Webcode: 01027741

Mindestlohn für Landwirtschaft und Gartenbau ab 01.01.2015

An dieser Stelle finden Sie ab sofort die aktuellsten Informationen zum Thema Mindestlohn bezogen auf die Bereiche Landwirtschaft und Gartenbau.
Bitte schauen Sie in Abständen wieder herein, um mögliche Änderungen nicht zu verpassen => Aktueller Stand März 2015.

Zum 1. Januar 2015 wird ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 € je Zeitstunde eingeführt (§ 1 MiLoG). Dennoch gibt es zu dem flächendeckenden Mindestlohn Ausnahmen und Übergangsregelungen, die den nachstehenden Tabellen zu entnehmen sind.
 

 Zur Zahlung dieses gesetzlichen Mindestlohnes gibt es Ausnahmen und Übergangsregelungen:

Ausnahmen  
Auszubildende Entlohnung wird weiter durch das Berufsbildungsgesetz geregelt
Arbeitnehmer unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung kein Mindestlohn
Langzeitarbeitslose in den ersten 6 Monaten nach Einstellung kann vom Mindestlohn abgewichen werden
Praktikanten
  • kein Mindestlohn bei Pflichtpraktika im Rahmen von Ausbildung, Schule und Studium
  • kein Mindestlohn bei freiwilligen Praktika bis 3 Monate, die der Berufsorientierung dienen oder studienbegleitend sind
Öffentliche Auftraggeber Bei Aufträgen öffentlicher Auftraggeber gelten gemäß Günstigkeitsprinzip Bestimmungen der Bundesländer. Beispiel: Bei Ausführungsort der Arbeiten in Niedersachsen findet NTVergG Anwendung.

 

Übergangsregelungen  
bis 31.12.2016 Löhne unter 8,50 € sind nur dann erlaubt, wenn ein bundesweiter Tarifvertrag dies vorsieht und vom Bundesminsterium für Arbeit und Soziales für allgemeinverbindlich erklärt wurdeein bundesweiter TArifvertrag dies vorsieht und vom ei=
bis 31.12.2017 sind ausschließlich tarifliche Abweichungen erlaubt
ab 01.01.2017 müssen mindestens 8,50 € gezahlt werden
ab 01.01.2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau uneingeschränkt! 


Aktueller Stand für die "Grüne Branche"

Im Bundesanzeiger wurde am 19.12.2014 die "Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau" veröffentlicht. Damit gelten ab dem 01. Januar 2015 für die Betriebe, die unter den Geltungsbereich des "Tarifvertrages zur Regelung der Mindestentgelte für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau der Bundesrepublik Deutschland (TV Mindestentgelt)" fallen, die vereinbarten unten aufgeführten Mindestentgelte.

 

Nach § 2 des Tarifvertrages entwickelt sich das Mindestentgelt wie folgt: 

  Mindestentgelt-Tarifvertrag
  West Ost*
Ab 1. Januar 2015  7,40 € 7,20 €
Ab 1. Januar 2016 8,00 € 7,90 €
Ab 1. Januar 2017 8,60 € 8,60 €
Ab 1. November 2017 9,10 € 9,10 €
Ab 1. Januar 2018 gilt der gesetzliche Mindeslohn

* Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen

Bitte beachten Sie, dass es nach dem Tarifvertrag zur Regelung der Mindestentgelte für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau (TV Mindestentgelt) vom 29.08.2014 keine Ausnahmen für Jugendliche unter 18 Jahren sowie Langzeitarbeitslose gibt. Der Tarifvertrag Mindestentgelt findet somit auch Anwendung für Jugendliche unter 18 Jahren, sofern sie keine Schüler sind und für Arbeitnehmer, die zuvor länger arbeitslos waren, auch in den ersten 6 Beschäftigungsmonaten.

Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Auszug aus dem Bundesanzeiger vom 19.12.2014. In der PDF im Dateianhang finden Sie den TV Mindestentgelt, ebenso die Landwirtschaftsarbeitsbedingungenverordnung - LandwArbbV.
 

Wer kontrolliert, ob Mindestlohn gezahlt wird?

Die Kontrolle wird wie bisher die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) der Bundeszollverwaltung durchführen. Um die Einhaltung  des gesetzlichen Mindestlohns wirksam kontrollieren zu können, sollen bei der FKS 1.600 neue Stellen geschaffen werden.

 


Kontakt:
Dirk Lüvolding
Berater Arbeitnehmerberatung, Berufsbildung Landwirt/in
Telefon: 05439 9407-36
Telefax: 05439 9407-39
E-Mail:
Dr. Matthias Heyder
Leiter Fachbereich Arbeitnehmerberatung, Weiterbildung
Telefon: 0441 801-338
Telefax: 0441 801-392
E-Mail:


Stand: 17.03.2015