betriebe nicht abwegig. So schuf der Sächsische Kontrollverband e.V. die Möglichkeit für rinder- und schweinehaltende Betriebe des Freistaates, u.a. ihre Produktionsdaten über Module im Internet zu erfassen und zu bearbeiten. Seit 2011 bietet LAND-DATA Buchstellen und Steuerberatungskanzleien sowie landwirtschaftlichen Unternehmen Cloud-Dienstleistungen als Service an. Das Portal farmpilot bietet Landwirten und Lohnunternehmen die Möglichkeit, ihre Betriebsdaten, Ackerschlagdateien und Daten von Maschinen über das Internet zu verwalten. Eine Bindung an den Hof-PC wäre somit nicht mehr gegeben. Daten könnten genauso auch auf dem Acker via Smartphone eingesehen und bearbeitet werden, so der Anbieter. Das von der EU und vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Forschungsprojekt „field2factory“ setzt ebenfalls auf Cloud Computing. Ziel ist es, die Abläufe bei der Rübenernte mittels Datenaustausch zwischen Landwirten, Transportunternehmen und Zuckerfabrik zu optimieren. Im Mittelpunkt steht ein zentraler Geodatenserver, mit dem alle Beteiligten verbunden sind. „Jeder Nutzer liefert automatisch Daten in das System und erhält zeitnah die Informationen, die er gerade für seine Arbeiten benötigt. So sieht beispielsweise die Lademaus, dass die Fläche gerodet ist, wann und wo die Miete angelegt wurde, und ob sich diese Miete in ab- oder aufgedeckten Zustand befindet“, heißt es in der Projektbeschreibung. Über das Webportal könnten Schlag- und Lieferstatus zeitnah abgerufen werden, wodurch sich weitere Betriebsabläufe optimieren ließen.

EU-Kommission will für mehr Sicherheit sorgen
Die Europäische Kommission will Verbrauchern, Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung das Benutzen des Cloud Computings erleichtern. Momentan sei die verwirrende Rechtssicherheit ein großes Problem, z.B. wenn ausgelagerte Daten verloren gehen oder gestohlen werden. EU-weite Standards sollen daher angestrebt werden, die zur IT-Sicherheit beitragen und den Schutz der Daten garantieren.  
Cloud Computing ist übrigens kein völlig neues Prinzip, sondern vielmehr ein neuer Trend, eigene Dateien oder Anwendungen auszulagern, statt auf dem heimischen PC zu speichern. Vorreiter der Entwicklungen sind etliche Gratisangebote im Internet wie E-Mail-Dienste oder das Auslagern von Fotos auf Plattformen im Netz. Die Cloud vereint eben diese Dienste. Die Entscheidung, ob sensible Betriebsdaten tatsächlich komplett im Netz gespeichert werden sollen, muss sorgfältig überlegt werden. Das Portal http://cloud.irights.info/ hält umfangreiche Informationen zum Cloud Computing bereit.


Kontakt:
Iris Kracke
Beraterin Hauswirtschaft
Telefon: 0511 3665-4432
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Stand: 26.11.2012