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Gärten der Region - vielseitiger, ländlicher Garten von Familie Schulte in Bokelesch

„Wie schaffen Sie die ganze Gartenarbeit und das noch neben der täglichen Haus- und Stallarbeit?“ fragen die Besucher Thekla Schulte während der Gartenbesichtigung. Das liegt an der Auswahl der Pflanzen, die ihr Sohn Andreas Schulte getroffen hat. Hier gibt es viele standortgerechte Stauden, die frühzeitig austreiben und dann den Boden komplett bedecken oder kurzlebige Stauden, die sich in vereinzelten Lücken immer wieder selbst aussäen wie die Wiesenmargerite und die Akelei. So haben Wildkräuter wenig Chancen aufzulaufen. Außerdem bleibt der Boden länger feucht. Unter Gehölzen wird mit Rindenmulch abgedeckt, so dass das Unkraut nur „herausgezupft“ werden muss.  

Die Gartenpflege erleichtern
„Ich hacke eigentlich nur im Gemüsegarten, alles andere lasse ich wachsen. Das mit der geschlossenen Pflanzendecke musste ich auch erst lernen, aber so geht es wesentlich leichter mit der Pflege der Stauden“, spricht Thekla Schulte aus Erfahrung. „Die richtige Sortenauswahl der Pflanzen und das Wissen um die Eignung für schwierige Standorte z.B. im trockenen Schatten alter Bäume erleichtert die Pflege im Garten“, weiß Sohn Andreas. Und nur so ist die Arbeit in diesem vielseitigen Garten des landwirtschaftlichen Betriebes zu schaffen.

Den Garten besichtigen
Wer  sich selbst ein Bild davon machen möchte, kann den Garten im Saterland am 29. und 30. Juni 2013 oder auf Anfrage mit Gruppen besichtigen.

Wie der Garten entsteht
Thekla Schulte lebt mit ihrem Mann Hans auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Bokelesch-Strücklingen zusammen mit Sohn Norbert, Schwiegertochter Julia und den 4 Enkelkindern. „Vor 45 Jahren habe ich angefangen, einen Garten mit Zierpflanzen anzulegen. Hier gab es nur einen Gemüsegarten und ein paar Obstbäume“, erzählt Thekla Schulte. Omorikafichten und Rhododendron hat sie gepflanzt. „Es sollte ein schneller Windschutz entstehen und damals pflanzte man Fichten“. Die Omorikafichten sind in den 80er Jahren gefällt worden. Die Rhododendren hingegen sind heute zu stattlichen Exemplaren heran gewachsen. Rhododendren lieben den sauren Boden, müssen jedoch bei trockener Witterung auf dem relativ sandigen Boden gewässert werden. Mit Hilfe ihres Sohnes Andreas, der als Landschafts- und Freiraumplaner an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau im bayerischen Veitshöchheim tätig ist, hat Thekla Schulte den Garten nach und nach umgestaltet.

Nach Vorlage englischer Landschaftsgärten
 „Das Grundkonzept ist nach Vorlagen englischer Landschaftsgärten mit einem großen Anteil an Stauden entstanden. Der Gartenbereich direkt am Wohnhaus ist eher formal gestaltet. So werden Rosen, Stauden und Gemüse in Anlehnung traditioneller Bauerngärten mit Buchsbaumhecken gerahmt“ erklärt Andreas Schulte. Unter dem alten Baumbestand, der überwiegend aus alten Eichen besteht, führt ein schattiger Weg durch Gruppen von Rhododendren zum Gartenhaus, das auch zum Überwintern der frostempfindlichen Pflanzen genutzt wird. Neu kommt jetzt noch ein Bachlauf hinzu, der mit dem Teich verbunden ist. Ursprünglich war der Teich ein großes Baggerloch, das dem Vieh als Wassertränke diente. Als der Garten in den 80er Jahren erweitert wurde, bekam die Wasserstelle eine neue Funktion als Gartenteich. Zudem ist er Lebensraum für andere Tiere wie ein Entenpaar geworden. 2011 wurde er ausgebaggert und neu modelliert. „Das war viel Arbeit. Besonders das Abflachen des Uferbereichs erforderte körperliche Arbeit“, berichtet Norbert Schulte, der seinen Bruder Andreas bei der Modellierung der neuen Teichanlage samt Umgebung auch mit maschinellem Einsatz unterstützte. Der Einsatz von Schlepper und Bagger in einer eingewachsenen Gartenanlage erfordert viel Fingerspitzengefühl ebenso wie das maschinelle Verpflanzen der großen Rhododendren.

Pflanzenkenntnisse nutzen
Für seine berufliche Arbeit in Veitshöchheim experimentiert Andreas Schulte bei seiner Mutter im Garten mit Pflanzen. „Hier nutze ich die Möglichkeit, verschiedene Sorten auf dem zwar leichten aber auch sauren Boden auszuprobieren“, erzählt er. Die Pflege übernimmt seine Mutter, die bei aufwändigen Arbeiten wie dem Kletterpflanzenschnitt und beim Laubharken von Ihrer Schwiegertochter Julia unterstützt wird. So sind alle Familienmitglieder an der Gartenarbeit beteiligt.

Am 29. und 30. Juni 2013 sind die privaten Gärten der Familie Schulte und Familie Heyens im Saterland geöffnet. Schauen Sie mal rein.


Kontakt:
Anke Kreis
Beraterin Garten, Hof- und Dorfgrün
Telefon: 04471 9483-42
Telefax: 04471 9483-19
E-Mail:


Stand: 25.04.2013



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