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Ab 2015 gilt die Klimaschutzquote für Kraftstoffe

Was bedeutet die Einführung der Klimaschutzquote für Biomasseerzeuger?  

Der Deutsche Bundestag hat am 09.10.2014 eine Umstellung der Biokraftstoffquote auf eine Treibhausgasquote beschlossen. Damit wird die Kraftstoffqualitätsrichtlinie (Fuel Quality Directive, FQD) der Europäischen Union in nationales Recht umgesetzt. Ziel der Umstellung ist es, die Treibhausgasemissionen aus dem Kraftstoffverbrauch zu verringern.  Die Treibhausgas-Verminderungsverpflichtung beträgt ab 2015 3,5 %, ab 2017 4,0 % und ab 2020 6,0 %. Die Mineralölindustrie kann diese Verpflichtung durch den Einsatz von Biokraftstoffen erfüllen. Je weniger Treibhausgasemissionen ein Biokraftstoff verursacht, desto weniger Biokraftstoffe werden für die Einhaltung der Treibhausgas-Verminderungsverpflichtung benötigt. Der Absatzmarkt für Biomasse wird dadurch kleiner.

Bei der Biokraftstofferzeugung werden für die Ermittlung der Treibhausgasemissionen bisher in der Regel Standardwerte angesetzt. Damit wird einzelbetrieblich kein Anreiz geschaffen, die Biomasse möglichst klimaschonend zu erzeugen. Theoretisch wäre es denkbar, dass Biomasseerzeuger zukünftig die Treibhausgasemissionen einzelbetrieblich mit tatsächlichen Werten berechnen. Das muss sich für sie lohnen. Zum Beispiel indem sie bei einer Unterschreitung der Standardwerte am Markt einen höheren Preis für diese Biomasse erzielen. Es bleibt abzuwarten, ob die Mineralölwirtschaft diesen Weg gehen wird. In diesem Fall wären die Systemgrundsätze zur Berechnung der Treibhausgasemissionen nach den Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnungen noch einer kritischen Betrachtung zu unterziehen.


Kontakt:
Ansgar Lasar
Klimabeauftragter
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Telefax: 0441 801-315
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Stand: 22.10.2014