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Zukunftsfähige Kulturlandschaften unter Klimawandelbedingungen durch die Anpassung der Agrarstruktur

An der Bezirksstelle Uelzen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen werden schon seit 2007 konkrete Überlegungen angestellt, wie die biologische Vielfalt erhalten und gefördert werden kann und eine nachhaltige Nutzung der Schutzgüter Boden, Wasser, Luft mit den Zwängen der landwirtschaftlichen Betriebe in Einklang gebracht werden können.

Im Raum der Oberen Wipperau (Gemeinde Suhlendorf) sollen die aktuellen Entwicklungen in der Landwirtschaft und die notwendigen ökologischen Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen miteinander verknüpft und beispielhaft für den Agrar-Landkreis Uelzen entwickelt werden.

Auch ohne die Inanspruchnahme von Förderungen aus ELER oder PROFIL haben die beteiligten Landwirte gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer, den Naturschutzbehörden und –verbänden und der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) folgende Schritte bearbeitet:

  • Bestandsaufnahme und Bewertung der Agrarräume
  • Erfassung der zukünftigen Entwicklungsperspektiven der Landwirtschaft
  • Konzepterstellung zur Veränderung der Agrarstruktur und Verbesserung der Biotopvernetzung
  • Maßnahmen/Flächenmanagement, u.a. zur Sicherung der Feldberegnung, Ressourcenschonung und Biotopvernetzung

Das Gebiet soll nach neuzeitlichen betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zusammengelegt und im Einklang mit den übrigen Nutzern zweckmäßig gestaltet werden. Das Wege- und Gewässernetz soll verbessert, bodenschützende sowie -verbessernde und landschaftsgestaltende Maßnahmen durchgeführt werden. Die Durchführung der geplanten Maßnahmen verbessert die Agrarstruktur der landwirtschaftlichen Betriebe, vermindert den Arbeitsaufwand, den Energieeinsatz und den Wasserbedarf durch die Feldberegnung, erleichtert die Bewirtschaftung und fördert die Umsetzung von Maßnahmen für den Naturschutz.

Ein besonderer Vorteil ist, dass die sehr umfassende Einbindung der Bewirtschafter, der Eigentümer und der Vertreter des Naturschutzes zu einer hohen Akzeptanz des Verfahrens führt.

Die enge und erfolgreiche Kooperation der unterschiedlichen Stakeholder in der Region hat folgende Ziele:

  • Nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklungen unter den Bedingungen des Klimawandels
  • Erhalt und nachhaltige Bewirtschaftung der Umweltgüter (Boden, Wasser, Luft, Biologische Vielfalt)
  • Schaffung und Erhalt von Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätzen

Das Projekt ist umsetzungsorientiert und fördert eine naturverträgliche Anpassung der Agrarstruktur an die Folgen des prognostizierten Klimawandels. Die beispielhafte Umsetzung der zukunftsfähigen Kulturlandschaften durch ein integriertes Flächenmanagement ist ein Leuchtturmprojekt und wäre beispielhaft für Niedersachsen mit positiver Ausstrahlung über die Region hinaus.

Das Projekt soll die Politik unterstützen die Zusammenhänge zwischen Landnutzung, Klimawandel und Erhaltung der biologischen Vielfalt zu erkennen. Die Leistungen, die Land- und Forstwirtschaft zur Bewahrung von Ökosystemen und einer vielfältigen Kulturlandschaft erbringen, müssen durch künftige Förderungen honoriert werden. Dies sollte auch laut Bundesamt für Naturschutz zu einem Schwerpunkt der zukünftigen Umweltpolitik werden.

Die Bezirksstelle Uelzen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bearbeitet dieses Projekt in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundvorhaben KLIMZUG-Nord. Ziel des Verbundvorhabens ist die Erstellung eines Masterplans für das Klimafolgenmanagement in der Metropolregion Hamburg.


Kontakt:
Jürgen von Haaren
Leiter Fachgruppe Ländliche Entwicklung
Telefon: 0581 8073-134
Telefax: 0581 8073-99134
E-Mail:


Stand: 09.01.2014