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Arbeitsgruppe einigt sich auf gemeinsamen Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzen

Verschiedene Organisationen, die bereits einzelbetriebliche Klimabilanzen für die Landwirtschaft berechnen, haben sich auf einen gemeinsamen Standard geeinigt. Der sogenannte Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzen (BEK) wird Mitte des Jahres auf der Website des KTBL veröffentlicht. Durch BEK werden einzelbetriebliche Empfehlungen für eine klimaschonende Landwirtschaft auf eine solide Basis gestellt.

Vor vier Jahren haben sich die Organisationen ihre bis dahin eingesetzten Programme zur Berechnung einzelbetrieblicher Klimabilanzen für die Landwirtschaft vorgestellt.  Das Ergebnis war eindeutig: Mit den Programmen werden keine vergleichbaren Ergebnisse erzeugt! Die Ursache war schnell lokalisiert. Es gibt keinen Standard, nach dem einzelbetriebliche Treibhausgasberechnungen für die Landwirtschaft durchzuführen sind. So sind zum Beispiel bestehende DIN-ISO Normen nicht ausreichend definiert, um vergleichbare Ergebnisse zwischen landwirtschaftlichen Betrieben zu ermöglichen. Auch die Treibhausgasberechnungen nach Vorgaben der Bioenergie-Nachhaltigkeitsverordnung sind nur für die Pflanzenerzeugung anwendbar und auch dort nach Auffassung der Arbeitsgruppe nur bedingt für Klimaschutzempfehlungen geeignet, weil beispielsweise die Düngung mit organischen Düngern und Humusveränderungen unzureichend berücksichtigt wird. Außerdem sind bestehende Programme hinsichtlich der verwendeten Rechenweise häufig wenig transparent.

Um eine Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Berechnungsmethoden zu ermöglichen und solide, widerspruchsfreie Empfehlungen für eine klimaschonende Wirtschaftsweise geben zu können, wurde die Arbeitsgruppe „Einzelbetriebliche Treibhausgasberechnung  Landwirtschaft“ gegründet. Ihr Ziel ist es, einen gemeinsamen Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzierungen zu definieren und öffentlich zugänglich zu machen. Das erste Treffen der Arbeitsgruppe fand im November 2012 in Oldenburg statt. Seitdem hat sich die Arbeitsgruppe mehrmals getroffen und diverse Telefonkonferenzen durchgeführt. Der letzte Feinschliff an dem gemeinsamen Standard erfolgte jetzt ebenfalls in Oldenburg. Das Ergebnis ist der BEK. Er besteht aus einem Handbuch, einer Parameterdatei und Berechnungsbeispielen.
An der Arbeitsgruppe sind folgende Institutionen beteiligt:

 

Der BEK wird Mitte des Jahres auf der Homepage des KTBL veröffentlicht. Der Standard wird von der Arbeitsgruppe mindestens einmal jährlich aktualisiert, zum Beispiel aufgrund neuerer Emissionsfaktoren.

Zum Abschluss des letzten Arbeitsgruppentreffens wurde die Bio-Legehennenhaltung von Jan und Renate Eilers nahe Varel besichtigt. Die Landwirtschaftskammer Niedersachen hat die Klimabilanz der Eierzeugung nach BEK berechnet. Eilers verursacht mit 1,5 kg CO2e/kg Ei  etwa 20 % geringere Treibhausgasemissionen als der Durchschnitt vergleichbarer Betriebe. Dieses positive Ergebnis ist hauptsächlich auf den Verzicht auf Soja zurückzuführen. Im aktuellen Durchgang haben die Hennen gerade die Mauser durchlaufen, sodass die Nutzungsdauer der Hennen verlängert wird. Diese Maßnahme verringert nicht nur die Kosten für die Bestandsergänzung, sondern führt im Ergebnis weiterhin zu 4 % geringeren Treibhausgasemissionen.

 

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bietet bereits nach BEK berechnete Klimabilanzen an. Weitere Information erhalten Sie bei:


Kontakt:
Ansgar Lasar
Klimabeauftragter
Telefon: 0441 801-208
Telefax: 0441 801-315
E-Mail:


Stand: 27.04.2016