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Garten der Region: Der ländliche Garten von Tanja Bohlken

Gärten der Region – Der Garten von Tanja Bohlken, Bockhorn-Zetel, gehörte zu den ausgewählten Zielen der Gartenexkursionen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die  Anke Kreis, Cloppenburg, organisiert und begleitet.
Tanja Bohlken - eine Power-Frau - verheiratet, 5 Kinder, 42 Jahre alt, bewirtschaftet mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb in der Gemeinde Bockhorn, wenige Kilometer vom Jadebusen entfernt. Wer sie kennenlernt, lässt sich anstecken von ihrer Energie und Begeisterung für den Garten.

Seit 14 Jahren wohnt sie mit ihrem Mann Karl-Georg auf der Hofstelle des landwirtschaftlichen Betriebes in Ellenserdamm. „Anfangs sind wir zwischen Hofstelle und unserer Wohnung gependelt. Auf Dauer war das keine gute Lösung, also sind wir 2000 in das alte Hafenhaus gezogen“, erzählt Tanja Bohlken. Das Wohnhaus stammt aus dem Jahre 1777 und war damals das Packhaus an der Anlegestelle des kleinen Hafens. Vom Hafen ist hier nichts mehr zu sehen, aber der besondere Baustil des alten Hauses zeugt noch aus dieser Zeit. Den alten Hühnerstall nutzt die Gartenbesitzerin, um mit Zinkwannen, Milchkannen und Zinkeimern zu dekorieren, die sie mit Funkien, Clematis und der Stacheldrahtrose bepflanzt hat. Die Hühner haben hier immer noch ihr Zuhause. Das Gehege der besonderen schwarzen australischen Hühnerrasse `Australorps`, die einer der Söhne der Bohlkens züchtet, ist höher eingezäunt.

Während der Gartenführung berichtet Tanja Bohlken von ihren Erfahrungen mit der Grüngestaltung. „Als wir hierher gezogen sind, haben wir als Erstes einen Lärm- und Sichtschutzwall zur Straße angelegt, weil hier viel Verkehr von der Autobahn vorbeiläuft“, berichtet die Gartenbesitzerin. Gehölze wurden auf den Wall gepflanzt, die nicht alle zum Standort passten. Gut gewachsen sind Haselnuss, Holunder und Feldahorn. Einige Kirschlorbeer sorgen im Winter für Schutz. Eschen entwickelten sich am Fuß des Walles zu Bäumen. Frau Bohlken möchte die Bepflanzung auf dem Wall ergänzen. Hier eignen sich Schlehe, Liguster, Schneeball und Weißdorn. Gehölze, die windfest und schnittverträglich sind, Eigenschaften, die für diesen Standort von Bedeutung sind. Heckenkirschen sind gute Decksträucher. Am Fuß des Walls könnten Wildrosen (in Sorten) ihren Platz finden. An der Zufahrt hat die Gartenbesitzerin Storchschnabel am Rande gesetzt. Er hat sich wunderbar ausgebreitet und füllt die Pflanzlücken. Das Mulchen mit Rindenmulch erwies sich am Wall schwierig. Das Material wurde durch Erosion immer wieder abgetragen und unterdrückte das Unkraut zu wenig. Der flächig wachsende Storchschnabel ist daher hervorragend geeignet. Er deckt den Boden während der Vegetationszeit ab und gibt dem Unkraut keine Chance.

Für die Gestaltung des Gartens holte sich Tanja Bohlken Hilfe. „Vor 14 Jahren habe ich mir einen Gartenplan der Landwirtschaftskammer von Mechthild Ahlers anfertigen lassen. Er diente als Grundgerüst der Gartengestaltung. Einiges davon habe ich so umgesetzt, anderes auch verändert. Und so entstand mein Garten mit den dekorativen Besonderheiten“, berichtet die Gartenbesitzerin.

Inzwischen stehen Hortensien, Rosen, Stauden mit früh blühenden Blumenzwiebeln in den Beeten zusammen mit Stauden, die sich aussäen (dürfen). Sie legt viel Wert auf eine große Arten- und Sortenvielfalt. Im April dieses Jahres ist sie Mitglied der Gesellschaft der Staudenfreunde geworden. „Einmal im Jahr fahre ich mit gartenbegeisterten Freundinnen zum Pflanzenmarkt am Kiekeberg, ein Freilichtmuseum in der Nähe von Hamburg. Dort gibt es großes Sortiment seltener Pflanzen.“

Die Beete sind mit Buchsbaum eingefasst und der Zwischenraum zum Rasen oder Weg mit Muscheln abgedeckt. „Muscheln passen zu unserer Region. Der Jadebusen ist nur wenige Kilometer entfernt. Die Sorten und Entwicklung der Pflanzen hinsichtlich des Wuchses und der Gesundheit schreibe ich auf. Viele Pflanzen sind zwar mit einem Namensschild versehen, aber meine Notizen dazu sind auch für die Pflege der Pflanzen hilfreich“, erklärt Frau Bohlken.

Den alten Apfelbaum ziert die Ramblerrose `Paul`s Himalayans Musk`. Selbst gebaute Rankhilfen aus alten Materialien, die auf der alten Hofstelle zu finden waren, begrünt die Gartenbesitzerin mit verschiedensten Clematis-Sorten. Den „Pottgarten“ erkennt der Besucher an alten Gefäßen, die über den Staketenzaun gestülpt wurden. Das Gemüse dafür zieht sie teilweise im Gewächshaus vor. „Ich dünge mit Hornmehl und Naturdüngern im gesamten Garten. Das verbessert die Bodenstruktur des schweren Kleibodens. Weiteren Dünger brauche ich nicht einsetzen“, berichtet die Gartenbesitzerin.

Aber auch der grüne Bereich für die Kinder sollte nicht zu kurz kommen. Die Klootbahn mit den Holzkugeln, die mit Blei gefüllt sind, dient ihrem Mann und den Kindern zum Üben für die Meisterschaften. Dahinter liegt der Fußballplatz zum Bolzen. Von hier hat man einen weiten Blick in die typische Landschaft, den man von einer Liege unter einem Baum genießen kann. Ob sie dafür noch Zeit hat? Die Frage hat Tanja Bohlken unbeantwortet gelassen. Wichtig ist ihr selbst die Arbeit im Garten, die sie als kreativ und ausgleichend zum Alltag empfindet. „Bei der Arbeit im Garten lasse ich meine Seele baumeln und meinen Gedanken freien Lauf. Das ist Entspannung pur“, schwärmt Tanja Bohlken.

Wenn Sie Interesse an einer Gartenführung haben, melden Sie sich telefonisch bei Tanja Bohlken, Tel. 04453 1782.

Interessieren Sie sich für eine Beratung zur Grüngestaltung auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb haben, rufen Sie gern an: Anke Kreis, 04471 94830 oder schreiben eine e.mail anke.kreis@lwk-niedersachsen.de . Die Kolleginnen des Produktteams „Garten, Hof- und Dorfgrün“ helfen Ihnen weiter.


Kontakt:
Anke Kreis
Beraterin Garten, Hof- und Dorfgrün
Telefon: 04471 9483-42
Telefax: 04471 9483-19
E-Mail:


Stand: 13.11.2014